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Posts tagged ‘Medienpädagogik’

mBots – Roboter mit Scratch programmieren

Seit zwei Jahren setzen wir bei unserem Schulaktionstag „Reise durch die Mediengalaxie“  verschiedene kleine Roboter ein, die auf dem Tablet mit Blockly, einer blockbasierten Programmiersprache, programmiert werden können. Über unsere Erfahrungen mit verschiedenen Apps und Robotern habe ich im Artikel „Mit Robotern programmieren lernen“ berichtet.

Für unseren Projekttag „Flucht nach Utopia“ im Rahmen des Codeweek Award wurde es nun erforderlich, Roboter zu finden, die mehr Möglichkeiten der Programmierung bieten. Zentraler Bestandteil des Projekts ist ein Alternate Reality Game, bei dem Schüler_innen mittels Umprogrammierung von Robotern einen Code finden müssen, der sie zum Ziel führt. Da der Projekttag mit 5. und 6. Klassen durchgeführt wird, kam eine komplexe Sprache wie Arduino, auf der sehr viel Hardware im Roboterbereich beruht, nicht in Frage. Vielmehr wollten wir hier die ebenfalls blockbasierte Programmiersprache Scratch einsetzen, bei der der Einsteig sehr niedrigschwellig ist, die aber auch Fortgeschrittenen komplexe Möglichkeiten bietet.

Wir entschieden uns für den mBot von Makeblock, der beide dieser Bedingungen erfüllt: er ist modular aufgebaut und kann um zahlreiche Motoren, LED-Anzeigen und Sensoren erweitert werden. Programmiert wird er am Desktoprechner mit mBlock, einer Software, die auf Scratch basiert, zusätzlich aber noch die Blöcke enthält, mit denen der mBot gesteuert wird. Die Verbindung mit dem PC läuft entweder über Bluetooth oder über Wifi. Die Wifi-Verbindung wird dabei über ein mit dem Modul mitgelieferten USB-Dongle aufgebaut, so dass kein vorhandes WLAN genutzt werden muss. Die Verbindung per Wifi hat sich als sehr viel stabiler erwiesen als per Bluetooth. Wer allerdings den mBot auch mit einer Tablet-App steuern will, ist zwingend auf das Bluetoothmodul angewiesen.

Der mBot kostet ca. 80 Euro und wird als Bausatz geliefert, der in weniger als einer Stunde zusammengebaut ist. Gelötet werden muss dabei nicht. Er verfügt über zwei Motoren, die die Räder antreiben, einen Ultraschall-Annäherungssensor, einen Linefollower-Sensor, einen Lichtsensor, einen Infrarotsender und -empfänger und verschiedene LEDs. Schon damit lassen sich relativ komplexe Steuerungen programmieren. Für den mBot lassen sich dann eine Reihe Zusatzmodule erwerben. Unsere mBots haben wir zusätzlich noch mit Servomotoren, die z.B. einen Roboterarm bewegen können, einer LED Matrix, auf der einfache Zeichnungen, Symbole und Laufschrift eingeblendet werden können und zusätzlichen Ultraschallsensoren, die dem MBot die Orientierung im Raum erleichtern, ausgerüstet. Die Module und Motoren kosten zwischen 5 und 20 Euro. Nachteilig ist, dass für zusätzliche Module lediglich vier Ports am mBots bereitstehen, damit ist die Funktionalität etwas eingeschränkt. Im Nachfolgemodell mBot Ranger, der allerdings auch 140 Euro kostet, können bis zu zehn Ports frei belegt werden.

Die auf Scratch basierende Software mBlock wird von Makeblock kostenlos zum Download für Windows und Mac OS angeboten. Die Programmierung mit mBlock ist schnell erlernbar. Per Drag und Drop werden Blöcke mit verschiedenen Programmbefehlen aneinandergereiht. In einem ersten Schritt könnten damit beispielsweise Tasten mit verschiedenen Roboterfunktionen belegt werden: Vorwärtsfahren, Links-Rechtsdrehen, Rückwärtsfahren, Servomotoren/Roboterarme bewegen und LEDs an- und ausschalten. Sehr schnell lässt sich so eine eigene Fernbedienung für den mBot programmieren.

mBlock mit den Blöcken, die für die Programmierung des mBot zur Verfügung stehen

Komplexere Programme entstehen, wenn die Sensoren des mBot mit einbezogen werden. Beim Über- oder Unterschreiten eines Sensorwerts werden dann automatisch verschiedene Programmabläufe gestartet. Beispielsweise wird der Annäherungssensor so programmiert, dass er verhindert, dass der mBot gegen Hindernisse fährt. Sobald der Abstandswert eine bestimmte Größe unterschreitet, stoppt der Roboter, dreht sich vom Hindernis weg und fährt erst dann weiter. So kann er sich autonom durch ein Labyrinth bewegen. Die Linefollower-Sensoren reagieren auf die Helligkeit des Untergrunds, damit kann der mBot entweder vorgegebene Linien abfahren oder z.b. bei Überschreiten einer Markierung umdrehen und zurückfahren. Mittels Lichtsensor kann ein Lasertag-Game programmiert werden: trifft den mBot ein Lichtstrahl, den ein anderer mBot aussendet, wird dies als Treffer registriert und auf der LED-Matrix angezeigt. Über den integrierten Infrarot-Empfänger und den Sender lassen sich auch Signale zwischen den mBots senden, die dann vorher programmierte Befehle auslösen. Zahlreiche weitere Sensoren wie ein Kompass, ein Soundsensor, ein Gyroskop und sogar ein Flammensensor vervielfachen die Kombinationsmöglichkeiten.

