Cyberwizard – Bildung und Digitale Medien



rss feed technorati fav
Meine subjektive Sicht auf den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im Bildungsbereich: Kommentare, Projektvorstellungen und Veranstaltungsempfehlungen

Willkommen bei Cyberwizard!

Home

Die Diskussion um den Spiegel Artikel “Generation Null Blog”

Computer Kid

Der Spiegel  versucht in Ausgabe  31/2010, der Diskussion über die vermeintliche “Netzgeneration” neues Leben einzuhauchen und dem ganzen einen prägenden Namen aufzudrücken, der zu Widerspruch reizt: “Generation Null Blog”: http://www.scribd.com/doc/35179685/Spiegel-Null-Blog (PDF)

Im Artikel wird auch speziell auf die Auswirkungen auf das Lernen eingegangen: So nutzen die Jugendlichen Google, können aber die Relevanz von Quellen kaum beurteilen. Sollten hier Lehrer wieder zu ihrer alten Autorität zurückfinden können?

Reaktionen gerade von Kollegen aus der Bildungsarbeit ließen nicht lange auf sich warten:

Martin Lindner kritisiert den unterschwelligen Tonfall des „Wir-haben-es-ja-schon-immer-gewusst“ und stellt die Frage, ob denn Lehrer wirklich besser als die Schüler googlen können: Warum wir den Schülern Web 2.0 (und die damit verbundenen Praktiken) beibringen müssen, auch wenn es sie gar nicht interessiert.

Rene Scheppler sieht die Frage nach einer „Internetgeneration“ generell als nicht entscheidend für den Einsatz digitaler Medien in der Schule an. Vielmehr gehe es darum, dass jeder Lehrer selbst entscheiden muss, ob der „verantwortungsbewusste, selbstgesteuerte Umgang mit den kommunikativen und informativen Möglichkeiten des Internets für die eigenen Schüler etwas ist, was es wert ist, zum integrativen Bestandteil des eigenen Unterrichtssettings zu werden oder eben nicht.“ (Wobei die Erwähnung der Stichwörter „verantwortungsbewusst, selbstgesteuert, kommunikativ und informativ“ dies schon fast zu einer rhetorischen Frage machen.): Ja, wo surfen sie denn? Spiegel findet die Net-Generation nicht

Matthias Schwenk kritisiert bei Carta, dass die Inhalte, die Kinder und Jugendliche konsumieren, zu wichtig eingeschätzt und dabei die vielfältigen technischen Kompetenzen über die sie verfügen zu sehr in den Hintergrund gedrängt werden. Er vermutet, „wer als Jugendlicher auf YouTube nur belanglose Videos anschaut, muss diese Plattform als Erwachsener nicht zwangsläufig in gleicher Weise nutzen: Er wird wissen, dass darüber auch politisch brisantes Material verbreitet werden kann“: Spiegels “Null Blog”-Generation: Kein Grund zur Sorge, sie hören immer noch Musik

Seine Erklärung für die geringe Nutzung von Blogs und Twitter leuchtet ein: Jugendliche haben vorwiegend das Interesse mit einem engen Freundeskreis zu kommunizieren, während man sich mit Twitter und Blogs an eine größere Öffentlichkeit wendet.

Ähnlich Guido Brombach: „Insofern kann es nicht um die Generation Blog gehen, sondern um die Integration alternativer Medienkompetenzen in den Alltag.“ Und dazu gehört eben auch der Schulunterricht.: Generation Null-Blog.

Ich freue mich über Hinweise auf weitere Kommentare zum Spiegel Artikel.


Wie Berliner Schulen digitale Medien einsetzen

Der im Frühjahr 2010 erschienene 3. Berliner Innovationsatlas Schule gewährt einen interessanten Einblick in die Arbeit mit digitalen Medien in den Berliner Schulen. Der von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung herausgegebene Innovationsatlas enthält die Berichte von 114 Berliner Schulen (von insgesamt ca. 700), die sich für das Schuljahr 2007/2008 als eEducation Masterplan-Schulen beworben und daraufhin mit 16 bzw. 31 Notebooks je Schule ausgestattet wurden. Zusätzlich zu den Notebooks erhalten die Masterplan-Schulen die Möglichkeit an Lehrerfortbildungen teilzunehmen und müssen sich an einem der drei folgenden Projekte beteiligen: Roberta (Konstruktion von Lego-Mindstormrobotern durch Mädchen), eTwinning (europäische Schulpartnerschaften) oder INTEL Lehren (Online-Plattform für Lehrer).

