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Posts tagged ‘3d’

Augmented Reality (AR) in der Medienbildung – neue Möglichkeiten mit Apples ARKit

Nachdem es nach der Einstellung von Googles Augmented Reality-Brille um AR im letzen Jahr etwa ruhiger geworden ist, befeuert jetzt Apple den Hype mit der Vorstellung eines eigenen ARKit. Das ARKit soll im neuen IOS 11, das Herbst 2017 veröffentlicht wird, App-Entwicklern zur Umsetzung von AR zur Verfügung stehen, bzw. lässt sich jetzt schon in der Beta ausprobieren.

Ich bin ja schon länger von der praktischen Anwendung von AR überzeugt und sehr früh haben wir mit Metaversa verschiedene AR-Apps und Webdienste in der medienpädagogischen Arbeit eingesetzt. Dabei hat sich mit der zunehmend besser werdenden Technik der Inhalt der Projekte gewandelt. 2011 war es zunächst die Erstellung von Stadtrallyes bei denen die anzusteuernden Orte als POIs (Point of Interest) in einer AR-Darstellung bei Layar und bei Junaio (von Apple gekauft und eingestellt) angezeigt wurden. Später lag der Schwerpunkt in den Projekten auf markerbasiertem AR, bei dem Bilder, Grafiken etc. genutzt werden, um sie mit virtuellen Informationen zu überblenden. Ein Beispiel dafür ist unsere AR-Rallye Through the Looking-Glass, die die App Aurasma nutzt und die von unserer Webseite zum Ausprobirieren heruntergeladen werden kann. Die App Augment nutzten wir, um mit AR computergenerierte 3D-Objekte in der physischen Realittät darstellen zu können. Im dem mit Jugendlichen im einem Ferienworkshop 2013 gedrehten Film „Minecraft Reality“ waren das selbstgebaute Minecraft Objekte, die in die physische Realität projeziert wurden.

Zwei entscheidende Hürden standen bisher der weiteren Verbreitung von AR-Anwendungen im Weg. Zum einen musste immer ein Handy oder Tablet genutzt werden, das einen nur sehr begrenzten Ausschnitt zeigen konnte und zudem immer erforderte, Handy oder Tabelt (Google Glass war eine erste wenn auch sehr unzureichende Lösung des Problems, mittlerweile bemühen sich hier aber auch andere Firmen wie Microsoft mit der Holo Lens und Magic Leap). Zum zweiten war die Darstellung und stabile Platzierung der virtuellen Objekte im Raum abhängig von der Genauigkeit des Trackers, entweder des GPS Signals (sehr ungenau, insbesondere was die Höhenkoordinate anging) oder eines ausgedruckten Markers bzw. vorhandenen Bildes, das dann aber auch ständig in der Kameraansicht zu sehen sein muss.

Für das zweite Problem scheint Apple nun mit dem ARKit eine sehr gute Lösung gefunden zu haben. Damit sind Apple zwar nicht die ersten, die ersten Apps, die das ARKit nutzen, zeigen aber eine erstaunlich große Positionsgenauigkeit und Stabilität. Damit muss kein physischer Marker mehr im Raum vorhanden sein, an den das virtuelle Objekt gebunden wird. Apple erreicht diese Genauigkeit durch eine Auswertung der verschiedenen in iPhones und iPads vorhanden Sensoren wie Kompass, Accelerometer und Gyroskop in Kombination mit Bilderkennungstechnologien, die berechnen können, wie sich der dreidimensionale Raum um sie herum darstellt. Das Handy oder Tablet erstellt eine dreidimensionale Karte der Umgebung und errechnet seine genaue Position und Lage in diesem Raum. Die Technik dazu heißt Visual-Inertial Odometry (VIO) und scheint wohl von Qualcomm entwickelt worden zu sein. Sie soll auch das in der Robotik bestehende SLAM-Problem (Simultaneous Localization and Mapping; deutsch: Simultane Lokalisierung und Kartenerstellung) lösen.

Auch Google arbeitet schon länger an diesen Technologien. Googles Projekt heißt „Tango“ und ist bereits auf einigen wenigen Smartphones verfügbar. Die Nutzung ist eingeschränkter, denn Tango setzt das Vorhandensein mehrerer Kameras voraus, die aktuell nur in wenigen Smartphones eingebaut sind. (Update 30.8.17: Google gibt die Einstellung des Projekts „Tango“ bekannt, Nachfolgeprojekt ist „ARcore“, das nun weniger Voraussetzungen mitbringt und auf mehr Smartphones laufen wird.)

Inzwischen gibt es zahlreiche Beispiele des Einsatzes von Apples ARKits von Entwicklern, die die Betaversion von iOS 11 nutzen:

Neue Gameoptionen:

Nur mit physischen Markern wäre es nicht möglich, solche Räume auch virtuell zu betreten:

Und einen extrem praktischen Nutzen gibt es auch:

Und bei dieser Killer-App sowieso:

Noch fehlt anscheinend die Funktion, dass sich die virtuellen Objekte auch hinter physischen Gegenständen verstecken können, bzw. von diesen teilweise verdeckt werden, vermutlich nur eine Frage der Zeit. Aktuelle Gerüchte besagen, dass Apple im iPhone 8 3D-Laser-Sensoren auf der Rückseite verbauen wird, die den Abstand zu Objekten sehr genau berechnen können. Und schließlich wird seit einigen Jahren bereits über eine Apple eigene AR-Brille spekuliert.