Beispielcode: Nähert sich der mBot einem Hindernis auf 10 cm Entfernung wird der Roboterarm über den Servomotor bewegt.

Das mBlock-Board basiert auf Arduino. Das gestattet es, den mBot auch mit Arduino zu programmieren, im mBlock-Programm kann wahlweise zwischen Scratch und Arduinocode umgeschaltet werden.

Die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten und vor allem die Eignung für unterschiedliche Zielgruppen machen den mBot ideal für medienpädagogische Projekte. Von der Nutzung einer Remote-App über die blockbasierte Programmierung am Tablet mit mBlockly, bzw. der Programmierung mit Scratch am PC bis hin zum Coden in Arduino finden sich Einsatzmöglichkeiten wie auch für Teilnehmer_innen mit vorhanden Programmierkenntnissen. Zudem lässt sich der mBot durch zahlreiche Module erweitern und ist im Vergleich mit anderen Robotern wie den oft eingesetzten Lego Mindstorms auch noch sehr günstig. Die Motivation, sich mit komplexen und teilweise sehr abstrakten Programmbefehlen auseinanderzusetzen, ist ungleich größer, wenn nicht nur für den „Bildschirm“ programmiert wird, sondern die Auswirkungen direkt in der physischen Welt sichtbar werden.

Augmented Reality in der Medienarbeit

(Der Artikel wurde erstmals veröffentlicht am  14.11.2011 im Medienpädagogik-Praxis-Blog)

Wer möchte nicht schon mal gerne seine Realität erweitern? Augmented Reality (AR) verspricht genau das, wenn auch nicht ganz so spektakulär, wie dieses neue Buzzword vielleicht glauben macht. AR-Apps auf Smartphones nutzen Kompass, GPS- und Videofunktionen, um zusätzliche Informationen über bestimmte Orte, die sogenannten POIs (Points-of-Interest), in ein Livekamerabild einzublenden: in welcher Richtung ist die nächste Bushaltestelle, wo ein Geldautomat, in welchen Häusern sind Wohnungen zu vermieten etc. . Zumeist sind das Einblendungen von Icons oder Markern, die anklickbar sind und ein Fenster mit Informationstext und Fotos öffnen. Mittlerweile können das auch 3D-Objekte sein, die dann am Orginalort eine virtuelle Berliner Mauer wieder auferstehen lassen.

Für den Einsatz in der medienpädagogischen Arbeit bieten sich vielfältige Möglichkeiten. Immer wenn es um Inhalte geht, die mit festen Orten verknüpft sind, lassen sich diese alternativ zu einer Kartendarstellung als AR-Anwendung umsetzen: von geschichtlichen Ereignissen über architektonische oder ökologische Besonderheiten bis hin zu aktuellen Orten der Jugendkultur. Insbesondere die optionale Verwendung von 3D-Objekten fördert den kreativen Medienumgang: so kann ich mit eigenen virtuellen Skulpturen das Straßenbild bereichern oder gleich eine komplette computergenerierte Stadt zum Durchwandern erschaffen. Am attraktivsten ist sicher die Entwicklung von Handyrallyes mit Wettbewerbscharakter, der sich ja oft als sehr motivierend erweist. Wie sich ortsbezogene Informationen mit Aufgaben verknüpfen lassen und daraus ein Spiel entsteht, schildere ich im folgenden Text.

Augmented Reality Apps

Die drei bekanntesten AR-Apps sind Layar (www.layar.com), Wikitude (www.wikitude.com) und Junaio (www.junaio.com), die sowohl auf iPhones als auch auf Android-Handys laufen. Bei jedem der Programme entscheide ich selber, welche Art von Informationen ich über meine Umgebung erhalten will. Über den Startscreen der App kann ich aus einer Vielzahl vorhandener Ebenen die mich interessierende auswählen. Die Informationsebenen (in der Layar-App heißen diese Ebenen, bei Wikitude Worlds und bei Junaio Channel) sind kein fester Bestandteil der Programme, sondern können von ganz unterschiedlichen Servern geladen werden. Deshalb spricht man bei den Apps auch von AR-Browsern.

Alle Anbieter erlauben, eigene Ebenen zu erzeugen und zu laden. Die Ebeneninhalte können auf dem eigenen Server abgelegt werden, der allerdings über bestimmte Librarys verfügen muss. Die Ebenen müssen mit einer bestimmten Syntax programmiert werden. Einfacher ist es, einen Hostingservice zu nutzen, bei dem die eigenen AR-Ebenen gespeichert werden und die über einfach zu bedienende Webformulare das Anlegen der POIs ermöglichen. In jedem Fall muss die Ebene immer beim jeweiligen AR-Webdienst angemeldet werden.

Der Workshop

Die Möglichkeit, in einem Bildungsworkshop mit Jugendlichen eine eigene AR-Ebene zu programmieren, habe ich mit meinem Verein Metaversa e.V. (www.metaversa.de) im September 2011 erstmalig ausprobiert. Unter dem Titel „Surfing the streets“ (surfingthestreets.wordpress.com) luden wir Jugendliche in den Herbstferien ein, gemeinsam ortsbezogene Dienste auf Handys auszuprobieren. Inhaltlich ging es um das Leben im Berlin der zwanziger Jahre wie es im experimentellen Dokumentarfilm „Sinfonie einer Großstadt“ von 1927 dargestellt wird. Die Jugendlichen recherchierten zur damaligen Lebenssituation der Menschen und versuchten bei einem Stadtrundgang die im Film vorkommenden Orte wieder zu finden.