Da ich es bis heute immer noch nicht geschafft habe, den 350 Seiten starken Innovationsatlas komplett zu lesen, habe ich zunächst mal eine unkonventionelle Auswertung der Berichte anhand einer Wordcloud und der Suchfunktion des Acrobat Readers vorgenommen.

Die aus dem Innovationsatlas erstellte Wordcloud zeigt auf den ersten Blick nichts außergewöhnliches: Alles dreht sich um Schule und Notebooks. Internet sucht man allerdings vergebens, einzig eMail und Online weisen daraufhin, dass es hier auch um Instrumente geht, die 98% der SchülerInnen bereits nutzen. Immerhin wird sichtbar, dass die Notebooks in einer ganzen Reihe von Fächern zum Einsatz kommen und nicht auf den ITG-Unterricht beschränkt bleiben.

Um Innovatives zu Tage zu fördern, bietet sich ansonsten noch die Suchfunktion im PDF-Dokument an. Auch wenn die Projekt bereits 2-3 Jahre alt sind, verwundert sehr, dass die aktuellen Internetdienste so gut wie gar nicht im Unterricht vorkommen: Google findet sich ganze zweimal im Dokument, einmal als Google Sketchup und einmal als Google Earth, Wikipedia ebenfalls zweimal, soziale Netzwerke tauchen gar nicht auf: Facebook, schülerVZ, Jappy Fehlanzeige! Chat kommt immerhin in sechs Schulen zum Einsatz. Auch die damit verbundenen medienpädagogischen Stichwörter: Datenschutz und Privatsphäre tauchen jeweils nur einmal auf. Es wäre wohl verwegen zu behaupten, dass der in einem Bericht vorkommende Satz: „Der Umgang mit den Gefahren, Viren, schädlichen Programmen, Datensicherheit und das Schützen der Privatsphäre werden ebenso vertieft, wie das Erstellen und Formatieren von Texten und kleinen Präsentationen“ schon so selbstverständlich ist, dass er ansonsten in keinem der Berichte auftaucht.

Und so zeigt der Überblick erstmal, dass es wohl noch ein langer Weg für die Schulen ist, bevor die Akzeptanz der digitalen Medien als Lerninstrumente und Lerninhalte, ähnlich hoch ist, wie die der gedruckten Medien. Ungeachtet dessen finden sich natürlich in einzelnen Berichten hervorragende Beispiel für den Einsatz von digitalen Medien im Unterricht. Es wäre zu wünschen, dass sich viel mehr Schulen daran orientieren.

Die Einschätzung der Projektleitung kann mehrdeutig verstanden werden. Zitat: „Nach vier Jahren Laufzeit kann festgestellt werden, dass der „eEducation Berlin Masterplan“ das Potenzial birgt, das gesteckte Ziel „Berliner Schule 2.0“ innerhalb eines überschaubaren Zeitraums zu erreichen.“ Ein „Potenzial“, das wohl eventuell erst noch geborgen werden muss und ein „überschaubarer Zeitraum“, unter dem zwischen einem und hundert Jahren wohl alles verstanden werden kann. Schließlich findet sich weder im Innovationsatlas noch auf den Webseiten der Senatsverwaltung etwas dazu, wie eine „Berliner Schule 2.0“ aussehen soll. Eine Suche im Web ergibt lediglich, dass wir wohl anscheinend auf dem richtigen Weg dorthin sind.

Wer sich selber ein Bild davon machen will, kann sich den Innovationsatlas als PDF unter http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-bildung/schulorganisation/eeducation/innovationsatlas.pdf?download.html herunterladen.

Die Berichte von 53 weiteren Schulen, die im Schuljahr 200/2009 teilgenommen haben, werden im Herbst 2010 veröffentlicht.

Hinweise in den Kommentaren auf interessante Berichte im Innovationsatlas sind sehr willkommen.


Do it yourself, Heute: Mapping The World mit Openstreetmap

Höchster Punkt von Halle/Saale ?

