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Posts tagged ‘Livestreaming’

Medienpädagogische Twitterverfolgungsjagd in Josefstal

Viele neue Ideen und neue Möglichkeiten für medienpädagogische Aktionen bieten die aktuellen mobilen Technologien. In einem Selbstversuch mit KollegInnen aus der pädagogischen Praxis konnte ich das gerade bei einer Klausurtagung im Studienzentrum Josefstal selber erfahren.

Ausgerüstet mit zwei Nokia N95, zwei iPhones und diversen GPS-Geräten ging es in einer vierstündigen Aktion rund um und über den (zugefrorenen) Schliersee. Das Setting:
– zwei Gruppen, eine Follower, eine „Followed“
– ein paar vorher ausgedruckte QR-Codes
– diverse Accounts bei Twitter, Twible, Qik, Twitterific
– und die oben beschriebene Technik

Da! on TwitPic

Die Followed-Gruppe schickt die Follower per GPS-Koordinaten zu einem Startpunkt und von dort weiter zu verschiedenen Stationen, die entweder per Foto/Video oder GPS-Koordinaten zu finden sind und stellt dort diverse Aufgaben per Twittermessage oder QR-Code: eine digitale Schnitzeljagd, draußen in der Natur.

Während der ganzen Aktion werden dann fleissig Nachrichten hin- und hergejagt, teilweise mit Fotos und Geokoordinaten versehen, teilweise auch durch einen Videolivestreams begleitet. Das Ganze wird sehr elegant nur in einem Kanal gebündelt, was die mediale Integration ins Spielgeschehen sehr „seamless“ (nahtlos) macht: Twitter.

Das geht in ungefähr so: Nachrichten vom Nokia per Twibble, vom iPhone per Twitterific an den Spieltwitteraccount schicken, mit beiden Programmen können auch kurz zuvor aufgenommene Fotos „angehängt“ werden. (Über Twitpic). Fotos beim Nokia können zusätzlich noch mit Geokoordinaten versehen werden. Über Twibble können Geokoordinaten auch direkt in die Twittermessages einkopiert werden, sind aber auf Twitter dann nur noch „manuell“ auslesbar. Twitterific auf dem iPhone hingegen verschickt Links zu Google Maps, die dann direkt mit der angezeigten Position auf dem Handy aufrufbar sind.

Das Livevideostreaming wird über Qik realisiert. Sobald ein Stream zu Qik auf dem Handy gestartet wird (ein iPhone müsste dazu allerdings „gejailbreakt“ sein), schickt Qik einen Tweet los. Kein Problem ist es, wenn der Livestream verpasst wird, alle Streams werden bei Qik archiviert und sind unter derselben URL erreichbar wie der Livestream.

Die zusätzliche Einbeziehung von QR-Codes, die dann per QR-Decoder auf dem Handy (bei Nokia standdardmässig eingebaut, beim iPhone aus dem AppStore zu erhalten, zB. 2D Sense) macht die Aufgabenlösung vielleicht etwas geheimnisvoller (und Kinder und Jugendliche dafür sensibler, wie codiert unsere Lebenswelt schon ist), muss für mich aber nicht unbedingt Bestandteil einer solchen Twitterverfolgungsjagd sein.

Fazit: Viel Spaß gehabt. Viele technische Möglichkeiten kennengelernt. Das Gefühl gehabt, selbst in menschenleerer Natur nie alleine zu sein;-) Das Nokia N95 hat ein paar mehr Möglichkeiten (besonders Video), die Bedienung beim iPhone ist dafür weitaus besser. Die Bandbreite der UMTS-Handys lässt leider nur bis zur Unkenntlichkeit komprimierte Livevideos und Fotos zu, ansonsten lassen die langen Uploadzeiten das Spiel doch ins Stocken kommen. An der GPS Integration müssen die Webservices noch arbeiten. Twitter ist doch zu was nütze;-))

Ich bin sehr gespannt, welche weiteren Spielideen sich aus der unterschiedlichen Kombination aller eingesetzten mobilen Webservices noch ergeben werden. Medienpädagogisch gesehen könnte man sich nun, wo die Technik einigermaßen mitspielt, den Inhalten widmen.

Mit Gruß an meine MitspielerInnen Verena, Irene, Bernhard, Wolfgang und Franz und großem Dank an Daniel (www.mediale-pfade.de) für das zur Verfügung gestellte Technikspielzeug.

Und hier noch ein (fast) Liveeinblick ins Spielgeschehen:
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Livestreaming: Die eigene Fernsehshow im Netz

In einem aktuellen Beitrag stellt Eike vom Blog Medienpädagogik-Praxis zwei kostenlose Webservices vor, die es ermöglichen, mit der eigenen Webcam (oder angeschlossenen Videokamera) ein Livebild ins Web zu streamen: ustream.tv und justin.tv.

Zumindest für Leute, die einen schnellen Rechner haben, kann ich noch empfehlen auch mal make.tv, ein relativ neues Startup aus Köln, auszuprobieren. Das tolle an make.tv ist das virtuelle Fernsehstudio in dem man mehrere Quellen zusammenschneiden kann, u.a. auch mit Bild-in-Bild-Funktion, natürlich auch mit Integration von Bilder und Filmen usw.. Gerade für die medienpädagogische Arbeit bietet sich an, hier mit gemeinsam mit Jugendlihen zunächst mal verschiedene Szenen genau zu überlegen, bevor man auf Sendung geht und dann zwischen diesen hin- und herzuschneiden.

Virtuelles Studio bei make.tv

Virtuelles Studio bei make.tv

Wer möchte kann sich dann direkt an einer Aktion der LAG Medienarbeit e.V. Berlin zum Safer Internet Day am 10.2. beteiligen: Safer Internet TV bei der ich dann auch am virtuellen Bildmischer sitzen werde.