Insgesamt entstanden acht kleine Ortsportraits, zum Teil noch ergänzt um kurze Videointerviews mit Passanten, deren geschichtliche Kenntnisse überprüft wurden. Zur Umsetzung als AR-Ebene entschieden wir uns für Layar als App und den Hostingservice Hoppala (www.hoppala.eu), der nach unserer Recherche die meisten Funktionalitäten anbietet. Um die Nutzung unseres Layers auch im Anschluss an den Workshop für andere interessant zu machen, wurde daraus eine Handyrallye gestaltet, indem Quizfragen in die Beschreibung der POIs integriert wurden, verbunden mit der Chance auf einen Gewinn, wenn alle Orte aufgesucht und die Fragen korrekt beantwortet werden.

Eigene AR-Ebene anlegen

Erforderlich ist eine Registrierung als Developer sowohl bei Layar, als auch bei Hoppala. Hoppala gestatte das kostenlose Anlegen unbegrenzter Ebenen mit bis zu insgesamt hundert POIs (die hier Augments genannt werden), die dann aber ein Hoppala-Branding tragen. Möchte man dies nicht, oder benötigt mehr Punkte, kostet der Dienst 50 Euro/Jahr. Ein großer Vorteil von Hoppala ist, dass die hier eingegebenen Augments auch gleichzeitig für Ebenen bei Wikitude und Junaio genutzt werden können. Layar ist für Developer kostenlos wenn weniger als 10.000 Abrufe von POIs pro Monat stattfinden.

Der erste Schritt zu einer eigenen AR-Ebene beginnt bei Layar. Nach dem Einloggen als Developer lege ich einen eigene Ebene (Layer) an und gebe dieser einen Namen. Als nächstes werden bei Hoppala die POIs bestimmt. Dazu wird auch dort eine neue Ebene angelegt, die den selben Namen bekommen muss. Auf einer Google Map können per Mausklick die Marker an den gewünschten Orten platziert und mit Informationen versehen werden.

Außer einem Titel können einem POI ein Foto und drei sehr kurze Textzeilen zugewiesen werden und verschiedene Aktionen (Actions), die Interaktionen ermöglichen, sobald der Punkt ausgewählt ist. Das kann zum Beispiel ein Link zu einer Webseite sein, ein Videoaufruf oder das Starten eines Telefonanrufs.

Sind alle POIs bei Hoppala angelegt, werden die Grundeinstellungen der Ebene bei Layar vorgenommen. Das wichtigste dabei ist das Eintragen der sogenannten API Endpoint URL, die Layar sagt, auf welchem Server die POIs gespeichert sind. Diese URL stellt Hoppala bereit (Overlay URL). Bei Layar werden außerdem festgelegt: ein Infotext zur Ebene mit Startbild, ein Icon und die farbliche Gestaltung der Infoboxen und des Textes. Wichtig ist vor allem auch, einen Ortsbereich festzulegen, an dem sich die POIs befinden. Die Ebene wird mir dann als Layar-Nutzer unter der Kategorie „Lokal“ angezeigt, sobald ich mich in der Nähe befinde.

Der letzte Schritt ist das Einreichen der Ebene zur Freischaltung bei Layar. Es empfiehlt sich, die Ebene vorher ausgiebig zu testen. Das ist ganz leicht möglich, indem ich mich in der Layar-Smartphone App mit meinem Developeraccount einlogge. Auch auf noch nicht freigegebene Ebenenentwürfe kann ich dann direkt zugreifen. Das anschließende Prüfen durch Layar dauert in der Regel drei bis fünf Tage und wird per Mail bestätigt, zum Teil mit Hinweisen, wie die Ebene noch verbessert werden kann.

Gestaltung einer Handyrallye

Layar ist nicht unbedingt dafür ausgelegt, eine Spielsituation zu erzeugen, wie etwa den nächsten Ort einer Stadtrallye erst nach Lösung einer Aufgabe anzuzeigen. Es gibt aber zwei Eigenschaften, die der Ebene bzw. den POIs zugewiesen werden können, die dabei sehr hilfreich sind. Zum einen kann für die Ebene generell festgelegt werden, bis zu welcher Entfernung POIs noch sichtbar sind. Damit kann ein Ausgangspunkt festgelegt werden und alle anderen Orte werden erst sichtbar, wenn ich mich ihnen nähere. Die zweite Funktion betrifft die einzelnen Orte, hier kann ich entscheiden, wie nah ich dem Punkt sein muss, um eine Aktion auszulösen, also z.B. einen Link zu einer Webseite anzuzeigen oder eine Audio- oder Videodatei abzuspielen.

Für unsere Stadtrallye haben wir dies genutzt, in dem die einzelnen POIs so programmiert wurde, dass die Links zu den Quizfragen erst sichtbar werden, wenn ich mich näher als 400 Meter vom Ort entfernt befinde. Eine Reihenfolge der Stationen war uns egal, d.h. alle Orte werden gleichzeitig angezeigt, jedenfalls wenn man sich in der Innenstadt Berlins bewegt.

