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Posts tagged ‘GPS’

Eigene Google Streetview Rundgänge erstellen (neu 2016)

glienicke_360

Seit meinem letzten Artikel über das Erstellen eigener 360º Panoramen und dem Hinzufügen zu Google Maps hat Google einiges am Verfahren geändert und die eigene App weiterentwickelt. Das Verfahren wurde sowohl vereinfacht (für Tablet- und SmartphonebesitzerInnen), wie auch erschwert (für BesitzerInnen von DSLR Kamera, die ihre Panoramen mit einer entsprechenden Software erstellen).

Nachdem im August 2015 die Google View Community, in der die eigenen 360º Panoramabilder verwaltet wurden, zugunsten der neuen Street View App abgeschaltet wurde, war es nicht mehr möglich, Panoramen miteinander zu verknüpfen und daraus virtuelle Rundgänge zu erstellen. Erst mit der Anfang Mai 2016 veröffentlichten Version der Street View App ist nun auch wieder die Verknüpfung von Panoramen möglich.

360º Panoramen (auch Photosphere) können entweder mit einer speziellen App auf dem Smartphone/Tablet erstellt, mit Panoramakameras aufgenommen oder aus normalen Fotos mithilfe einer Software am PC berechnet werden. Mit Ausnahme der Panoramakameras, die eine einzige Aufnahme machen, werden 360º Panoramen aus zahlreichen Einzelbildern zusammengesetzt, die am Ende eine Rundumsicht ergeben. Dies funktioniert umso besser, je kleiner die Abweichungen beim Aufnahmestandpunkt der verschiedenen Bilder sind. Bei Handyaufnahmen kann man sich mit einer Schnur behelfen, die am Ende beschwert ist und die man nah am Kameraobjektiv anbringt. Bei den Aufnhamen ist dann darauf zu achten, dass das Ende der Schnur am Boden immer in gleichen Abstand über einem vorher bestimmten Punkt schwebt. Für DSLR-Kameras gibt es spezielle Stativköpfe, die dies ermöglichen.

Google Maps enthalten mit den Google eigenen Streetviewaufnahmen bereits eine Vielzahl 360º Panoramen, in Deutschland allerdings beschränkt auf wenige Städte. Mit einem Google Account können eigene Fotos und Panoramen der Map hinzugefügt werden und sind so weltweit sichtbar. Üblicherweise sind diese an bestimmte auf der Map bereits verzeichnete Orte gebunden. Wer auf das Streetviewicon unter einer Google Map klickt, kann sich die vorhanden Fotos als kleine blaue Punkte, bzw. orangene Punkte bei Indoor-Aufnahmen anzeigen lassen.

An dieser Stelle findet ihr eine Schritt für Schritt Anleitung, die verschiedene Möglichkeiten beschreibt, wie man mit eigenen 360º-Panoramen an Google Maps partizipieren und daraus Rundgänge für die eigene Webseite erstellen kann.

Das Ergebnis kann dann so aussehen:

Views: SFBB von Michael Lange

Erstellen mit der Street View App

Mit der Street View App von Google (iOS oder Android) können über die Kamera des Smartphones oder Tablets 360º Panoramen aufgenommen werden, aus der Bildergalerie oder auch von per WLAN angeschlossenen Panoramakameras importiert werden.

Auf dem Startscreen der App auf das +-Zeichen klicken und die Anweisungen auf dem Screen befolgen. Der weiße Ring muss jeweils mit dem orangenen Kreis zur Deckung gebracht werden.

streetview_app

Aus 36 Einzelbildern berechnet die App die Rundumsicht des 360º Panoramas. Diese ist anschließend unter dem Reiter „Privat“ zu finden und nur auf dem Smartphone/Tablet verfügbar. Mit Klick auf Veröffentlichen wird diese auf Google Maps veröffentlicht und ist dann unter „Profil“ zu finden. Wichtig: Vor dem Veröffentlichen muss der Ort festgelegt werden. Entweder es wird ein bekannter Ort über die Suchfunktion gefunden oder der Aufnahmeort wird per Dreifachtap(!) auf die Karte festgelegt.

streetview_panoramaortfestlegen_veroeffentlichen

Eine Bildbeschreibung kann nicht über die Street View App hinzugefügt werden. Das veröffentlichte Bild ist aber anschließend ebenfalls im eigenen Google Fotos Ordner im Web gespeichert. Dort kann eine Beschreibung eingegeben werden.

