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Arbeitsbogen: Eigene Lehr- und Lernmaterialien als OER (Open Educational Ressources) Material veröffentlichen

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Im Rahmen unseres Projekts „Schüler machen OER“ habe ich für die Abschlusspräsentation der Schüler_innen einen Arbeitsbogen entworfen, der ihnen helfen soll, ihr Material mit einer CC-Lizenz zu versehen. Die Lizenzierung haben sie zusammen mit den Besucher_innen, zumeist ihren Eltern, gemeinsam vorgenommen. So konnte den Eltern gleichzeitig auch noch Wissen über OER und CC-Lizenzen vermittelt werden.

Der Arbeitsbogen ist ebenfalls OER-Material und kann in drei verschiedenen Formaten geladen, bearbeitet und verwendet werden. Verbesserungsvorschläge oder andere Hinweise gerne an mich:

OER lizenzieren Arbeitsbogen (DOC, 295 kB)

OER lizenzieren Arbeitsbogen (PDF, 140 kB)

OER lizenzieren Arbeitsbogen (PDF, 320 kB)

 

Minecraft Objekte exportieren und in Augmented Reality Ansicht anzeigen

Minecraft ist aktuell eines der angesagtesten Onlinespiele (leider hauptsächlich männlicher Jugendlicher). Wer Minecraft kennt, weiß, dass hier vor allem Kreativität eine große Rolle spielt, wenn eigene Objekte in den Onlinewelten erschaffen werden. Das macht Minecraft natürlich für medienpädagogische Aktionen spannend. Um aber über das Selbstgestalten hinauszugehen, kombinierten wir in einem Workshop im Sommer 2013 das Ganze mit dem Thema Augmented Reality, das nun spätestens seit Google die erste Version von Google Glasses an ausgewählte Käufer vergeben hat, in der Öffentlichkeit einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat.

In einem dreitägigen Workshop haben wir mit neun Jugendlichen Minecraftobjekte geschaffen und diese aus den Welten exportiert, um sie per Augmented Reality in der physischen Welt zu platzieren. Neben der Vermittlung von Wissen über Augmented Reality ging es uns auch darum, zu reflektieren, welche Chancen und Gefahren sich aus dieser Technologie ergeben.

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Zum Export von Objekten aus Minecraft haben wir Mineways benutzt. Ähnliches leistet noch die Java App „jMc2Obj“. In meinen Tests hat sich aber gezeigt, dass die mit jMc2Obj exportierten Objekte teilweise Texturfehler aufwiesen. Daneben gibt es noch die iOS App “Minecraft Reality”. Über eine Webseite können hier Minecraft Objekte direkt in die App übertragen und in einer AR Ansicht angezeigt werden, ohne den Umweg über das 3D-OBJ-Format zu gehen. Bei Minecraft Reality muss über eine Webseite die Regionsdatei importiert werden. In den meisten Fällen hat bei mir aber der Upload nicht funktioniert. Außerdem muss erstmal herausgefunden werden, in welcher Region in der Minecraftwelt sich das Objekt überhaupt befindet.

An dieser Stelle also nun der Weg, den wir im Workshop gewählt haben:

A. Export der Objekte aus Minecraft mit Mineways (Win und Mac)

Es ist generell nur der Export aus der Welt auf dem eigenen PC möglich, bzw. Aus einer Minecraftwelt, bei der man FTP-Zugriff auf den Server hat.

1. in Mineways importiert werden (Open World) muss die Datei level.dat der Welt?Zu finden ist die Datei unter:?../Library/Application Support/Minecraft/Saves/ (Mac)?…/Dokumente und Einstellungen/Besitzer/Anwendungsdaten/ .minecraft/saves/ (Windows, bei Ordneroptionen müssen versteckte Dateien angezeigt werden)

2. Wichtig: Die Angabe in Mineways “Level Depth” entscheidet, ob der Untergrund mit exportiert wird. 4 in einer Superflat World oder 63 in einer normalen Welt verhindert, dass der Boden exportiert wird. Auf der Höhe 63 liegt überlicherweise der Meeresspiegel in Minecraft Welten.