Fazit

Die Jugendlichen hatten sehr viel Spaß im Workshop, an erster Stelle natürlich dabei, in der Stadt mit Fotoapparat und Video unterwegs zu sein. Augmented Reality Apps hatten sie vorher noch nie genutzt und kannten diese nicht einmal, waren aber natürlich schnell dabei, die von uns zur Verfügung gestellten Smartphones auszutesten. Und warten jetzt natürlich gespannt auf die ersten Einsendungen des richtigen Lösungsworts zur „Sinfonie einer Großstadt“-Ebene bei Layar. Zumindest laut der Statistik, die Layar auch über jede Ebene führt, wird unsere Statdrallye bis zu 30 mal täglich aufgerufen.

Für Berliner und Brandenburger Bildungseinrichtungen bieten wir an, sich unsere fünf Smartphones auszuleihen und entweder damit das historische Berlin der zwanziger Jahre zu entdecken oder gerne auch mit unserer Unterstützung eigene Layar-Ebenen zu programmieren.

Projektwebseite: surfingthestreets.wordpress.com

Medienkompetenzförderung in den Wahlprogrammen der Parteien zur Berliner Abgeordnetenhauswahl

Kein Beitrag zur Post-Privacy-Diskussion im Berliner Wahlkampf

Zur Vorbereitung der Veranstaltung „Keine Bildung ohne Medien in Berlin“ der LAG Medienarbeit und der GMK Regionalgruppe am 24.8. habe ich mal aus den Wahlprogrammen der wichtigsten Berliner Parteien alles rausgefiltert, was mit Medienbildung zu tun hat. Und da das macnhmal nicht so viel war, gleich auch noch nach dem Stichwort „Internet“ gesucht.

Für die BerlinerInnen unter euch vielleicht ganz interessant. Ich gebe keine Garantie für die Vollständigkeit. Ergänzungen gerne in den Kommentaren.

Zwecks Übersichtlichkeit habe ich zwei Sachen rausgenommen, die (fast) alle Parteien wollen: 1. eine verbesserte Kommunikation der Verwaltung mit den BürgerInnen (eGovernment) und 2. ein kostenloses WLAN für Berlin (außer: FDP). Was allerdings nicht heißt, dass das nach den Wahlen selbstverständlich kommen wird, denn die Umsetzungsvorschläge unterscheiden sich doch deutlich.

Aus allem anderen könnt ihr selber eure Schlüsse ziehen:

Zitate aus den Berliner Wahlprogrammen 2011

Grüne

„Medienpädagogik wird im digitalen Zeitalter immer wichtiger. Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg sollte sich daher verstärkt bemühen, die Medienkompetenz junger Menschen zu fördern. Dazu gehört auch der Offene Kanal, ALEX.“

„Den Umgang mit neuen Medien wollen wir aktiv fördern, damit er in allen Bildungsbereichen selbstverständlich wird. Digitale Teilhabe bedeutet nicht nur, dass jede und jeder an der Digitalisierung teilhaben kann, sondern dass auch staatliche Institutionen von diesem Fortschritt profitieren können.“

„Bündnis 90/Die Grünen Berlin werden sich aktiv für eine umfassende Modernisierung des Datenschutzrechts, für eine transparente Verwaltung und Gesetzgebung, für das Recht von Hartz-IV-Empfängern auf die Wahl zwischen Fernseher und Computer mit Internetanschluss, für einen zeitgemäßen Jugendmedienschutz und für eine umfassende Reform des Urheberrechts einsetzen, die NutzerInnen und Kreative gleichermaßen schützt.„

„Wenn gesellschaftliche Teilhabe immer mehr über neue Medien gewährleistet wird, dann müssen wir auch die Medienkompetenz von Älteren stärken.“

Internet:

„Medien sind Teil unseres Alltages und unverzichtbar für das Funktionieren der Demokratie. Eine aktive und gute Medien- und Netzpolitik ist deshalb für den Zukunftsstandort Berlin von großer Bedeutung. Dazu gehören eine funktionierende Medienaufsicht, die demokratische Kontrolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und eine zeitgemäße Politik für die Chancen und Herausforderungen, die Internet und Digitalisierung mit sich bringen.“

„Die Initiative „dotberlin“, die sich für die Einführung einer eigenen Top-Level-Domain „Berlin“ einsetzt, benötigt die volle Unterstützung durch den Berliner Senat, um ihrer Rolle als Repräsentant Berlins in den Gremien der ICANN („Internetregierung“) besser nachkommen zu können und den Standort dort besser darzustellen.„

CDU

„Insbesondere dem Phänomen des Mobbing im Internet (häufig als „Cyber-Mobbing“ bezeichnet) muss schnellstmöglich ein Riegel vorgeschoben werden. Die CDU unterstützt die Aktion verschiedener Schüler, mit der diese eine Mobbingseite im Internet durch das massenweise Einstellen harmloser Texte praktisch unlesbar machen möchten.“

Internet:

„Wir setzen uns nachhaltig bei allen relevanten Stellen dafür ein, dass die Top-Level-Domain .berlin nicht in die Hände ausländischer Privatinvestoren fällt, sondern den Bürgern und der Wirtschaft Berlins zugute kommt.„

SPD

„Wir fördern die Auseinandersetzung mit dem Internet bereits in der Schule. Jedes Kind soll schon in der Schule lernen: „Meine Daten gehören mir.“ Die Rahmenlehrpläne müssen sicherstellen, dass Kindern Chancen und Gefahren im Netz hinreichend vermittelt werden. Um die Ausstattung der Schulen mit Computern zur bedarfsgerechten Medienbildung zu verbessern, bauen wir die Kooperation mit Privaten aus.„

„Medienkompetenz und kulturelle Bildung und die damit einhergehende Entwicklung sozialer und kreativer Kompetenzen sollen an den Schulen stärkeres Gewicht erhalten. Dabei erlernen Kinder und Jugendliche einen verantwortungsvollen Umgang miteinander und setzen sich kritisch mit unterschiedlichen medialen Angeboten auseinander.“