Foto: Höchster Punkt von Halle/Saale ? unter CC-Lizenz by gynti_46@flickr

Es muss ja wirklich nicht immer Google Maps sein und schon gar nicht, wenn es Alternativen gibt, die zudem noch die Möglichkeit bieten, selber Kartendaten beizusteuern.

Nachdem wir zum letzten Fachtag der LAG Medienarbeit Lars Ligner eingeladen hatten, der eine Einführung in Openstreetmaps gab, mir daraufhin vom Verband für sozial-kulturelle Arbeit netterweise zwei GPS-Geräte leihweise zur Verfügung gestellt wurden und außerdem ein Wochenendausflug ins Oderbruch bevorstand, war das für mich die beste Gelegenheit, Openstreetmaps mal auf Potentiale für die Bildungsarbeit zu prüfen.

Ziemlich kompliziert war dann allerdings gleich zu Anfang die Bedienung des GPS-Geräts (Magellan). Von der Usability ziemlich unmöglich, aber das hat man ja bei “Stand-Alone-Elektronik” ziemlich oft. Immerhin konnte ich nach einer Stunde schon bei der Autofahrt (und nachdem das GPS erstmal 10 Minuten brauchte, Satelliten zu finden und seine Position zu bestimmen) erste Pfade (Tracks) aufzeichnen.

Nächste Hürde: den Pfad, bzw. die aufgezeichnete Datei nach Openstreetmap bringen. An sich funktioniert Openstreetmap wie Wikipedia. Jeder/Jede Angemeldete kann die Karte editieren, auch ohne GPS-Koordinaten oder aufgezeichneten Track. Sinn macht das zum Beispiel, wenn man täglich durch eine ortschaft fährt, die Openstreetmap aber als Wüste ausweist.  Der Onlineeditor bei Openstreetmap heißt Potlatch und sollte von Anfängern eigentlich nicht im Live-Modus bearbeitet werden (An dieser Stelle nochmal sorry dafür, dass ich da Berlin gelöscht habe;-)).

Etwas komfortabler sind Editoren wie zum Beispiel JOSM. Hier kann man sich vorhandene Ausschnitte der Openstreetmap laden, dann offline bearbeiten und das Ergebnis anschließend hochladen. Ein weiterer Vorteil: Eigenschaften von angelegten Wegpunkten oder Strecken finden sich hier in den Programmmenüs und müsssen nicht erst aus einer sehr langen Liste mit Schlüsseln und Werten rausgesucht werden.

Das hatte ich vorher überhaupt nicht bedacht. Es reicht nicht, nur Wegpunkte, Strecken und Regionen anzulegen, sondern natürlich sollte unterschieden werden zwischen Autobahnen, Landstraßen, Feldwegen usw. und wenn man es genauer will auch noch zwischen Asphaltbelag, Kopfsteinpflaster, Schotter, Sand usw.. Das Ganze dann ebenso für Wasserwege, Eisenbahnen etc.. Ordnungsliebende Menschen sollten auf jeden Fall einen Blick in die Liste werfen und sich an dem Versuch der Standardisierung unserer Umwelt erfreuen.

Was mir auch neu war: Auch Gebäude und Gebäudenutzungen können eingetragen werden: öffentliche Einrichtungen, Geschäfte, Sehenswürdigkeiten usw.. Prinzipiell gibt es keine Beschränkungen. Und das macht die Karte nachher auch viel praktikabler.

Noch kurz zum weiteren technischen Ablauf: Der vom GPS-Gerät aufgezeichnetet Pfad (Track) müsste bei Openstreetmap hochgeladen oder mit JOSM geöffnet werden. Ein Problem dabei ist, dass die beiden Dienste nur Daten im GPX-Format verstehen, aber jedes GPS-Gerät andere Formate produziert. Hier hat mir dann nach längerer Recherche GPSBabel gute Dienste bei der Konvertierung geleistet.

Der aufgezeichnete Pfad überlagert dann die Openstreetmap-Karte und kann im Editor quasi nachgezeichnet werden. Sehr praktisch: An bestehende Straßen und Wege kann einfach mit Mausklick angedockt werden. Anschließend kommt noch das oben beschriebene Festlegen der Eigenschaften wie Name des Weges, Größe, Bedeutung, Oberflächenbeschaffenheit …hmm, ist das nun eine Kreisstraße oder lediglich eine Verbindungsstraße…hmm… hatte der Weg harten oder weichen Untergrund..(Empfohlen wird, sich schon beim Aufzeichnen des Tracks Notizen zu machen)..im Grunde also der Hauptteil der Arbeit!