Im Mai 2016 nun hat Google in der Street View App die Funktion implementiert, die eigenen Panoramen miteinander zu verbinden, um so einen virtuellen Rundgang zu ermöglichen. Dazu muss der Finger länger auf einer Stelle des veröffentlichten Bildes gehalten werden. Anschließend wird gefragt, welches Panorama verbunden werden soll.

streetview_panoramaverbinden

Auf Google Maps sieht das dann so aus:

googlemaps_verknuepfung

Der Klick auf den Pfeil führt zum nächsten Panorama.

google_kamera

App „Google Kamera“

Erstellen mit der „Google Kamera“-App

Neben normalen Fotos und Panoramaaufnahmen können mit der Google Kamera App (nur Android) auch Bilder im Photosphere Modus gemacht werden. Diese können nicht direkt auf Google Map veröffentlicht werden, sondern müssen zunächst in den eigenen Google Foto Ordner hochgeladen werden und können dann über die Google Maps Webseiten einem Ort hinzugefügt werden (siehe unten). Ein anderer Weg wäre, diese in die Street View App zu importieren und dann auf Google Maps zu veröffentlichen.

 

Erstellen mit DSLR Kameras

Auch mit einer DSLR Kamera lassen sich 360º-Panoramen erstellen, indem eine Reihe sich um ca. 20-40% überlappenden Fotos gemacht werden. Auf dem PC oder MAC werden die Fotos durch spezielle Programme zu Panoramen zusammengesetzt.  Professionell geht das z.B. mit PTGui für Windows und Mac (79 €) (http://www.ptgui.com)

Wichtig ist, dass das Bild anschließend im Bildformat 2:1 vorliegt und mit bestimmten Metatags versehen ist.

Fotografen und Agenturen können eine Zertifizierung nach dem Street View Trustes-Programm beantragen. Zugelassene Fotografen können dann den Desktop Streetvieweditor zum Upload der Fotos und zur Verknüpfung nutzen. (Die Latte zur Zulassung liegt hier ziemlich hoch. Voraussetzungen und die Bewerbung um eine Zulassung sind hier zu finden: https://support.google.com/maps/answer/6272623)

Ohne Zulassung zum Programm können die Panoramen entweder in der Street View App importiert werden oder über die Google Maps Webseite einem Ort hinzugefügt werden.

Mit den Panoramakameras RICOH THETA S und der NCTECH IRIS360 können Panoramaaufnahmen per WIFI direkt zur Street View App übertragen werden.

Hinzufügen zu Google Maps über die Street View App oder über die Google Maps Webseite?

exif_daten

Metatags eines Photosphere Bildes

360º Panoramabilder, die nicht mit der Street View App selber erstellt wurden, können entweder in die Street View App importieren oder über die Google Maps Webseite einem Ort hinzufügen. In jedem Fall funktioniert der Import nur, wenn die Fotos das übliche Bildformat von 2:1 einhalten und bestimmte Metatags enthalten. Fehlen diese Metatags können sie aber auch über einen entsprechenden Metatageditor hinzugefügt werden.

Zum Upload auf der Google Maps Webseite muss zunächst ein vorhandener Ort ausgewählt werden.   Der Link zum Hinzufügen von Bildern findet sich relativ weit unten in der Beschreibung des Ortes:

googlemaps_fotohinzufuegen

Der Nachteil des Uploads über die Google Maps Seite ist, dass die Panoramen jeweils einem bestimmten schon auf der Map vorhanden Orts hinzugefügt werden, während bei der Street View App das Panorama frei positioniert werden kann.

Einbetten von 360º Panoramen in die eigene Webseite

Was derzeit anscheinend nicht möglich ist oder möglich sein soll, ist das Einbetten der eigenen 360º Panoramabilder in der eigenen Webseite (obwohl wie oben zu sehen, der iFrame meines alten Panoramas noch funktioniert). Google Streetviewaufnahmen lassen sich einbetten, in dem im Fotomenü oben links ein Dropdown-Menü geöffnet wird. Im Menü gibt es den Punkt „Bild teilen oder einbetten“. Bei Panoramen, die nicht von Google sind, wird der Einbetten-Code jedoch nicht angezeigt. Bleibt abzuwarten, ob das ein Fehler ist oder Absicht.

Weitere Informationen zur 360º-Panoramafotografie:
Google Hilfe: https://support.google.com/maps/answer/6281095?hl=de&ref_topic=6344610
Panoramafotos: http://www.pano.ie/
Videotutorials (engl.): http://www.youtube.com/playlist?list=PL15B8C737F69319BE

Danke an Eike Rösch für die initiale Idee!

Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Spyware-Tools für Eltern: das gläserne Kind

In Amerika ist man schon etwas weiter, was die Nutzung von Mobiltelefonen und Web 2.0-Tools zur Kontrolle der eigenen Kinder angeht und noch gibt es keine deutsche Übersetzung für den treffenden Oberbegriff: Parental Spyware.