„Wir werden die Anzahl der Kooperationsvereinbarungen zwischen den Schulen und den Bibliotheken zur Leseförderung und zum Erwerb von Medienkompetenz erhöhen, indem wir die Rahmenbedingungen verbessern.“

Internet:

„Eine moderne Netz- und Medienpolitik ist für die digitale Zukunft Berlins eine unverzichtbare Voraussetzung. Unsere Politik richtet sich auf die Stärkung der Freiheitsrechte und den Schutz der persönlichen Daten im Internet. Wir wollen eine Teilhabe aller an den Neuen Medien und wenden uns gegen die drohende informationelle Spaltung der Gesellschaft.“

„Der Schutz des geistigen Eigentums von künstlerisch oder wissenschaftlich tätigen Urhebern steht in der digitalen Welt vor völlig neuen Herausforderungen. Die SPD sieht sich als Anwalt aller schöpferisch und kreativ Tätigen. Die SPD will deshalb ein modernes Urheberrecht, das einen gerechten Ausgleich zwischen den Interessen der Verwerter und Konsumenten schafft.“

„Die Netzneutralität muss gewährleistet sein: Wenn nötig, werden wir eine Bundesratsinitiative starten, um sie rechtlich abzusichern.“

„Ü?berdies lehnt die SPD Online-Durchsuchungen im Land Berlin ab.“

„Wenn Firmen über einen längeren Zeitraum persönliche Daten sammeln, sollen diese den Betroffenen im Rahmen eines Datenbriefs jährlich einmal mitgeteilt werden. Daten müssen nach einer Ablauffrist gelöscht werden.“

Die Linke

„Wissen über Nachhaltigkeit muss ebenso vermittelt werden wie Kompetenz im Umgang mit neuen Medien.“

„Um die digitale und soziale Spaltung der Stadt zu verhindern, wollen wir umfassende Bildungsangebote unabhängig von sozialem Milieu, Alter oder Herkunft fördern.“

Internet

„DIE LINKE strebt ein »gläsernes Rathaus« für Berlin und seine Bezirke an, in dem Verwaltungshandeln und die Kommunal- und Landespolitik transparent und nachvollziehbar werden. Live-Übertragungen von Abgeordnetenhaus- und Bezirksverordnetensitzungen im Internet sind dafür eine Möglichkeit, die wir anstreben.“

„DIE LINKE will die Bürgerbeteiligung auf allen Ebenen ausbauen und setzt dabei auch auf E-Petitionen auf Landes- und Bezirksebene sowie die Möglichkeit, Volks- und Bürgerbegehren online durchzuführen.“

Piraten

„Wir setzen uns für kostenfreie, durch das Land Berlin geförderte Schulungsmöglichkeiten für alle interessierten Berliner und Gäste ein, die die Möglichkeit bieten, die digitale Spaltung hinsichtlich der Bedienkompetenzen zu überwinden. Wir werden in Zusammenarbeit mit öffentlichen und gemeinnützigen Trägern sowie gemeinnützigen Vereinen flächendeckende Schulungsmöglichkeiten schaffen.“

„Den Einsatz von Filtersoftware und anderen Einschränkungen öffentlicher Inhalte lehnen wir daher ab. Vorgaben und Regelungen, die zur Einschränkung der Verfügbarkeit von andernfalls frei zugänglichen Inhalten führen, müssen ebenso abgelehnt und aufgehoben werden. Stattdessen müssen an öffentlichen Bildungseinrichtungen durch die Träger die Voraussetzungen und die Infrastruktur geschaffen und ausgebaut werden, die für einen freien und gleichberechtigten Zugang zu Inhalten und für die Erstellung neuer Inhalte im Rahmen des Bildungsauftrags notwendig sind. Filter sind kein vernünftiges Mittel des Jugendschutzes, weshalb das Grundgesetz Art 5 Abs 2, also die Einschränkung der Meinungsfreiheit keine Anwendung finden kann.“

„Die Ausstattung mit digitalen Arbeitsmitteln und ein Internetzugang für alle Lernenden ist eine Voraussetzung für den Zugang zur Informations- und Wissensgesellschaft und einer aktiven Teilhabe an dieser. Das erhebliche Ungleichgewicht zugunsten der papiergebundenen und nicht-netzwerkfähigen Bereitstellung von Lernmitteln ist historisch bedingt und stellt eine Momentaufnahme der aktuellen Entwicklung dar. Wir werden dieses Verhältnis ändern.“

„Unterrichtsmaterial wird unter einer freien Lizenz zugänglich gemacht. Dies vereinfacht den Lehrkräften die Erarbeitung von eigenen Unterrichtsmaterialien. Die Erstellung frei verwendbarer Materialien durch Lernende, Lehrende und andere wird durch das Land gefördert. Die Piratenpartei setzt sich dafür ein, die Medienkompetenzen bei Entscheidungsträgern, Lehrkräften und Lernenden zu schaffen, sich in der digitalen Welt zurechtzufinden.“

Internet

„Wir streben die Schaffung einer Online-Demokratieplattform an. Damit ist ein System gemeint, in dem alle Bürger die Möglichkeit haben, gemeinsam politische Entscheidungen zu treffen. Die Ergebnisse sollen zunächst in Volks- bzw. Bürgerentscheiden münden, in denen sie als verbindlich bestätigt werden.“

