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Alternativen zu Second Life?: Qwaq, Twinity und Secret City

Die folgende Beschreibung gibt lediglich meinen Eindruck nach einer 1-2 stündigen Erprobungsphase der 3D-Onlinewelten her. Da ich auch wenig Hilfetexte oder Erklärungen lese, liege ich vielleicht mit der einen oder anderen Behauptung daneben (dies kann aber gerne in den Kommentaren korrigiert werden).

1. Qwaq

Qwaq wird als Businesslösung angeboten, mit der Idee, sich dort sogenannte Foren (virtuelle Räume) einzurichten, um sich mit MitarbeiterInnen und Kunden zu treffen. Um dort also jemanden zu treffen, muss man die Person selber einladen, ansonsten steht man alleine in seinem “Forum”.

Es gibt einen kurzen Einführungsparcour, den ich aber erst spät entdeckt habe:
qwaq7

Da sieht man dann schon mal eines der größten Mankos: der eigene Avatar. Der kommt flach und klobig daher, lediglich mit der Möglichkeit als Gesicht eine Grafik einzukopieren. Was man auf dem Bild auch sieht und was Second Life nicht hat: es gibt Spiegel in Qwaq.

Die Landschaft in meinem eigenen Forum sieht dann doch sehr rudimentär aus und es gibt kaum Bearbeitungsmöglichkeiten:
qwaq1

Die richtig positive Überraschung kommt dann aber wenn man Uploadmöglichkeiten nutzt, beziehungsweise per Drag und Drop Dokumente vom eigenen Desktop in das Forum zieht: Die Dokumente (Textdateien, Fotos, sogar Tabellenkalkulationen) öffnen sich dort:
qwaq5

Wow, das war beeindruckend. Und nicht nur das, die Dateien lassen sich dort sogar direkt bearbeiten:
qwaq6

Fazit: Avatar, Objektgestaltung und Landschaft sind stark entwicklungsbedürftig, die Führung der Kameraansicht ist kaum beherrschbar, die “inworld”-Applikationen sind allerdings absolut der Hit! Als einzige der hier vorgestellte Onlinewelt gibt es einen Client für Win, Mac und Linux!

2. Twinity

Konzipiert für den Freizeitbereich: Leute kennenlernen, Spass haben.

Zunächst mal gelingt es mir nicht, einen einigermaßen interessanten Avatar zu konstruieren, die Auswahlmöglichkeiten sind extrem begrenzt.
twin1

Im Einstiegsraum begegne ich dafür gleich anderen Personen, die ich aber nicht anspreche, weil ich nicht damit rechne, dass ich hier auch zum letzten Mal Personen begegne. Twinity scheint nämlich ziemlich verlassen zu sein, trotz oder gerade wegen der Betaphase?

Die Optik der Umgebung und auch der Avatare erinnert stark an Sims. Und auch die Steuerung der Kamera ist sehr ungewöhnlich: Wenn ich mich umdrehe, dreht sich nur der Avatar, nicht meine Ansicht. Dafür läuft das ganze sehr flüssig.
twin2

Und auch hier etwas, was Second Life noch nicht hat: Webseiten, die die volle Funktionalität haben und wie hier zu sehen ist, auch Filme auf Youtube zeigen können:
twin3

Viel weiter bin ich nicht gekommen. Nachdem ich in einem (ebenfalls leeren) Club landete, stürzt nun das Programm bei jedem versuchten Ortswechsel ab.

Fazit: Wegen der Sims-Optik vielleicht eher im Bereich jüngerer Internetnutzer einsetzbar.

