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Posts tagged ‘kinder’

Acht Kindercommunities stellten sich bei „Kinder Aktiv Vernetzt“ vor

Einen kleinen aber feinen Überblick über nicht-kommerzielle deutsche Kindercommunities bot das Fachforum „Kinder Aktiv Vernetzt“ der LAG Medienarbeit Berlin am 12.12.2011, das ich mit organisieren durfte. Nicht zu vergessen natürlich der spannende Einstiegsvortrag von Prof. Dr. Burkhard Fuhs zum Thema „Mediatisierte Kinderfreundschaften als pädagogische Herausforderung“, der sich auf der Fachforumswebseite runterladen lässt.

Internauten Webseite Internauten (www.internauten.de): Eine Plattform der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Anbieter, die Kinder beim Einstieg und der Orientierung im Internet unterstützt und eine Anlaufstelle für jugendmedienschutzrelevante Fragen darstellt. Als Internaut kann man Quizfragen beantworten und dafür Punkte sammeln, außerdem Empfehlungen für Bücher, Filme und Internetseiten abgeben.
Kindersache (www.kindersache.de): Angebot des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V.. Hier finden alle Kinder ihrem Alter entsprechende Informationen rund um die Rechte von Kindern. Hier können sie mit anderen chatten und mailen, eigene Artikel oder Kommentare schreiben, sich über ihre Rechte informieren und sich für ein kinderfreundlicheres Internet einsetzen.
Clipklapp (www.clipklapp.de): Videoportal für Kinder des Deutschen Kinderhilfswerk e.V. (DKHW). Hier können Kinder altersgerechte Videos ansehen und natürlich auch eigene Beiträge hochladen. Seit 2010.
Tausch-dich-fit (www.tausch-dich-fit.de):  Erste kind- und jugendgerechte Tauschbörse in Deutschland, kombiniert mit einer Wissensbörse zum Thema Handel. Vor wenigen Monaten erst online gegangen.
Sufino (www.sufino.de): Kinder im Alter von 6 – 14 Jahren können ihre Freizeit aktiv gestalten, planen und sich darüber austauschen. Durch die kindgerechten Suchoptionen und Beschreibungen können sich Ihre Kinder eigenaktiv oder gemeinsam mit ihren Eltern über abwechslungsreiche Freizeitideen in der Umgebung oder für zu Hause informieren. Seit 2011.
Mein!KI.KA (www.mein-kika.de): Community für Kinder bis 15 Jahren. Jeder Nutzer hat die Möglichkeit, ein eigenes Profil inklusive Blog und Pinwand zu gestalten und über diese mit anderen Kindern zu kommunizieren.
Knipsclub (www.knipsclub.de): Fotocommunity für Kinder von 8 bis 12 Jahren des JFF – Institut für Medienpädagogik. Kinder können eigene Fotos veröffentlichen und mit anderen teilen.
Spreegucker.net (www.spreegucker.net): Im Aufbau befindliches Kinderportal der LAG Medienarbeit Berlin. Zielgruppe sind hier im Unterschied zu den anderen Communities Grundschulen und Kindereinrichtungen über die sich die Kinder anmelden können. Eine Anmeldung aus dem Internet ist nicht möglich. Im Vordergrund steht das Selbergestalten der Communityinhalte.

Praktisch alle Plattformen betreiben eine Vorkontrolle von Beiträgen, die Kinder in der Community anlegen oder hochladen. Bei der größten der vorgestellten Plattformen „Mein!KI.KA“ sind dafür 19 MitarbeiterInnen zuständig. Sehr unterschiedlich ist die Anmeldeprozedur geregelt. Eine erforderliche Zustimmung der Eltern holen einige über die Angabe einer zweiten Emailadresse (im besten Falle, die der Eltern) ein, andere wie KI.KA erwarten eine schriftliche Rückmeldung per Brief, was allerdings dazu führt, dass über zwei Drittel der begonnenen Anmeldeprozesse abgebrochen werden.

Positiv zu bemerken ist, dass der große Arbeitsaufwand nicht nur auf Kontroll- und Anmeldemechanismen verwendet wird, sondern auch, um bei Regelverstössen den Kindern genau zu erklären, was sie eventuell falsch gemacht haben, anstatt Beiträge einfach nur zu löschen. Hier zeigt sich schon, dass ehrenamtlich betriebene Kinderangebote, da personell kaum mithalten können. Ein Thema mit dem sich auch Plattformen wie sufino.de oder Tausch-dich-fit auseinandersetzen müssen, wenn sie bekannter werden.