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3. Das zu exportierende Objekt wird auf der Karte mit der rechten Maustaste ausgewählt.

4. Weiter im Menü mit „File“ und „Export for Rendering“. Im Exportdialog „Make Z the up direction instead of Y“ markieren, ansonsten liegt das Objekt später auf der Seite.

5. Es werden insgesamt 3-5 Objekte exportiert: OBJ, MTL, PNG und bei transparenten Strukturen zusätzlich zwei weitere PNG-Dateien.

B. Es empfiehlt sich, das Objekt auf dem PC vor dem Hochladen anzuschauen, z.B. mit dem GLC Player (Mac und Windows),  (Achtung: Durchsichtige Texturen/Alphakanäle funktionieren nicht)

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C. Zum Betrachten in der AR Ansicht auf dem Smartphone/Tablet haben wir die App „Augment“ (Android und iOS, kostenlos) benutzt

1. Vorher müssen alle exportierten Dateien zusammen in ein ZIP-File gepackt werden.

2. Upload des ZIP-Files über http://agmt.me (Registrierung auf der Webseite erforderlich). ?Zusätzlich sollte ein kleiner Screenshot als Thumbnail und ein Marker/Tracker hochgeladen werden (Tracker kann irgendein Bild mit relativ komplexen Strukturen sein)

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3. Anschließend wird die App „Augment“ auf Smartphone oder Tablet geöffnet

4. Einloggen mit dem Benutzer der auf agmt.me angelegt wurde

5. Eigene Objekte finden sich im Menü unter „My Business Catalog“

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6. das Objekt nun in AR Ansicht öffnen. Es erscheint mittig in der Kamaraansicht und kann durch Ziehen bewegt oder verkleinert und vergrößert werden.?7. Eigenen Tracker/Marker anlegen erhöht die Genauigkeit der Darstellung, dazu in der AR-Ansicht auf „Tracker“, „Create Tracker“ klicken. Dazu sollte man eine feste Pappe mit einem gut strukturierten Bild bereithalten, dass dann zunächst als Tracker abfotografiert wird. Hält man den Tracker später ins Kamerabild erscheint darauf stehend das Minecraftobjekt und kann durch drehen und kippen von allen Seiten betrachtet werden.

Weitere Smartphone/Tablet App, die Minecraft-Objekte in einer AR Ansicht zeigt:

Minecraft Reality (nur iOS, 1,79 €)?Upload eigener Objekte über minecraftreality.com (Beta) möglich, aber kompliziert?Eigene Marker möglich, (auch aus verschiedenen Perspektiven, z.B. Straßenfläche, Häuserwände)

Nichtgetestet, aber möglich wäre es natürlich auch, die 3D-Objekte auf einem 3D Drucker auszudrucken. Dazu werden ebenfalls die OBJ-Datei und die Bilder der Texturen verwendet. Ein Internetdienst, der das Drucken anbietet ist Shapeways. Soll die Farbigkeit erhalten bleiben muss als Material: Fullcolor Sandstone, 0,75$ pro cm³) gewählt werden. Beispiele dafür finden sich unter: https://www.flickr.com/groups/mineways/pool/with/6626972287/

Und hier noch der im Workshop entstandene Film, in dem unsere TeilnehmerInnen das Vorgehen beschreiben und Beispiele zeigen, aber auch in Straßeninterviews Passanten zu ihrer Meinung über „Augmented Reality“ befragt haben:

 

Learnist: Pinterest für Lerner

Ich habe ja schon lange einen Faible für Informations- und Wissenmanagement im Netz. Angefangen mit den ersten selbstprogrammierten Datenbanken über meine Wikis Web 2.0 (völlig veraltet) und 3DBildungswelten (ziemlich veraltet) und Delicious, das ich bis heute gerne als Bookmarkablage nutze, schaue ich mir doch immer wieder gerne neue Tools an. Gerade was Infosharing angeht tut sich hier im Moment sehr viel. Und zu meiner großen Befriedigung tut sich auch etwas beim Design (gerade Mediawiki fand ich immer furchtbar).