3. Secret City

Rangiert ganz klar im Entertainmentbereich und wirbt mit erotischen Kontakten. Nun ja, vorher muss erstmal der fast annähernd 500 MB große Client runtergeladen werden. Und trotz der anrüchigen Werbung wird man zum Umziehen erstmal in eine Umkleidekabine geschickt.
secretcity

Von der Grafik ähnelte Secretcity am ehesten Second Life. Allerdings nur in der Grafik, die Gestaltungsmöglichkeiten der Avatare sind absolut eingeschränkt. (Unterwäsche gibt’s übrigens nur in der Bezahlversion. Komisch, ich dachte, nur in der Bezahlversion darf man die Unterwäsche weglassen;-))
secretcity2

Immerhin man trifft wirklich einige Leute in Secretcity. Wieviel sich dann noch in den geschlossen Bereichen befinden kann man leider nicht sehen. Diese öffnen sich nur mit Abo und Altersverifizierung: Erotikkinos, Clubs und Zweierräume.
secretcity3

Mit dem Jugendschutz ist es trotz geschlossener Bereiche nicht weit her: Haufenweise Werbeplakate mit Links zu Pornoangeboten:
secretcity5

Noch eine lustige MErkwürdigkeit: Die einzige Fortbewegungsmethode ist RENNEN. Das sieht nicht so richtig entspannt aus. Vermutlich ist die ganze Engine aus einem 3D-Shooter entwickelt. Da verzichte ich lieber auf die erotischen Kontakte.

Fazit: Dann doch lieber ein sauberer Shooter.

Ich bleibe bei Second Life! Gerade was die Usability angeht, ist Second Life meilenweit voraus, ganz abgesehen von den eigenen Gestaltungsmöglichkeiten, der Ökonomie, den seriösen Veranstaltungen… neidisch bin ich nur auf die Integration der Applikationen bei Qwaq.

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  • 6 Responses to “Alternativen zu Second Life?: Qwaq, Twinity und Secret City”

    1. simply me Says:

      Du kannst Secret City schon entspannter Besuchen. Wenn du nur gerannt bist, hast du vorher wahrscheinlich versehentlich die Strg-Taste gedrückt. Damit stellt man auf rennen um und mit einem zweiten Mal stellt man es wieder um auf gehen.

      Die “Busen-Bilder” sind vielleicht nicht jedermanns Sache, aber nicht schlimmer als Zeitschriften am Kiosk. Sobald es in SC oder auf den verlinkten Seiten wirklich pornografisch wird, musst man nachweisen, dass man über 18 ist.

      Vielleicht treffen wir uns ja doch mal in SC…

    2. Lena Says:

      Hallo,
      super, dass du dir Twinity angeschaut hast und auch konstruktive Kritik geäußert hast! Um ein paar Tipps zu bekommen, was man alles tun kann in Twinity, würde ich dir empfehlen einmal im „Twinity Workshop“ vorbeizuschauen (unter Places auswählen). Dort erwarten dich Mitglieder des Twinity Support Teams, die dir gerne Rede und Antwort stehen.
      Grüße,
      Lena

    3. Lernräume: Vergleich virtueller Welten « Educational Gaming Says:

      [...] Zeit verschiedene virtuelle Welten jenseits von Second Life unter die Lupe genommen: Als da wären Qwaq, Twinity und Secret City, weiter geht es mit Googles Lively (das Ende des Jahres eingestellt wird) und drittens [...]

    4. Cyberwizard - Bildung und Neue Medien » BIZZin3D - Keine Krise in Onlinewelten? Says:

      [...] zu können, bot die Veranstaltung BIZZin3D. Vertreten immerhin Lindenlab/Secondlife, Sulake/Habbo, Metaversum/Twinity, sMeet und Club Cooe. Das interessante ist ja immer, dass auf Businessveranstaltungen [...]

    5. Medienpädagogischer Test von Qwaq, Lively, Smeet, Secret City, Trinity sowie Online-Wissen zu Bildungsangeboten im Second Life | Medienpädagogik Praxis-Blog Says:

      [...] und NachahmerInnen. Die hat Michael Lange in seinem Blog aus medienpädagogischer Sicht getestet: Qwaq, Twinity und Secret City, Lively sowie Smeet. Alle drei schneiden alles andere als überragend ab, aber in jedem Fall zeigen [...]

    6. Swen Says:

      Twinity ist eine wahnsinnig freundliche Welt,die im Bezug auf Möglichkeiten noch etwas shwächelt,aber im punkto sozialer Kompetenz doch einiges mehr aufzuweisen hat wie sl.Nach Twinity geht man nicht um “durchzudrehen”,sondern um echt freundliche Menschen kennen zu lernen die iht Herzblut in Twinity stecken…:-)

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