Interessant ist, dass sich keine der Plattformen (mit Ausnahme von spreegucker.net) an pädagogische Einrichtungen oder Schulen wendet, um den PädagogInnen eine sinnvolle Alternative für die Einbeziehung von sozialen Netzwerken in den Unterricht oder Kinderfreizeit zu bieten. Hier wird m.E. viel Potential verschenkt.

Überraschendes kommt bei der Abschlussdiskussion zutage, die die etwas provokant formulierte Frage nach einer „überhaupt möglichen“ Koexistenz mit Facebook stellte. Während sufino.de zumindest eine Facebookpage betreibt (für die Eltern der Kinder wohlgemerkt), wird beim Deutsche Kinderhilfswerk versucht, Facebook komplett zu verdrängen: Facebookpage undenkbar, taucht Facebook in Beiträgen oder Kommentaren auf der Plattform Kindersache oder Clipklapp auf, werden diese gelöscht, bzw. „Facebook“ wird durch “ soziale Netzwerke“ ersetzt.

Gerade beim Vergleich der Umgehensweise mit der Moderation von Beiträgen der Kindern wäre es interessant gewesen, auch kommerzielle Anbieter und die Communities der privaten Fernsehsender wie z.B. Toggo dabei zu haben, die sich zwar auch an Kinder- und Jugendschutz halten müssen, die Regelungen jedoch großzügiger auslegen. Jede Plattform muss für sich eine Position zwischen einem absolutem Behüten der Kinder und dem Bereitstellen von Freiräumen für eigene Erfahrungen (eventuell auch negativer) finden. Öffentlich-rechtliche Angebote scheinen mir da teilweise zu übervorsichtig zu sein. Das wäre aber wohl eine Diskussion gewesen, die den Rahmen dieses Fachforums gesprengt hätte, die aber an anderer Stelle geführt werden sollte. Von allen Anbietern wurde bemerkt, dass ein Austausch untereinander bisher zu wenig stattgefunden hat, obwohl er sehr wünschenswert wäre.

Onlinewelt At.lant.is öffnet seine Tore im schülerVZ

Anders als in den USA konkurrieren im deutschsprachigen Raum bisher nur wenig Onlinewelten für Kinder miteinander. Nachdem die Pandawelt Panfu lange Zeit unangefochten war, ging 2009 die versunkene Stadt At.lan.tis mit ähnlichem Konzept an den Start. (Siehe: Neue Onlinewelt für Kinder: At.lant.is macht Panfu Konkurrenz)

Viel hat sich in beiden browserbasierten Welten seitdem nicht getan, zu erfahren war nur, dass Panfu intensiv an seiner internationalen Ausrichtung arbeitet, wie in einem aktuellen Interview mit Verena Delius bei deutsche-startups.de zu lesen war.

Nun hat At.lant.is einen interessanten Schritt gemacht und eine App für schülerVZ produziert. schülerVZ Mitglieder können die App ihrem Profil hinzufügen und die Onlinewelt direkt aus schülerVZ heraus betreten. Bis heute haben das über 51.000 SchülerInnen getan.

Und so sieht das dann im Browser aus:

Auch wenn das eine hervorragende Möglichkeit ist, den Bekanntheitsgrad um ein vielfaches zu erhöhen, bin ich etwas skeptisch ob des möglichen Erfolges. In der Rubrik „Spiele“ finden sich allerdings derzeit bei schülerVZ lediglich 103 Apps mit „Frohe Ernte“ an erster Stelle mit über einer Mio Benutzer (At.lant.is aktuell an 63. Stelle). Am auffälligsten erscheint mir die Diskrepanz bei den Zielgruppen. Währned die Onlinewelt sich in Gestaltung und Inhalten ehr an die 8 – 10jährigen richtet, ist schülerVZ erst ab 12 zugänglich. Zudem kann von eienr wirklichen Intergration einer virtuellen Welt in ein soziales Netzwerk nicht die Rede sein. Im Gegensatz zu Frohe Ernte, bei der man sofort mit seinen schülerVZ Freunden, die auch Frohe Ernte nutzen gemeinsam agieren kann, ist bei At.lant.is eine erneute Anmeldung erforderlich. Ob sich dort auch Freunde von mir aufhalten, ist nicht ersichtlich. Lediglich Statusmeldung postet At.lant.is auch an die eigene Pinnwand. Insgesamt fühlt sich At.lant.is in schülerVZ eher an, als hätte ich ein Spiel im Inline-Frame laufen. An den Benutzerzahlen der App wird sich ablesen können, ob das Konzept in den nächsten Monaten aufgeht.