…und übersieht dabei auch schon mal, dass auch Kinder ein Recht auf Privatsphäre haben.

Hier eine kleine Liste der Dienste, die mir in den Wochen aufgefallen sind:

SocialShield, www.socialshield.com, scannt die Aktivitäten der Kinder in sozialen Netzwerken und meldet verdächtige Eintragungen (10$/Monat)

SafetyWeb, www.safetyweb.com, Monitoring der Onlineaktivitäten in sozialen Netzwerken + Überwachung der SMS und Anrufe auf dem Mobiltelefon, 10$/Monat

Life360, www.life360.com: GPS Tracking durch eine Anwendung auf dem Mobiltelefon, der aktuelle Ort wird durch Klick auf einen Button gemeldet, der Service zeigt außerdem in der Nähe wohnende Sexualstraftäter (mit Benachrichtigungsfunktion, wenn einer in die Nähe zieht) und mit „Notfall Messenger“. Fast 1 Mio registrierte Familien (Januar 2011)

Whereoscope, www.whereoscope.com, GPS Tracking, sendet Benachrichtungen, wenn das Kind vorher definierte Orte erreicht oder verläßt

Family Tracker, www.logsat.com/iPhone/familytracker, GPS Tracker, iPhone App, 3,99$

DriveSmart Plus, locationlabs.com, Android app for T-Mobile: deaktiviert die SMS-Funktion eines Mobiltelefons, wenn das GPS eine schnelle Fortbewegung meldet, wie zum Beispiel beim Steuern eines Autos

Webwatcher, www.webwatcherkids.com: Lesen aller Emails, Listen aller aufgerufenen Webseiten, Monitoring über das Internet von überall aus, 97$

Webwatcher Mobile, www.webwatcherkids.com/fea_mobile.php: Kontrolle aus- und eingehender SMS auf dem Handy der Kinder, einfaches Lesen über das Internet, 39,95$

Ich freue mich über weitere Hinweise zu solchen Diensten in den Kommentaren.

Do it yourself, Heute: Mapping The World mit Openstreetmap

Höchster Punkt von Halle/Saale ?

Foto: Höchster Punkt von Halle/Saale ? unter CC-Lizenz by gynti_46@flickr

Es muss ja wirklich nicht immer Google Maps sein und schon gar nicht, wenn es Alternativen gibt, die zudem noch die Möglichkeit bieten, selber Kartendaten beizusteuern.

Nachdem wir zum letzten Fachtag der LAG Medienarbeit Lars Ligner eingeladen hatten, der eine Einführung in Openstreetmaps gab, mir daraufhin vom Verband für sozial-kulturelle Arbeit netterweise zwei GPS-Geräte leihweise zur Verfügung gestellt wurden und außerdem ein Wochenendausflug ins Oderbruch bevorstand, war das für mich die beste Gelegenheit, Openstreetmaps mal auf Potentiale für die Bildungsarbeit zu prüfen.

Ziemlich kompliziert war dann allerdings gleich zu Anfang die Bedienung des GPS-Geräts (Magellan). Von der Usability ziemlich unmöglich, aber das hat man ja bei „Stand-Alone-Elektronik“ ziemlich oft. Immerhin konnte ich nach einer Stunde schon bei der Autofahrt (und nachdem das GPS erstmal 10 Minuten brauchte, Satelliten zu finden und seine Position zu bestimmen) erste Pfade (Tracks) aufzeichnen.

Nächste Hürde: den Pfad, bzw. die aufgezeichnete Datei nach Openstreetmap bringen. An sich funktioniert Openstreetmap wie Wikipedia. Jeder/Jede Angemeldete kann die Karte editieren, auch ohne GPS-Koordinaten oder aufgezeichneten Track. Sinn macht das zum Beispiel, wenn man täglich durch eine ortschaft fährt, die Openstreetmap aber als Wüste ausweist.  Der Onlineeditor bei Openstreetmap heißt Potlatch und sollte von Anfängern eigentlich nicht im Live-Modus bearbeitet werden (An dieser Stelle nochmal sorry dafür, dass ich da Berlin gelöscht habe;-)).

Etwas komfortabler sind Editoren wie zum Beispiel JOSM. Hier kann man sich vorhandene Ausschnitte der Openstreetmap laden, dann offline bearbeiten und das Ergebnis anschließend hochladen. Ein weiterer Vorteil: Eigenschaften von angelegten Wegpunkten oder Strecken finden sich hier in den Programmmenüs und müsssen nicht erst aus einer sehr langen Liste mit Schlüsseln und Werten rausgesucht werden.