Bleibt noch der Hinweis: Die hochgeladenen Änderungen sind nicht sofort in Openstreetmap sichtbar. Bei mir hat es in einem Fall bis zu einem halben Tag gedauert, dann aber wieder auch nur wenige Minuten, bevor ich mich befriedigt zurücklehnen konnte mit dem Wissen, dass die Existenz Gottesgabes (ja, das gibt es im Oderbruch) in Openstreetmap nun mir zu verdanken ist.

Tabu ist natürlich, aus anderen Karten oder Luftbildern abzupausen oder zu kopieren. Das wäre in den meisten Fällen eine herbe Urheberrechtsverletzung.

Für die Bildungsarbeit sind natürlich einige Szenarien denkbar, an der Technik jedenfalls sollten Projekte mit Openstreetmap in der Schule oder Jugendbildung nicht scheitern. Vergleichbar mit Geocaching hat man hier die Chance, Medienarbeit mit Exkursionen in die Natur zu verbinden. Der Blick auf die Umwelt wird extrem geschärft, wenn man im Hinterkopf hat, später am PC alle aufgenommenen Strecken und Punkte auch klassifizieren zu müssen.

Sehr erstaunlich war für mich deshalb, dass eine Internetrecherche kaum Bildungsprojekte oder Lernmethoden (zum Beispiel für den Erdkundeunterricht) mit Einbeziehung von Openstreetmaps zutage gefördert hat. Immerhin im Openstreetmapwiki gibt es dazu Anregungen und drei Beispiele: Openstreetmap macht Schule.

Ich würde mich sehr über weitere Beispiele in den Kommentaren freuen. Ansonsten gilt: Noch gibt es genug weiße Flecken auf den Karten von Openstreetmaps. Viel Spaß!



View Larger Map


Digital Natives im Portrait

Am 4.2. lief auf 3SAT ein 45-minütiges Portrait der Generation “Internet-Handy-Videospiel” unter dem Titel “Digital Natives” (Lässt sich weiterhin in der Mediathek anschauen!). Auch wenn die Existenz dieser Gruppe ja heftig umstritten ist, gibt der Film einen interessanten Einblick in die Nutzungsgewohnheiten einiger ausgewählter junger Menschen.

Im Gegensatz zum 3SAT Beitrag, der sich wahrscheinlich aus Gründen der “Fernsehtauglichkeit” auf die engagierten und ziemlich selbstreflektierten Kinder und Jugendlichen beschränkt, finden sich auf Edutopia.org im Digital Generation Project Portraits junger Menschen, die mir etwas repräsentativer für ihre Generation erscheinen, wenn auch hier aus dem englischen Sprachraum. Sehr erfrischend anzusehen.


Das Ende der Meinungsforschungsinstitute

Warum noch Meinungsbefragungen machen, wenn die sozialen Netzwerke sowieso schon alles über uns wissen und dank kluger Algorithmen auch auswerten können?

Immer wieder bin ich in den letzten Monaten auf Meldungen gestoßen, die nicht nur die Jobs tausender Meinungsforscher bedrohen, sondern wahrscheinlich auch denen schlaflose Nächte bereiten, die glauben, dass nicht mehr der Mensch auf der nächsten Evaluationstufe stehen wird, sondern eine weltweit vernetzte Maschine.

Google Flu dürfte wohl bekannt sein: http://www.google.org/flutrends/de/#DE. Aufgrund der Google-Suchanfragen nach dem Wort “Grippe” macht Google Grippeepedemien und die am stärksten betroffenen Orte sichtbar. Danach ist übrigens die sonst übliche Februargrippewelle in Deutschland in diesem Jahr ausgeblieben.

Vielleicht ein bisschen sehr platt: Facebook Peace: http://peace.facebook.com. Facebook zeigt auf einer Zeitachse Verbindungen an, die jeden Tag zwischen Freunden aus verschiedenen Ländern, mit verschiedenen Religionen und verschiedenen politischen Ansichten, entstehen. Danach scheinen sich die Konflikte zwischen Indien und Pakistan zur Zeit etwas zu beruhigen.