„Wir werden ein Online-Portal ins Leben rufen, das Berliner Politik und Verwaltung auf allen Ebenen transparent werden lässt. Jede Entscheidung ist in dem Bewusstsein zu treffen, dass diese Jahrzehnte später von jedem nachvollzogen werden kann. Politik ohne Gedächtnis ist eine Einladung zu Misswirtschaft und Korruption.“

„Wir werden die Berliner Verwaltung und Politik nach den Prinzipien von OpenGovernment umgestalten, um direkte demokratische Mitbestimmung sowie eine aktive Informationspolitik zu gewährleisten.“

„Die PIRATEN Berlin setzen sich für einen freien Zugang zu Wissen und digitalen Informationen ein.“

FDP

„Unsere Bildungspolitik stellt die Vermittlung von Kompetenzen in den Vordergrund. Neben den klassischen Schulfächern ist dabei verstärkt auch auf bisher vernachlässigte Wirtschafts- und Medienkompetenzen hinzuarbeiten.“

„Medienkompetenz wollen wir bereits frühzeitig in der Schule vermitteln, so dass Kinder und Jugendliche mögliche Konsequenzen freiwillig verbreiteter Daten insbesondere bei der Nutzung des Internets selbst einschätzen können.“

„Wir müssen die Kompetenz aller Bürger, vom Schüler bis zum Senioren, im Umgang mit den verschiedenen Medienformen durch Bildungs- und Fortbildungsangebote stärken.“

Internet

„Ein freier Zugang zum Internet ist unverzichtbar, um jedem Bürger gleiche Kommunikations- und Zukunftschancen zu eröffnen.“

 

Dann wünsche ich viel Erfolg beim Wählen am 18. September!

 

Wie Berliner Schulen digitale Medien einsetzen

Der im Frühjahr 2010 erschienene 3. Berliner Innovationsatlas Schule gewährt einen interessanten Einblick in die Arbeit mit digitalen Medien in den Berliner Schulen. Der von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung herausgegebene Innovationsatlas enthält die Berichte von 114 Berliner Schulen (von insgesamt ca. 700), die sich für das Schuljahr 2007/2008 als eEducation Masterplan-Schulen beworben und daraufhin mit 16 bzw. 31 Notebooks je Schule ausgestattet wurden. Zusätzlich zu den Notebooks erhalten die Masterplan-Schulen die Möglichkeit an Lehrerfortbildungen teilzunehmen und müssen sich an einem der drei folgenden Projekte beteiligen: Roberta (Konstruktion von Lego-Mindstormrobotern durch Mädchen), eTwinning (europäische Schulpartnerschaften) oder INTEL Lehren (Online-Plattform für Lehrer).

Da ich es bis heute immer noch nicht geschafft habe, den 350 Seiten starken Innovationsatlas komplett zu lesen, habe ich zunächst mal eine unkonventionelle Auswertung der Berichte anhand einer Wordcloud und der Suchfunktion des Acrobat Readers vorgenommen.

Die aus dem Innovationsatlas erstellte Wordcloud zeigt auf den ersten Blick nichts außergewöhnliches: Alles dreht sich um Schule und Notebooks. Internet sucht man allerdings vergebens, einzig eMail und Online weisen daraufhin, dass es hier auch um Instrumente geht, die 98% der SchülerInnen bereits nutzen. Immerhin wird sichtbar, dass die Notebooks in einer ganzen Reihe von Fächern zum Einsatz kommen und nicht auf den ITG-Unterricht beschränkt bleiben.

Um Innovatives zu Tage zu fördern, bietet sich ansonsten noch die Suchfunktion im PDF-Dokument an. Auch wenn die Projekt bereits 2-3 Jahre alt sind, verwundert sehr, dass die aktuellen Internetdienste so gut wie gar nicht im Unterricht vorkommen: Google findet sich ganze zweimal im Dokument, einmal als Google Sketchup und einmal als Google Earth, Wikipedia ebenfalls zweimal, soziale Netzwerke tauchen gar nicht auf: Facebook, schülerVZ, Jappy Fehlanzeige! Chat kommt immerhin in sechs Schulen zum Einsatz. Auch die damit verbundenen medienpädagogischen Stichwörter: Datenschutz und Privatsphäre tauchen jeweils nur einmal auf. Es wäre wohl verwegen zu behaupten, dass der in einem Bericht vorkommende Satz: „Der Umgang mit den Gefahren, Viren, schädlichen Programmen, Datensicherheit und das Schützen der Privatsphäre werden ebenso vertieft, wie das Erstellen und Formatieren von Texten und kleinen Präsentationen“ schon so selbstverständlich ist, dass er ansonsten in keinem der Berichte auftaucht.

Und so zeigt der Überblick erstmal, dass es wohl noch ein langer Weg für die Schulen ist, bevor die Akzeptanz der digitalen Medien als Lerninstrumente und Lerninhalte, ähnlich hoch ist, wie die der gedruckten Medien. Ungeachtet dessen finden sich natürlich in einzelnen Berichten hervorragende Beispiel für den Einsatz von digitalen Medien im Unterricht. Es wäre zu wünschen, dass sich viel mehr Schulen daran orientieren.