Das hatte ich vorher überhaupt nicht bedacht. Es reicht nicht, nur Wegpunkte, Strecken und Regionen anzulegen, sondern natürlich sollte unterschieden werden zwischen Autobahnen, Landstraßen, Feldwegen usw. und wenn man es genauer will auch noch zwischen Asphaltbelag, Kopfsteinpflaster, Schotter, Sand usw.. Das Ganze dann ebenso für Wasserwege, Eisenbahnen etc.. Ordnungsliebende Menschen sollten auf jeden Fall einen Blick in die Liste werfen und sich an dem Versuch der Standardisierung unserer Umwelt erfreuen.

Was mir auch neu war: Auch Gebäude und Gebäudenutzungen können eingetragen werden: öffentliche Einrichtungen, Geschäfte, Sehenswürdigkeiten usw.. Prinzipiell gibt es keine Beschränkungen. Und das macht die Karte nachher auch viel praktikabler.

Noch kurz zum weiteren technischen Ablauf: Der vom GPS-Gerät aufgezeichnetet Pfad (Track) müsste bei Openstreetmap hochgeladen oder mit JOSM geöffnet werden. Ein Problem dabei ist, dass die beiden Dienste nur Daten im GPX-Format verstehen, aber jedes GPS-Gerät andere Formate produziert. Hier hat mir dann nach längerer Recherche GPSBabel gute Dienste bei der Konvertierung geleistet.

Der aufgezeichnete Pfad überlagert dann die Openstreetmap-Karte und kann im Editor quasi nachgezeichnet werden. Sehr praktisch: An bestehende Straßen und Wege kann einfach mit Mausklick angedockt werden. Anschließend kommt noch das oben beschriebene Festlegen der Eigenschaften wie Name des Weges, Größe, Bedeutung, Oberflächenbeschaffenheit …hmm, ist das nun eine Kreisstraße oder lediglich eine Verbindungsstraße…hmm… hatte der Weg harten oder weichen Untergrund..(Empfohlen wird, sich schon beim Aufzeichnen des Tracks Notizen zu machen)..im Grunde also der Hauptteil der Arbeit!

Bleibt noch der Hinweis: Die hochgeladenen Änderungen sind nicht sofort in Openstreetmap sichtbar. Bei mir hat es in einem Fall bis zu einem halben Tag gedauert, dann aber wieder auch nur wenige Minuten, bevor ich mich befriedigt zurücklehnen konnte mit dem Wissen, dass die Existenz Gottesgabes (ja, das gibt es im Oderbruch) in Openstreetmap nun mir zu verdanken ist.

Tabu ist natürlich, aus anderen Karten oder Luftbildern abzupausen oder zu kopieren. Das wäre in den meisten Fällen eine herbe Urheberrechtsverletzung.

Für die Bildungsarbeit sind natürlich einige Szenarien denkbar, an der Technik jedenfalls sollten Projekte mit Openstreetmap in der Schule oder Jugendbildung nicht scheitern. Vergleichbar mit Geocaching hat man hier die Chance, Medienarbeit mit Exkursionen in die Natur zu verbinden. Der Blick auf die Umwelt wird extrem geschärft, wenn man im Hinterkopf hat, später am PC alle aufgenommenen Strecken und Punkte auch klassifizieren zu müssen.

Sehr erstaunlich war für mich deshalb, dass eine Internetrecherche kaum Bildungsprojekte oder Lernmethoden (zum Beispiel für den Erdkundeunterricht) mit Einbeziehung von Openstreetmaps zutage gefördert hat. Immerhin im Openstreetmapwiki gibt es dazu Anregungen und drei Beispiele: Openstreetmap macht Schule.

Ich würde mich sehr über weitere Beispiele in den Kommentaren freuen. Ansonsten gilt: Noch gibt es genug weiße Flecken auf den Karten von Openstreetmaps. Viel Spaß!



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Project Niu: Naturwissenschaftliche Bildung im Web 2.0

Ein wie ich finde extrem cooles Projekt findet gerade mitten im pazifischen Ozean statt. Nach einem ersten Durchgang im letzten Jahr wurden vor vier Tagen drei „Nius“ (Hawaiianisch für Kokosnuss) vor Hawaii im Meer ausgesetzt: eine Flaschenpost vollgepackt mit Messinstrumenten, GPS und Satellitentelefon.

Auf der Webseite „www.projectniu.org“ kann die Wanderung der Nius nun auf Google Maps verfolgt werden und die aktuellen Daten zu Temperaturen, Wellenhöhe und einiges mehr abgerufen werden. Das Projekt möchte SchülerInnen Wissen über den pazifischen Ozean vermitteln, vor allem aber auch senbilisieren für die Folgen der Vermüllung der Meere.