Den USA Gross National Happiness Index unter http://apps.facebook.com/usa_gnh/, der alle positiven Begriffe zählt, die Facebooknutzer in ihren Statusupdate eingeben, gibt es leider noch nicht für Deutschland. Der zeigt allerdings nichts außergewöhnliches. An Feiertagen sind die Menschen glücklicher.

Bermerkenswerter ist da schon die am Valentinstag von Facebook veröffentlichte Analyse über den Zusammenhang zwischen Beziehungsstatus und Glück:

http://www.facebook.com/notes/facebook-data-team/relationships-and-happiness/304457453858. Nicht überraschend: Menschen in Beziehungen sind glücklicher; am glücklichsten, wenn sie verheiratet sind, was aber wohl eher damit zu tun hat, dass verheiratete Menschen durchschnittlich älter sind und die Zufriedenheit im Alter zunimmt. Interessanter ist die Feststellung, dass Menschen in “offenen Beziehungen” eher unglücklich sind und zwar sogar unglücklicher als Verwitwete. Und festgestellt wird dann noch, dass Menschen, die bei Facebook ihren Beziehungsstatus nicht angeben um 50% mehr negativ eingestellt sind als alle anderen, also ein echter Grund, sich Sorgen zu machen, wenn jemand seinen Beziehungsstatus nicht veröffentlicht;-))

Wie lange wird es wohl dauern bis auf der Grundlage von Netzwerkdaten politische Entscheidungen getroffen werden und die Finanzierung der Schwangerenberatung von den Beziehungsstatus Updates bei Facebook abhängig gemacht wird?


Neuer medienpädagogischer Wettbewerb konzept m+b

Ideenreiche MedienpädagogInnen in Rheinland-Pfalz sind aufgefordert, zukunftsweisende Ansätze zur Medienbildung beim Wettbewerb „konzept m+b – Förderpreis für innovative Medienbildung “ einzureichen.

Ich bin ja ein Freund der Koppelung einer Vergabe von Projektgeldern an Fortbildungen oder auch Foren zum Austausch der Projektträger.  Das liefert ein gute Argumentation gegenüber seinem Arbeitgeber sich in Zeiten der Personalknappheit mal außerhalb der Einrichtung mit anderen auseinandersetzen und weiterbilden zu können. Und so ist auch der Förderpreis gekoppelt an fünf Projekttage, die  der Wettbewerbsanbieter medien+bildung.com als Unterstützung zur Umsetzung der prämierten Projektideen durchführt.

Bewerbungen für den Förderpreis können bis zum 31. August 2010 eingereicht werden, weitere Informationen sind im Anhang sowie auf der Website www.konzept-mb.de zu finden.

Für mich ist das eine gute Gelegenheit auf meine Sammlung medienpädagogischver Wettbewerbe in diesem Blog hier hinzuweisen: http://www.cyberwizard.de/?page_id=25. Ich freue mich über Ergänzungen per Email oder als Kommentar hier im Blog


Wie bitte? Facebook kopiert sich mein Adressbuch?

Ich bin nun wirklich nicht der unkritischste Nutzer sozialer Netzwerke und achte im Allgemeinen darauf, welche Informationen die Anbieter von mir erhalten und einbehalten. An einer Stelle war ich aber anscheinend doch noch zu blauäugig.

Ist ja anscheinend auch ein toller Service, wenn bei der Registrierung angeboten wird, gleich mal das eigene Adressbuch auf dem PC oder den GMX- oder Gmailaccount zu durchsuchen, um bereits bei Facebook angemeldete NutzerInnen schnell zu finden. Auch Instantmessengerkontakte lassen sich abgleichen.

Nun bin ich nach langer Recherche zu einem Artikel mehr darauf gestoßen, dass Facebook diese Daten dauerhaft speichert. So weiß Facebook damit auch über Nicht-Mitglieder wie diese miteinander vernetzt sind und präsentiert dann sofort nach der Registrierung Vorschläge, wer noch ein potentieller Kontakt sein könnte. Damit dürfte die Zahl der bei Facebook in den Datenbanken gespeicherten Profile die Zahl der wirklich angemeldeten um ein vielfaches übersteigen.