Die Einschätzung der Projektleitung kann mehrdeutig verstanden werden. Zitat: „Nach vier Jahren Laufzeit kann festgestellt werden, dass der „eEducation Berlin Masterplan“ das Potenzial birgt, das gesteckte Ziel „Berliner Schule 2.0“ innerhalb eines überschaubaren Zeitraums zu erreichen.“ Ein „Potenzial“, das wohl eventuell erst noch geborgen werden muss und ein „überschaubarer Zeitraum“, unter dem zwischen einem und hundert Jahren wohl alles verstanden werden kann. Schließlich findet sich weder im Innovationsatlas noch auf den Webseiten der Senatsverwaltung etwas dazu, wie eine „Berliner Schule 2.0“ aussehen soll. Eine Suche im Web ergibt lediglich, dass wir wohl anscheinend auf dem richtigen Weg dorthin sind.

Wer sich selber ein Bild davon machen will, kann sich den Innovationsatlas als PDF unter http://www.berlin.de/imperia/md/content/sen-bildung/schulorganisation/eeducation/innovationsatlas.pdf?download.html herunterladen.

Die Berichte von 53 weiteren Schulen, die im Schuljahr 200/2009 teilgenommen haben, werden im Herbst 2010 veröffentlicht.

Hinweise in den Kommentaren auf interessante Berichte im Innovationsatlas sind sehr willkommen.

Neuer medienpädagogischer Wettbewerb konzept m+b

Ideenreiche MedienpädagogInnen in Rheinland-Pfalz sind aufgefordert, zukunftsweisende Ansätze zur Medienbildung beim Wettbewerb „konzept m+b – Förderpreis für innovative Medienbildung “ einzureichen.

Ich bin ja ein Freund der Koppelung einer Vergabe von Projektgeldern an Fortbildungen oder auch Foren zum Austausch der Projektträger.  Das liefert ein gute Argumentation gegenüber seinem Arbeitgeber sich in Zeiten der Personalknappheit mal außerhalb der Einrichtung mit anderen auseinandersetzen und weiterbilden zu können. Und so ist auch der Förderpreis gekoppelt an fünf Projekttage, die  der Wettbewerbsanbieter medien+bildung.com als Unterstützung zur Umsetzung der prämierten Projektideen durchführt.

Bewerbungen für den Förderpreis können bis zum 31. August 2010 eingereicht werden, weitere Informationen sind im Anhang sowie auf der Website www.konzept-mb.de zu finden.

Für mich ist das eine gute Gelegenheit auf meine Sammlung medienpädagogischver Wettbewerbe in diesem Blog hier hinzuweisen: http://www.cyberwizard.de/?page_id=25. Ich freue mich über Ergänzungen per Email oder als Kommentar hier im Blog

Watch Your Web – Kampagne zur Privatsphäre im Netz

Am Ende der Tagung „Das Ende der Privatheit“ hatte ich das Vergnügen, die neue Kampagne des Verbraucherschutzministeriums, die Jugend Online zusammen mit weiteren Partnern initiiert hat, vorgestellt zu bekommen. Verantwortlich für die Umsetzung zeichnet die Agentur wedo, die die Kampagne auch präsentierte.

Ab Anfang Juni dann beginnt offfiziell der Kampf des bösen Data Devil gegen den guten Webman. Beide ausgestattet mit einem Edelprofil in schülerVZ. Statt auf Plakate und Flyer setzt man hier auf virales Marketing in den Jugendcommunitys, begleitet von vier Filmen, die mit kleinen Schockeffelten Jugendlichen die Folgen allzu großzügiger Entblätterung in ihren Netzprofilen bewußt machen wollen. Das Ganze nach dem schon von Klicksafe bekannten Schema, die virtuelle Welt zurück in die reale zu holen,wenn etwa ein junges Pärchen durch die Stadt spaziert und diese überall auf Plakate und grossformatige Fotos trifft, die ihn mit früheren Freundinnen zeigt. Einer der Filme wird personalisierbar sein, nach dem Motto: „Hier hätte ich auch dein Foto einkleben können“. Der Film soll dann per Email durch die Jugendlichen an Freunde weiterverschickt werden.

Angekündigt wurde auch, dass sich die beiden Kampagnenfiguren mit Diskusionsbeiträgen in den Schüler Communitys zu Wort melden. Dafür werden Jugndliche aktiviert, die bereits jetzt MentorInnen in schülerVZ sind.Und natürlich kann man „Freund“ der beiden in den Communitys werden.

Inwieweit sich ältere Jugendliche aber noch mit den comichaften Data Devil und Webman (wo ist hier eigentlich der genderaspekt hin?) identifizieren können, wird sich zeigen. Wie wir auf der Tagung hören konnten, tummeln sich im schülerVZ ja auch schon die 10jährigen, insofern nicht verkehrt, denen auch etwas anzubieten.

Achso: Wettbewerbe und Preise soll es auch noch geben…. sicher ist sicher.

Mir scheint, hier wurde eine ganze Menge richtig gemacht, was die richtige Zielgruppenansprache angeht und ich prophezeie mal, dass die „Watch Your Web“ durchaus weite Kreise bei den Jugendlichen ziehen wird. Schade nur, dass eine Einbindung von Jugendarbeit und Schule anscheinend gar nicht eingeplant ist und so kann man sich das von der pädagogischen Seite eher nur Zuschauer anschauen. (So man denn keine Skrupel hat und einen SchülerVZ-Zugang sein eigen nennt.)

Wer zumindest schon mal einen Blick aufs Logo werfen möchte: http://www.troovi.de/G0XS9j6IFwpU

Und hier noch der Link zur Kampagne, die derzeit (12.5.09) aber noch nicht geschaltet ist: www.watchyourweb.de

Medienpädagogisches Manifest veröffentlicht

Fünf namhafte Organisationen aus dem medienpädagogischen Bereich haben heute ein Medienpädagogisches Manifest veröffentlicht. Sie fordern darin eine dauerhafte und nachhaltige Verankerung der Medienpädagogik in allen Bildungsbereichen.