Dankenswerterweise hat hat sich die Anzahl der Apps, die es erlauben, auch eigene Inhalte einzubinden, in den letzten Jahren stark erhöht, im Gegensatz zu Apps die lediglich vorgegebene Inhalte bieten. Ich bin sehr gespannt, welche Apps uns ab Herbst mit dem ARKit zur Verfügung stehen und welche neuen kreativen Möglichkeiten für die medienpädagogische Arbeit sich daraus ergeben.

Clash of Cultures mal anders: Augmentation versus Immersion

secondlife_rueckkoppelung

Trotzdem sich mein Avatar Ziggy seit immerhin zwölf Jahren durch virtuelle Welten bewegt, ist mir anscheinend eine Diskussion bisher entgangen: Augmentionisten gegen Immersionisten. Wie Koks Koolhoven in einer dreiteiligen Blogserie in virtual-world.info sehr schön beschreibt, treten hier schon seit geraumer Zeit zwei gegensätzliche „Lebensphilosophien“ in virtuellen Welten gegeneinander an.

Immersion bezeichnet das völlige Eintauchen in Onlinewelten und damit auch das Verlassen der „realen“ Welt. Augmentation dagegen sehen virtuelle Welten als Ergänzung der normalen Anfasswelt. Immersionisten nehmen eine strikte Trennung zwischen virtueller und realer Welt vor, während Augmentionisten diese vermischen.

Danach bin ich wohl ein Augmentionist, wenn auch kein 100%iger, schließlich waren virtuelle Welten für mich immer Arbeitsplatz, gerne aber auch immer mit ein wenig Maskerade. Und auch wenn ich diesen Philosophiestreit etwas überbewertet finde, da sich wohl die große Masse der Nutzer von Onlinewelten eher zwischen den beiden Polen befindet und die Extrempositionen sehr selten sind, kann man damit auch einige Missverständnisse und Konflikte erklären. Tragisch kann es zum Beispiel beim Genderbending, dem Spiel mit dem Geschlecht werden, wenn ein Immersionist in seiner Rolle als Frau auf einen Augmentionisten trifft, der sich in eben diese Frau verliebt und ganz klar davon ausgeht, dass man sich doch auch im Netz so gibt, wie man außerhalb ist. Die Einführung der Voicefunktion in Second Life muss wirklich ein schwerer Schlag für Immersionisten gewesen sein, mit Männerstimme kann man eben nicht mehr die sexy Blondine sein, die man gerne wäre.

Vor allem erklären sich hier aber auch Missverständnisse zwischen Bewohnern der virtuellen Welten und Nichtnutzern, die generell alle Nutzer für Immersionisten halten, die sich aus der Realität in Phantasiewelten flüchten und die dies oft nicht nur auf Onlinewelten beziehen, sondern auf jede Art von Teilnahme an Netzcommunitys.

Wer sich weiter in die Materie einarbeiten will, dem seien die drei Artikel von Koks Koolhoven sehr empfohlen, der zudem noch auf eine Menge weitere interessante Literatur verweist:

P.S.: Kann jemand eine gute Stimmenmodulationssoftware empfehlen?

Alternativen zu Second Live 2: Lively

So, endlich Zeit gehabt mal Lively, Google neue 3D-Welt, zu testen. Also Windows PC aktiviert, Software geladen und installiert (1 Minuten). Nachdem ich dann erstmal bei der Anzeige „Joining Room“ hängen geblieben bin (Tipp: neuen Google Account anlegen, mit dem alten geht es anscheinend nicht. Danke an MaXsiM), dauert es anschließend kaum 2 Minuten und ich hatte Raum und Avatar.

Lively

Lively als neues Second Life zu verkaufen, ist allerdings mehr als übertrieben. Lively sind kleine persönliche Chaträume, um einfach mal mit jemanden kurz zu quatschen (per Textchat), keine Community, kein User-Generated-Content, keine Ökonomie.

Ich würde mal sagen, das ist eher was für Kids, die gerne chatten und für die ist das super: leicht zu installieren, bunt, kostenlos und auf der eigenen Homepage einzubetten. (Und demnächst kommen wohl noch viele Möglichkeiten zur Avatargestaltung dazu.)

Wer möchte kann sich gerne meine kleine Insel anschauen. Das Abstellen eigener Möbel ist gestattet:

http://www.lively.com/dr?rid=6434353406946074259

Vortrag: Lernen in virtuellen 3D-Räumen

Dank einer netten Technik des Hasso Plattner Institus mit dem Namen: Tele-Task wurde mein Vortrag bei der  brandenburgischen Landestagung „Lernen mit digitalen Medien“ aufgezeichnet:

http://www.tele-task.de/page50_lecture3531.html

Nur die Folien sind etwas blass.