Spyware-Tools für Eltern: das gläserne Kind

In Amerika ist man schon etwas weiter, was die Nutzung von Mobiltelefonen und Web 2.0-Tools zur Kontrolle der eigenen Kinder angeht und noch gibt es keine deutsche Übersetzung für den treffenden Oberbegriff: Parental Spyware.

…und übersieht dabei auch schon mal, dass auch Kinder ein Recht auf Privatsphäre haben.

Hier eine kleine Liste der Dienste, die mir in den Wochen aufgefallen sind:

SocialShield, www.socialshield.com, scannt die Aktivitäten der Kinder in sozialen Netzwerken und meldet verdächtige Eintragungen (10$/Monat)

SafetyWeb, www.safetyweb.com, Monitoring der Onlineaktivitäten in sozialen Netzwerken + Überwachung der SMS und Anrufe auf dem Mobiltelefon, 10$/Monat

Life360, www.life360.com: GPS Tracking durch eine Anwendung auf dem Mobiltelefon, der aktuelle Ort wird durch Klick auf einen Button gemeldet, der Service zeigt außerdem in der Nähe wohnende Sexualstraftäter (mit Benachrichtigungsfunktion, wenn einer in die Nähe zieht) und mit „Notfall Messenger“. Fast 1 Mio registrierte Familien (Januar 2011)

Whereoscope, www.whereoscope.com, GPS Tracking, sendet Benachrichtungen, wenn das Kind vorher definierte Orte erreicht oder verläßt

Family Tracker, www.logsat.com/iPhone/familytracker, GPS Tracker, iPhone App, 3,99$

DriveSmart Plus, locationlabs.com, Android app for T-Mobile: deaktiviert die SMS-Funktion eines Mobiltelefons, wenn das GPS eine schnelle Fortbewegung meldet, wie zum Beispiel beim Steuern eines Autos

Webwatcher, www.webwatcherkids.com: Lesen aller Emails, Listen aller aufgerufenen Webseiten, Monitoring über das Internet von überall aus, 97$

Webwatcher Mobile, www.webwatcherkids.com/fea_mobile.php: Kontrolle aus- und eingehender SMS auf dem Handy der Kinder, einfaches Lesen über das Internet, 39,95$

Ich freue mich über weitere Hinweise zu solchen Diensten in den Kommentaren.

Digital Natives im Portrait

Am 4.2. lief auf 3SAT ein 45-minütiges Portrait der Generation „Internet-Handy-Videospiel“ unter dem Titel „Digital Natives“ (Lässt sich weiterhin in der Mediathek anschauen!). Auch wenn die Existenz dieser Gruppe ja heftig umstritten ist, gibt der Film einen interessanten Einblick in die Nutzungsgewohnheiten einiger ausgewählter junger Menschen.

Im Gegensatz zum 3SAT Beitrag, der sich wahrscheinlich aus Gründen der „Fernsehtauglichkeit“ auf die engagierten und ziemlich selbstreflektierten Kinder und Jugendlichen beschränkt, finden sich auf Edutopia.org im Digital Generation Project Portraits junger Menschen, die mir etwas repräsentativer für ihre Generation erscheinen, wenn auch hier aus dem englischen Sprachraum. Sehr erfrischend anzusehen.

Lego Universe kommt in der zweiten Jahreshälfte

Und schon wieder Lego. Aber die erste virtuelle Welt für Kinder, die in den Gestaltungsmöglichkeiten weit über das bloße Ankleiden des Avatars hinausgeht, lässt einiges erwarten.