Mehr dazu bei Heise: Was Facebook u?ber Nicht-Mitglieder weiß (3.2.2010)

Man kann diese Informationen übrigens auch löschen. Hier der direkte Link: http://www.facebook.com/contact_importer/remove_uploads.php. (Ob es dahin einen Link vom Profil oder von den Datenschutzeinstellungen aus gibt, habe ich nicht rausfinden können.)

freundefinder_facebook

Also liebe KollegInnen, Bekannte und Freunde: Von mir hat Facebook eure Adresse nun nicht mehr!

UPDATE 1.6.2010: Wie Spiegel Online gerade gestern im Artikel “Wie Facebook private Telefonbücher abgreift” beschreibt, werden mit der oben beschriebenen Funktion  zum Löschen importierter Adressbücher, Telefonnummern NICHT gelöscht.  Nachprüfen kann das jeder/jede im Facebook Konto-Menü unter “Freunde bearbeiten”/”Telefonbuch”. Eine Funktion, um die Telefonnummern selber zu löschen ist nicht vorhanden! Böse, böse, Facebook!

Update 28.6.2010: Inzwischen hat Facebook auf der Telefonbuchseite eine Funktion implementiert, um die Nummern zu löschen.


Zu große Whiteboards für kleine Menschen

Seit ich nun endlich mal selber an einer praktischen Einführung zur Nutzung von interaktiven Whiteboards im Unterricht teilgenommen habe, weiß ich auch, was mich beim Ansehen von Filmen, die den Umgang von Kindern mit Whiteboards in Schulen zeigen, unbewusst immer irritiert hat: Die Kinder müssen sich recken und strecken und hin und her wandern, um an die Buttons und Scrollleisten der Oberfläche zu kommen. Oder es werden Stühle vor dem Whiteboard aufgebaut, damit die Kinder die obere Menüleiste erreichen.

Siehe z.B. hier: http://www.youtube.com/watch?v=YEJETecSXZw

Das war jetzt bei mir nicht ganz so schlimm, aufgefallen ist mir jedoch auch, wie schwer man sich vor allem auf Internetseiten zurechtfindet, wenn man in kleinem Abstand vor der Projektion steht und diese fast das gesamte Gesichtsfeld einnimmt. (Und man währenddessen auch noch versuchen muss, keinen Schatten zu werfen, damit auch für andere sichtbar bleibt, was man am Whiteboard tut.

Diese gewisse Unbehaglichkeit hat mich dazu motiviert, darüber nachzudenken und zu recherchieren, was denn nun der Mehrwert eines solchen Whiteboards im Unterricht überhaupt sein kann. Wobei erstaunlicherweise eine Internetrecherche nicht viel Brauchbares zu Tage förderte. Symptomatisch sind eher solche Zitate, wie dieses bei Lehrer Online: “Der Run auf die interaktiven Whiteboards hat begonnen. Zahlreiche Klassenzimmer werden derzeit mit digitalen Tafeln ausgestattet, und Lehrkräfte erhalten Einführungen in die individuelle Boardsoftware. Doch die methodisch-didaktische Ausbildung am neuen Medium bleibt bislang gänzlich auf der Strecke.” (http://lehrer-online.de/interaktive-whiteboards.php)

Leider wird sehr oft als Begründung für den Einsatz von interaktiven Whiteboards der Vergleich mit Kreidetafeln herangezogen, was mir nicht sehr logisch erscheint. Zitat aus „Interactive Whiteboards in Berliner Schulen, Ergänzung des „eEducation Berlin Masterplan”: “In jeder Form des Unterrichts stellt die herkömmliche Kreidetafel das zentrale grafische Kommunikationsmedium in einem Unterrichtsszenarium dar. Mit einem „Interactive Whiteboard“ ist es nun jedoch möglich, das zentrale Unterrichtsmedium „Kreidetafel“ für interaktive Lernszenarien zu nutzen. Ein „Interactive Whiteboard“ ermöglicht die Präsentation vorbereiteter oder sich im Unterricht entwickelnder medialer Lerninhalte, die elektronisch aufbewahrt, wieder verwendet und sogar den Schülerinnen und Schülern elektronisch zur Verfügung gestellt werden können. Schülerinnen und Schüler sowie das pädagogische Personal erhöhen damit nicht nur die eigene Medienkompetenz, ein „Interactive Whiteboard“ gibt auch die Möglichkeit, kollaboratives Lernen medial unterstützt erlebbar zu machen und dadurch den Lernerfolg zu erhöhen.” (http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-bildung/schulorganisation/eeducation/ergaenzung_eeducation_masterplan_2009.pdf)