Das zweiseitige Manifest liefert wichtige Argumente für eine verstärkte Förderung medienpädagogischer Bildung in allen Lebensalter, leidet aber ein wenig darunter, dass hier vor allem HochschulprofessorInnen und Forschungseinrichtungen beteiligt waren und sich deshalb immer wieder Forschung und Wissenschaft vor die Praxis in den Vordergrund drängen.

Dann passieren eben auch so kleine Schnitzer wie in dem Satz: „Dabei müssen alle Erziehungs? und Bildungsbereiche und deren Institutionen, aber auch die außerschulische Kinder? und Jugendarbeit, die berufliche Fort- und Ausbildung sowie Erwachsenen-, Familien und Altenbildung berücksichtigt werden.“ Nanu?

Der Tenor ist und bleibt dadurch natürlich richtig: „Punktuelle Maßnahmen und diverse Informations- und Beratungsangebote im Internet und in anderen Medien reichen längts nicht mehr aus.“ (Ein Verbot von Shooterspielen und die Zensur kinderpornografischer Seiten übrigens wohl auch kaum!).

Beteiligt am Manifest waren die Kommission Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, die Fachgruppe Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis und das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung.

Bleibt zu hoffen, dass das Manifest auch seinen Weg zu den Verantwortlichen für die Bildungsförderung in Bund und Ländern findet.

Download des Medienpädagogichen Manifests: www.gmk-net.de/news/pdf/MedienpaedagogischesManifest_2009.pdf

Tagungsdokumentation „Schöne neue Medienwelten“ der Akademie Remscheid ist online

Ich kann diese Onlinetagungsdokumentation nicht nur empfehlen, weil auch ein Beitrag von mir zu Bildung in Second Life dabei ist, sondern vor allem wegen der vielen gut dokumentierten Praxisbeispiele aus der medienpädagogischen Arbeit. Praktisch jedes aktuelle Medienpädagogik Thema ist dabei und die ausgewählten ReferentInnen sind ausnahmslos ExpertInnen auf ihren Gebieten.

Das reicht dann von Digital Storytelling über Podcasting bis hin zum Umgang mit Computerspielen. Sehr zu empfehlen auch der Dialog zwischen Franz Josef Röll und Bernd Schorb, der unter der Überschrift: „Pädagogische Herausforderungen durch die neuen Medien“ die Fortsetzung einer von beiden vor 10 Jahren geführten Diskussion darstellte.

Die Tagung “Schöne neue Medienwelten” fand am 4. und 5.12.2008 in der Akademie Remscheid statt.

Medienpädagogische Studienangebote und Lehrstühle in Deutschland

Eine aktuelle Liste von Studienangeboten und Lehrstühlen veröffentlicht Günter Thiele auf der Seite http://produktive-medienarbeit.de/ressourcen/adressen/ausbildung_hochschulen.shtml. Immerhin 35 Hochschulen bieten medienpädagogische Inhalte an, wobei allerdings „Medienpädagogik“ als Studiengang selber nur selten benannt wird.  Er schließt aus der Zunahme der Studienangebote im Vergleich zu früheren Bestandsaufnahmen auf eine stärkere Verankerung der Medienpädagogik in der universitären Ausbildung.

Projekt: JAM – Jugendliche als Medienforscher – gut gedacht, schecht gemacht

Da bin ich doch eher zufällig über dieses im letzten Jahr durchgeführte Projekt des Europäischen Zentrums für Medienkompetenz gestolpert: JAM – Jugendliche als Medienforscher.

Ich jedenfalls war von der Projektidee zunächst begeistert. Zitat aus der Projektbroschüre: „Das Projekt JAM! verbindet Medienbildung mit der Idee des forschenden Lernens in der Durchführung schulischer Medienforschungsprojekte. Im Rahmen eines Pilotprojektes wurden vier Lernmodule zur Durchführung medienwissenschaftlicher Forschungsprojekte an Hauptschulen (9. Klasse) erprobt und für verschiedene Schulformen ausgestaltet. “

Nun bietet die Webseite ausser den Lernmaterialien noch zahlreiche Informationen und ein Weblog, die es ermöglichen mal ein wenig hinter die Durchführung zu schauen. Auffällig wird dabei, wie gering doch der Anteil der beteiligten Schulen am Pilotprojekt ist. Von den insgesamt zwei beteiligten Schulen meldete sich die eine nicht einmal im Weblog. (Was auch nicht begründet wird) Im Gegensatz dazu steht die professionelle grafische Gestaltung der Webseite und der Lernmaterialien und an erster Stelle natürlich die ausführlichen Inhalte zum medienwissenschaftlichen Hintergrund und der didaktischen Leitfäden.

Da stellt sich doch mir die Frage, ob hier die Partizipation der Jugendlichen nicht nur Feigenblatt für ein augenscheinlich sehr teures Projekt gewesen ist.

Leider endet dann mit der Bereitstellung der Materialien das Projekt auch schon. Ich zweifele stark, ob es wirklich schon reicht, PDFs im Netz anzubieten, um damit neue Impulse in den Schulunterricht zu geben. Nachhaltiger wäre es vielleicht gewesen, die Internetplattform so zu gestalten, dass nun dort auch Schulen die Ergebnisse ihrer eigenen Medienforschungsprojekte hochladen und mit den anderen Projekten diskutieren können.