Zur Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas hat Lego nun weitere Details bekanntgegeben und einen Trailer vorgestellt. Jeder Bewohner/jede Bewohnerin des Lego Universe erhält einen eigenen Planeten, um sich an einem Kampf gegen eine böse Kraft zu beteiligen, die die Quelle der Kreativität im Universum verderben will. Der eigene Planet kann mit virtuellen legosteinen bebaut werden. (Die Objekte können dann bei Lego bestellt werden und kommen dann als echte Bausteine ins Haus). Aber auch eigene Adventures können angelegt und mit Freunden gespielt werden. Natürlich alles absolut kindersicher und unter Kontrolle der Eltern.

Der neue Trailer fokussiert überraschenderweise stark auf die Spiel- und Actionebene und weniger auf den Gestaltungsmöglichkeiten. Mich wundert, wie damit auch Mädchen angesprochen werden sollen. Und ob wirklich wie in einigen Szenen zu sehen hunderte von Avataren gleichzeitig das Geschehen bestimmen können, wird sich in der Praxis noch beweisen müssen.

„SCHAU HIN!“ – neue Spots

Seit Anfang der Woche strahlen ARD und ZDF neue Spots im Rahmen der Kampagne „SCHAU HIN!  Was Deine Kinder machen“ aus. Ich hatte jetzt mehrfach Gelegenheit mit KollegInnen darüber zu diskutieren, bin aber teilweise immer noch etwas ratlos.

Und das scheint gerade die Absicht der Spots zu sein. Es geht wohl weniger darum, aufzuklären, wie man sich als Eltern zu verhalten hat, wenn die eigenen Kinder einen in der Mediennutzung überflügelt haben, sondern darum, provokant auf die eigene Webseite hinzuweisen: Thema Internet: Eine Nachbarin zeigt einem Vater ein freizügiges Foto seiner Tochter, das sie im Drucker ihrer Tochter gefunden hat. Motto: „Radiergummi fürs Internet – das gibt es doch nicht“. Haha. Thema Fernsehnutzung: Sohn (7 Jahre) hat eigenen Fernseher und übt auf dem Spielplatz für die Castingshow, aha! Thema Handy: Kleiner Junge telefoniert viel mit dem Handy, dann Schwenk auf seinen Kopf mit großen roten Segelohren. Wie lustig. Immerhin ein neues Ziel meiner medienpädagogischen Arbeit: Kinder vor körperlichen Mißbildungen bewahren.

Die Idee hinter den Spots wird m.E. kaum aufgehen.Von den Millionen Zuschauern wird wohl höchstens ein Bruchtteil auf die durchaus gut gemachten und informativen Webseiten der Kampagne (die es auch auf türkisch gibt!) gehen, die anderen bleiben im besten Fall ratlos, im schlimmsten Fall verängstigt zurück, was die Mediennutzung ihrer Kinder angeht.

Wer sich selber ein Bild machen möchte: schau-hin.info/service/tv-spots.html

Neue Onlinewelt für Kinder: At.lant.is macht Panfu Konkurrenz

Ende August startete mit At.lant.is ein Konkurrenzprodukt zur Pandawelt Panfu der Young Internet GmbH in Berlin, die im Dezember bereits ihren 2. Geburtstag feiert. Auch hinter At.lant.is steht eine deutsche Firma: plazz Entertainment aus München.

Schon auf den ersten Blick bietet sich ein Vergleich an: Zielgruppe sind jeweils Kinder ab 6 Jahren. Beide fallen in die Kategorie der 2,5D-Welten und verwenden ziemlich winzige comicartig gezeichnete Figuren, die sich durch Kleidung und kleine Accessoires etwas individualisieren lassen. Während Panfu auf einer Tropeninsel spielt, begibt sich der Bewohner von Atlantis in eine versunkene Stadt unter dem Meer, die durch eine große Kuppel geschützt wird.

Panfu
Panfu: Die Welt der Pandas

Die Zeit vertreibt man sich durch kleine Spiele, entweder alleine oder zu zweit. Als Belohnung winken Münzen (Panfu) oder Oris (Atlantis), für die man dann shoppen gehen kann. Im Angebot sind außer Kleidung auch Möbel, mit denen dann ein eigener Raum, das Baumhaus in Panfu, die Ruine in Atlantis eingerichtet werden kann. Dies geht aber nur, wenn man ein Abo abgeschlossen hat, denn so finanzieren sich beide Welten: Grundfunktionen sind kostenlos, zusätzliche Spiele, Räume und Inventar gibt es per monatlicher Überweisung von 10 Euro (Panfu) bzw. 6 Euro (Atlantis). Billiger wird es, wenn man ein längerfristiges Abo abschließt.