Das eigentliche Problem zeigt sich vielleicht hier schon im ersten Satz: “In JEDER Form des Unterrichts …”. Denn das scheint gewollt zu sein: das Whiteboard zementiert den Frontalunterricht, methodisch hat man hier nichts gewonnen. Und alle Vorteile, die für Whiteboards angegeben werden, gelten so auch für den PC Einsatz mit angeschlossenem Beamer:

  • Integration verschiedener Medien
  • Mehr Möglichkeiten der Visualisierung (dynamische Tafelbilder)
  • Möglichkeit, Tafelbilder abzuspeichern und weiterzugeben
  • Interaktivität

An dieser Stelle müsste man einen faireren Vergleich machen: zwischen einem interaktivem Whiteboard und dem Einsatz von PC und Beamer im Klassenraum. Alternativ könnten z.B. in einer Laptopklasse die SchülerInnen von ihren Plätzen aus die Projektion beeinflussen und sich dort interaktiv beteiligen. Selbst mit nur einem Laptop in der Klasse könnte dieser ja herumgereicht oder zumindest zentral platziert werden. Bleibt für mich die Frage, ob die Intention, dass der/die SchülerIn aufstehen, sich durch den Klassenraum bewegen und sich dann herausgehoben vor der Klasse präsentieren muss, schon an sich so pädagogisch wertvoll ist und ob das den erheblich höheren finanziellen Einsatz und vor allem auch die mit den interaktiven Whiteboards nötig gewordenen zusätzlichen Schulungen rechtfertigt.

Einen Vorteil, der vielleicht nur ungern benannt wird, sehe ich aber: Whiteboards können eine Art trojanische Pferde sein, mit denen die Integration neuer Medien im Unterricht auch an KollegInnen herangebracht wird, die bisher die Finger von Computern gelassen habe. Hier wird allerdings oft angemerkt, dass Whiteboards einen niedrigschwelligen Zugang mit sich bringen. Das kann ich jetzt aus der Erfahrung nicht bestätigen. Derzeit bringt jedes Whiteboard eine zusätzliche Software mit, die auf das bestehende Betriebssystem und Programme aufsetzt und damit eine weitere Softwareschulung nötig macht. Gefragt sind hier vielleicht kreative Programmierer, die Live-CDs für interaktive Whiteboards entwickeln, die nur Programme für den Einsatz des Whiteboards mitbringen und die Systemoberfläche auf das nötigste reduzieren.

Der Gerechtigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass der zusätzliche Layer, den man z.B. mit der Smartboard Software „Notebook“ über den normalen Desktop legen kann, eine wirklich gute Idee für Softwareschulungen ist. Viel besser kann damit durch Malen großer Pfeile etc. auf Menüpunkte und Funktionen hingedeutet werden. SchulungsteilnehmerInnen haben ja oft Schwierigkeiten dem kleinen Mauszeiger auf der Projektion zu folgen. Nur dazu reicht eigentlich auch schon die Software auf dem Dozentenrechner, ein Board wird dazu eigentlich nicht benötigt. (Achtung: Die Lizenz der Software schreibt vor, dass sie nur zusammen mit dem Smartboard eingesetzt werden darf.)

Smart-Notebook

Notebook-Software des Smartboard

Ich war auch fest davon überzeugt, dass Whiteboards multitouchfähig sind. Da hätte mir der Mehrwert sofort eingeleuchtet. Mehrere Personen können gemeinsam davor agieren, Kinder zusammen an Bildern malen und was man erst für tolle Spiele hätte entwickeln können. Zum anderen würden damit auch einige beschwerliche Wege der Arme vermieden. Apple hat es mit den Multitouchpads der Mac Books vorgemacht. Der Finger muss nicht erst weit zum Scrollbalken des Fensters ausholen, mit zwei Fingern gleichzeitig lässt sich direkt im Fenster scrollen. Und da wäre gerade für Whiteboards einiges denkbar: mit mehreren Fingern greifen, mit der Handfläche wischen, etc.. Und auch der Rechte-Maustaste-Klick, den man jetzt erst umständlich durch vorheriges Drücken eines Knopfes unterhalb des Smartboards aktivieren muss, liesse sich ganz einfach durch gleichzeitiges Ruhen des Daumens auf dem Board durchführen.