Project Niu

Medienpädagogische Twitterverfolgungsjagd in Josefstal

Viele neue Ideen und neue Möglichkeiten für medienpädagogische Aktionen bieten die aktuellen mobilen Technologien. In einem Selbstversuch mit KollegInnen aus der pädagogischen Praxis konnte ich das gerade bei einer Klausurtagung im Studienzentrum Josefstal selber erfahren.

Ausgerüstet mit zwei Nokia N95, zwei iPhones und diversen GPS-Geräten ging es in einer vierstündigen Aktion rund um und über den (zugefrorenen) Schliersee. Das Setting:
– zwei Gruppen, eine Follower, eine „Followed“
– ein paar vorher ausgedruckte QR-Codes
– diverse Accounts bei Twitter, Twible, Qik, Twitterific
– und die oben beschriebene Technik

Da! on TwitPic

Die Followed-Gruppe schickt die Follower per GPS-Koordinaten zu einem Startpunkt und von dort weiter zu verschiedenen Stationen, die entweder per Foto/Video oder GPS-Koordinaten zu finden sind und stellt dort diverse Aufgaben per Twittermessage oder QR-Code: eine digitale Schnitzeljagd, draußen in der Natur.

Während der ganzen Aktion werden dann fleissig Nachrichten hin- und hergejagt, teilweise mit Fotos und Geokoordinaten versehen, teilweise auch durch einen Videolivestreams begleitet. Das Ganze wird sehr elegant nur in einem Kanal gebündelt, was die mediale Integration ins Spielgeschehen sehr „seamless“ (nahtlos) macht: Twitter.

Das geht in ungefähr so: Nachrichten vom Nokia per Twibble, vom iPhone per Twitterific an den Spieltwitteraccount schicken, mit beiden Programmen können auch kurz zuvor aufgenommene Fotos „angehängt“ werden. (Über Twitpic). Fotos beim Nokia können zusätzlich noch mit Geokoordinaten versehen werden. Über Twibble können Geokoordinaten auch direkt in die Twittermessages einkopiert werden, sind aber auf Twitter dann nur noch „manuell“ auslesbar. Twitterific auf dem iPhone hingegen verschickt Links zu Google Maps, die dann direkt mit der angezeigten Position auf dem Handy aufrufbar sind.

Das Livevideostreaming wird über Qik realisiert. Sobald ein Stream zu Qik auf dem Handy gestartet wird (ein iPhone müsste dazu allerdings „gejailbreakt“ sein), schickt Qik einen Tweet los. Kein Problem ist es, wenn der Livestream verpasst wird, alle Streams werden bei Qik archiviert und sind unter derselben URL erreichbar wie der Livestream.

Die zusätzliche Einbeziehung von QR-Codes, die dann per QR-Decoder auf dem Handy (bei Nokia standdardmässig eingebaut, beim iPhone aus dem AppStore zu erhalten, zB. 2D Sense) macht die Aufgabenlösung vielleicht etwas geheimnisvoller (und Kinder und Jugendliche dafür sensibler, wie codiert unsere Lebenswelt schon ist), muss für mich aber nicht unbedingt Bestandteil einer solchen Twitterverfolgungsjagd sein.

Fazit: Viel Spaß gehabt. Viele technische Möglichkeiten kennengelernt. Das Gefühl gehabt, selbst in menschenleerer Natur nie alleine zu sein;-) Das Nokia N95 hat ein paar mehr Möglichkeiten (besonders Video), die Bedienung beim iPhone ist dafür weitaus besser. Die Bandbreite der UMTS-Handys lässt leider nur bis zur Unkenntlichkeit komprimierte Livevideos und Fotos zu, ansonsten lassen die langen Uploadzeiten das Spiel doch ins Stocken kommen. An der GPS Integration müssen die Webservices noch arbeiten. Twitter ist doch zu was nütze;-))

Ich bin sehr gespannt, welche weiteren Spielideen sich aus der unterschiedlichen Kombination aller eingesetzten mobilen Webservices noch ergeben werden. Medienpädagogisch gesehen könnte man sich nun, wo die Technik einigermaßen mitspielt, den Inhalten widmen.

Mit Gruß an meine MitspielerInnen Verena, Irene, Bernhard, Wolfgang und Franz und großem Dank an Daniel (www.mediale-pfade.de) für das zur Verfügung gestellte Technikspielzeug.

Und hier noch ein (fast) Liveeinblick ins Spielgeschehen:
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