Haben die Eltern durch ein Abo die volle Kontrolle über die Ausgaben, bietet Panfu seit neuestem auch die Möglichkeit, die Premiumfunktionen per SMS freizuschalten und dies als Abo für den stolzen Preis von 3,99 Euro/Woche. Für mich völlig unangebracht in einer Kinderonlinewelt.

Atlantis
Nach dem Seebeben ist auch die Bibliothek in At.lant.is durcheinander geraten

Überhaupt bietet Atlantis für Eltern einen sehr viel besseren Service und ausführlichere Infos zu Sicherheit und Datenschutz als Panfu. Über ein spezielles Elternkonto können die Onlineaktivitäten der Kinder überwacht werden. Nicht nur die Loginzeiten sind hier vermerkt, sondern auch alle Verwarnungen, die ModeratorInnen wegen Regelverstößen aussprechen. Und dies auch in der kostenlosen Version.

Die Sicherheitsfunktionen sind bei beiden Welten ähnlich. Nur tagsüber, wenn eine Chatmoderation anwesend ist, kann auch frei gechattet werden, in den anderen Zeiten oder wenn Eltern das ausschließen (Atlantis) können zur Kommunikation nur vorgegebene Phrasen benutzt werden. Bei Panfu ca. 100 plus Uhrzeiten und Orte, bei Atlantis derzeit lediglich 60.

Aber Kommunikation scheint hier sowieso nebensächlich zu sein. Hauptbeschäftigung sind kleine Onlinespiele. Und da hat Panfu aufgrund des Alters die Nase weit vorne. Über 20 Spiele finden sich an den verschiedensten Orten in Panfu, darunter auch Spiele mit echten Lerninhalten zum Englisch lernen oder auch Mathematik. In Atlantis sind es derzeit gerade mal fünf. Weitere sind in Arbeit. In Panfu haben die BewohnerInnen zusätzlich noch die Möglichkeit an kleinen Missionen teilzunehmen und dafür verschiedene Aufgaben zu erfüllen.

Es bleibt abzuwarten, wie schnell Atlantis neue Funktionen und Spiele hinzufügen kann, um die Unterwasserwelt interessanter zu machen. Gerade die Elternfunktionen zeigen für mich, dass der Vorsprung von Panfu groß, aber nicht uneinholbar ist.

Kleine Anmerkung: Ich habe jeweils nur einige Stunden investieren können, um mir einen ersten Überblick zu verschaffen, deshalb habe ich vielleicht auch Dinge übersehen oder nicht verstanden. Ich freue mich über Ergänzungen und Korrekturen in den Kommentaren und natürlich auch eure Meinung zu Onlinewelten für Kinder.

UPDATE (24.9.09): „Gründerszene“ hat ein Interview mit den Panfugründern geführt. Hier nennen sie auch konkrete NutzerInnenzahlen. Demnach hat Panfu aktuell 12 mio Nutzer weltweit, 4,2 Mio in Deutschland. Das Interview findet sich hier: http://www.gruenderszene.de/interviews/wir-sind-sehr-streng-%E2%80%93-interview-mit-den-panfu-grundern-kay-kuhne-und-moritz-hohl/

Free Realms – World of Warcraft für Kinder

Vor ca. 3 Wochen ganz frisch gestartet ist die virtuelle Welt für Kinder „Free Realms“ von Sony. Free Realms wurde ja bereits sehr lange angekündigt, scheint nun aber wirklich das zu halten, was es im Vorfeld versprach.