Meine Prognose für interaktive Smartboards ist keine gute: Ähnlich wie den Sprachlaboren der 70iger Jahre, bei denen auch die Hoffnung bestand, neue Technologie führt automatisch zu neuem Lernen, wird wohl interaktiven Whiteboards nur eine sehr kurze Lebensdauer beschienen sein. Natürlich wird die Visualisierung von Lerninhalten oder Ergebnissen für eine Gruppe durch eine Projektion (an der Wand oder auch holografisch im Raum) immer eine große Rolle in Bildungssettings spielen. Die Bedienung aber wird in einigen Jahren wohl eher über Touchscreens vom eigenen Rechner oder auch durch Gestensteuerung erfolgen können. Dafür gibt es ja mit den aufkommenden Tablet PCs und dem Natal-Projekt als Steuerung für die Xbox von Microsoft schon reale Vorbilder. Nach Vorne zur „Tafel“ gehen muss dann niemand mehr. Bleibt nur noch die Hoffnung, dass es ein “Vorne” dann auch nicht mehr geben wird.

Ein paar Links noch zum Thema:

Ich freue mich über Ihre/eure Meinung zum Thema und gerne noch weitere Hinweise auf Informationen zum Thema im Netz.


Lego Universe kommt in der zweiten Jahreshälfte

Und schon wieder Lego. Aber die erste virtuelle Welt für Kinder, die in den Gestaltungsmöglichkeiten weit über das bloße Ankleiden des Avatars hinausgeht, lässt einiges erwarten.

Zur Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas hat Lego nun weitere Details bekanntgegeben und einen Trailer vorgestellt. Jeder Bewohner/jede Bewohnerin des Lego Universe erhält einen eigenen Planeten, um sich an einem Kampf gegen eine böse Kraft zu beteiligen, die die Quelle der Kreativität im Universum verderben will. Der eigene Planet kann mit virtuellen legosteinen bebaut werden. (Die Objekte können dann bei Lego bestellt werden und kommen dann als echte Bausteine ins Haus). Aber auch eigene Adventures können angelegt und mit Freunden gespielt werden. Natürlich alles absolut kindersicher und unter Kontrolle der Eltern.

Der neue Trailer fokussiert überraschenderweise stark auf die Spiel- und Actionebene und weniger auf den Gestaltungsmöglichkeiten. Mich wundert, wie damit auch Mädchen angesprochen werden sollen. Und ob wirklich wie in einigen Szenen zu sehen hunderte von Avataren gleichzeitig das Geschehen bestimmen können, wird sich in der Praxis noch beweisen müssen.


Kreativ werden mit LEGO Indiana Jones 2

Vielleicht einen kleinen Vorgeschmack auf Lego Universe bringt das Spiel LEGO Indiana Jones 2. Das hat nämlich einen Leveleditor und so wie es im Video aussieht, lassen sich damit sehr einfach kleine Landschaften gestalten und mit interaktiven Objekten incl. Gegnern beleben. Ich erinnere mich noch an sehr komplizierte Editoren zu Quake oder Doom. Mittlerweile gibt es jetzt also die Möglichkeit hier auch schon mit Kindern kreativ tätig werden zu können. Sicher auch eine gute Kulisse für Machinimas.

Das eingebettete Video funktioniert bei mir übrigens nicht. Wem es auch so geht; die Webadresse ist: http://www.gametrailers.com/remote_wrap.php?mid=57539

…ups, Kinder war jetzt etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt. Freigegeben ist das Spiel von der USK erst ab 12 Jahren. Klar, ich sag nur: Kreissäge! Nicht nett ist auch, dass man die anderen Legofiguren mit dem Auto umfahren kann. Böse, böse.

Danke an educational-gaming.de für den Hinweis.


« Previous Entries / Home