Skip to content

Posts tagged ‘Community’

Wie bitte? Facebook kopiert sich mein Adressbuch?

Ich bin nun wirklich nicht der unkritischste Nutzer sozialer Netzwerke und achte im Allgemeinen darauf, welche Informationen die Anbieter von mir erhalten und einbehalten. An einer Stelle war ich aber anscheinend doch noch zu blauäugig.

Ist ja anscheinend auch ein toller Service, wenn bei der Registrierung angeboten wird, gleich mal das eigene Adressbuch auf dem PC oder den GMX- oder Gmailaccount zu durchsuchen, um bereits bei Facebook angemeldete NutzerInnen schnell zu finden. Auch Instantmessengerkontakte lassen sich abgleichen.

Nun bin ich nach langer Recherche zu einem Artikel mehr darauf gestoßen, dass Facebook diese Daten dauerhaft speichert. So weiß Facebook damit auch über Nicht-Mitglieder wie diese miteinander vernetzt sind und präsentiert dann sofort nach der Registrierung Vorschläge, wer noch ein potentieller Kontakt sein könnte. Damit dürfte die Zahl der bei Facebook in den Datenbanken gespeicherten Profile die Zahl der wirklich angemeldeten um ein vielfaches übersteigen.

Mehr dazu bei Heise: Was Facebook u?ber Nicht-Mitglieder weiß (3.2.2010)

Man kann diese Informationen übrigens auch löschen. Hier der direkte Link: http://www.facebook.com/contact_importer/remove_uploads.php. (Ob es dahin einen Link vom Profil oder von den Datenschutzeinstellungen aus gibt, habe ich nicht rausfinden können.)

freundefinder_facebook

Also liebe KollegInnen, Bekannte und Freunde: Von mir hat Facebook eure Adresse nun nicht mehr!

UPDATE 1.6.2010: Wie Spiegel Online gerade gestern im Artikel „Wie Facebook private Telefonbücher abgreift“ beschreibt, werden mit der oben beschriebenen Funktion  zum Löschen importierter Adressbücher, Telefonnummern NICHT gelöscht.  Nachprüfen kann das jeder/jede im Facebook Konto-Menü unter „Freunde bearbeiten“/“Telefonbuch“. Eine Funktion, um die Telefonnummern selber zu löschen ist nicht vorhanden! Böse, böse, Facebook!

Update 28.6.2010: Inzwischen hat Facebook auf der Telefonbuchseite eine Funktion implementiert, um die Nummern zu löschen.

Amerikanische Studie zur Gefährdung Jugendlicher und Kinder in Onlinecommunitys

Unter dem Titel „Enhancing Child Safety  & Online Technologies“ hat in den USA eine spezielle Taskforce aus ExpertInnen und VertreterInnen der großen Onlinecommunitys eine Metastudie veröffentlicht, die vielleicht etwas Licht in die Diskussionen um Internetsicherheit bringen könnte.

Einige interessante (und einige erwartete) Ergebnisse:

– die größte Gefährdung geht nicht von Erwachsenen aus, sondern von anderen Jugendlichen, die andere Mobben und ihnen nicht jugendgereche Inhalte schicken (bzw. selber eigene Nacktbilder rumschicken, das sogenannte „Sexting“, das laut einer aktuellen Studie 20% der amerikanischen Teenager bertreiben)
– bei sexueller Belästigung und Missbrauch, sind es weniger Erwachsene, die sich als Jugendliche ausgeben, sondern meistens ist den Jugendlichen kalr, dass sie es mit Erwachsenen zu tun haben
– gefährdet sind in erster Linie Kinder und Jugendliche aus „schwierigen“ Elternhäusern
– eine rein technische Lösung gibt es nicht, um Kinder und Jugendliche zu schützen, vielmehr ist Aufklärung, sind Eltern und PädagogInnen gefragt

Aus meinen Gesprächen mit Jugendlichen kann ich nur bestätigen, dass sich diese Ergebnisse sicher auch auf Deutschland übertragen lassen. Ob das noch Einfluss hat auf die Internetzensurbestrebungen der Bundesregierung, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Downloadbar sind die Studie und Stellungnahmen der großen Netzwerkbetreiber unter der Adresse: http://cyber.law.harvard.edu/pubrelease/isttf/