Free Realms erfordert keinen Clientdownload, sondern läuft im Browser, allerdings müssen auch hier diverse Komponente erst runtergeladen und installiert werden. Trotzdem ist die grafische Darstellung wirklich gut und die Bewegung ziemlich ruckelfrei. Ziel des Spiels ist es, die Welt zu erforschen und dabei allerhand Aufgaben zu erfüllen. Es stehen Berufe zur Verfügung, die erlernt werden können und bei denen verschiedene Level zu erreichen sind. Es gibt immer wieder kleine Spiele und natürlich die Möglichkeit mit anderen SpielerInnen online zu kommunizieren. Viele Parallelen zu WoW also und auch die phantasievoll gestaltete 3D-Welt erinnert an das große Vorbild mit dem wichtigen Unterschied: Free Realms kann auch völlig kostenlos gespielt werden. Die Premiumvariante gibt es für 5$ im Monat und die bietet dann weitere Berufe, verschiedenen Ingame-Items und eine Aufnahme in Highscore-Listen. Geld möchte Sony auch verdienen durch den Verkauf von Sammelkarten (physikalischen).

Mein Eindruck nach einem zweistündigen Test: Die Installation ist doch etwas tricksig und die Avatargestaltung, die noch auf der Webseite vorgenommen wird, ist relativ eingeschränkt:
Free Realms Avatar

Nach Betreten der Onlinewelt, lernt man erstmal die wichtigsten Funktionen durch kleine Aufgaben kennen. Und Funktionen gibt es reichlich. Das Browserfenster steht an Komplexität Computerspielen von CD-ROM nicht nach:
Free Realms

Anschließend bieten sich zahlreiche Möglichkeiten: Erste Aufgaben erledigen, die einem zugeteilt werden oder erstmal die Welt erforschen und mit anderen SpielerInnen in Kontakt treten. Die Kommunikation ist allerdings nur sehr eingeschränkt möglich. Dafür steht lediglich eine Auswahl an ca. 50-100 Phrasen zur Verfügung. (Dafür ist sie natürlich auch entsprechend sicher). Zusätzlich können Gegenstände getauscht oder auch gegeneinander „gebattelt“ werden.

Die kleinen Minispiele zwischendurch, die auch zur Erledigung der Aufgaben und damit zum Weiterentwickeln der eigenen Fähigkeiten notwendig sind, haben eine Spannbreite von „kinderleicht-schnellklicken“ bis zu „anspruchsvollen“ Denkaufgaben und sind auf jeden Fall sehr abwechslungsreich, wenn auch manchmal etwas langwierig.

Free Realms Mining

Allgemein heisst es ja, Onlinewelten für Kinder funktionieren entweder nur für Jungen oder nur für Mädchen. Free Realms probiert hier anscheinend den Spagat zu schaffen. Ob das gelingt bezweifele ich noch. Die möglichen Berufe jedenfalls sind eher jungenlastig und auch die Möglichkeit, Autorennen zu fahren und gegeneinander zu kämpfen, werden eher Jungen ansprechen.

Trotzdem denke ich, Free Realms könnte richtig erfolgreich werden. Laut neuester Pressemeldung haben sich mittlerweile auch schon eine Million SpielerInnen angemeldet. Und diese dann bisher nur aus dem englischsprachigen Raum, denn derzeit ist alles in englisch. Wer aber mal in meinen Vorträgen war, kennt meine Prophezeiung, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bevor der Hype um Onlinewelten für Kinder auch nach Deutschland schwappen wird. Free Realms hat alle Elemente, die Kinder an Computerspielen lieben und schätzen. Mal abwarten, ob auch Free Realms, wie schon WoW in den Verdacht kommen wird, Onlinesüchtige zu produzieren.

Scratch – Programmieren mit Kindern

Eine große Empfehlung aus zahlreichen Gründen erhält von mir das Programm „Scratch“ des MIT Media Lab.

Zitat von der Webseite: „Scratch ist eine neue Programmiersprache, die es dir ermöglicht, deine eigenen interaktiven Geschichten, Animationen, Spiele, Musikstücke und Kunstwerke zu erstellen und sie im Internet zu veröffentlichen.

Scratch wurde entwickelt um jungen Leuten (ab 8 Jahren) zu helfen, Fähigkeiten aus dem 21. Jahrhundert zu entwickeln. Beim Erarbeiten von Scratch-Projekten lernen diese jungen Leute wichtige mathematische Prinzipien kennen, während sie gleichzeitig ein tieferes Verständnis für den Designprozess entwickeln. “

Ich habe es gerade getestet …und sofort verstanden;-)) Kinderleicht sozusagen! Und hier die die weiteren absoluten Pluspunkte:
– in verschiedenen Sprachen erhältlich
– für Windows UND MAC
– kostenlos