Seit einiger Zeit ist mein favorisierter Dienst scoop.it. Übersichtlich, gut zu handeln und der Dienst schlägt selber zum Thema passende Beiträge vor. Mit Pinterest konnte ich mich bisher nicht anfreunden, insbesondere weil es sehr auf Bilder fokussiert ist und sich m.E. damit nicht alle Themen darstellen lassen. Nun gibt es aber seit einigen Wochen mit Learnist eine sehr stark an Pinterest angelehnte Alternative, mit dem erklärten Ziel „Wissen zu teilen und von anderen zu lernen“.

Auch hier werden einzelne Webseiten abgespeichert, versehen mit einem Vorschaubild und einem erklärenden Text. Diese Einheit heisst „Learning“. Learnings zu einem Thema werden linear geordnet und bilden dann ein „Board“. Die Idee dabei ist, dass die Lernboards so in einer vorgegebenen Reihenfolge von den Lernern „abgearbeitet“ werden, im Grunde also ein kleiner Onlinekurs entsteht. Fehlt das passende Material aus dem Netz können auch Learnings bestehend aus eigenen Bildern und Texten hinzugefügt werden. Auch andere Boards können ein Learning bilden. Damit kann dazu eingeladen werden, an einer Stelle des Boards das Thema weiter zu vertiefen.

Learnist auf dem iPad

Hört sich simpel an, bietet aber eine Menge Möglichkeiten und ist optisch sehr ansprechend, wie ich finde. Genauso gelungen ist auch die iPad App, bei der man ganz iPad-like durch die Boards wischt. Mir hat es jedenfalls sehr viel Spass gemacht, Boards anderer Leute zu entdecken und zu durchstöbern.

Gut umgesetzt sind auch alle sozialen Features. Ich kann die Boards anderer Leute liken, kommentieren und sowohl bestimmten Boards als auch Leuten folgen. Änderungen und Aktualisierungen werden mit auf meiner Learnist-Homepage angezeigt. Ich kann sehen, wer wem folgt und wer welche Boards mag und werde so auf andere interessante Boards und Leute aufmerksam. Und natürlich können Boards auch kollaborativ gestaltet werden. (Was ärgerlicherweise bei scoop.it nicht ging). Und auch wenn ich nicht an einem Board beteiligt bin, kann ich Learnings vorschlagen.

Neben dem informellen Selbstlernen bieten sich auch für den Unterricht und in der Bildungsarbeit einige Einsatzszenarien an. An erster Stelle steht die Organisation von Lernmaterialien inklusive dazugehöriger Kommentare alleine oder gemeinsam mit KollegInnen, entweder zur Einarbeitung in den Unterrichtsstoff oder als nachträgliche Dokumentation von Lerninhalten. Spannend wird es insbesondere, wenn SchülerInnen aufgefordert werden, eigene thematische Lernboards anzulegen. Das Lernboard kann damit auch eine attraktive Alternative zur Powerpoint-Präsentation sein.

Ein paar Nachteile sehe ich noch: Bisher können keine privaten Boards angelegt werden und die Anmeldung muss zwangsweise über Facebook passieren.

Und dieser Hinweis darf natürlich auch nicht fehlen: genauso wie Pinterest ist Learnist kein Dienst, der in Deutschland angesiedelt werden könnte, denn da ist das deutsche Urheberrecht vor, schließlich werden Bilder aus dem Netz auf die eigenen Boards übernommen.

Mein Profil bei Learnist

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Sharing bei iOS 6: vermurkster Datenaustausch bei iPads und iPhones

Über 200 neue Funktionen in iOS 6, aber nicht die eine, die ich mir so dringend gewünscht hätte: einen einfachen Dateiaustausch von Gerät zu Gerät. Dass ich damit der einzige bin, glaube ich kaum. In unseren iPad Schulungen für LehrerInnen ist das eine der ersten Fragen: Wie übertrage ich meinen SchülerInnen Materialien und Arbeitsblätter? Nach dem die Buttons mit iDisk und iWork bei den iWork-Apps Keynote, Pages und Numbers schon seit geraumer Zeit nicht mehr funktionierten, gab es nur die Möglichkeit, die Dokumente per WebDAV im Netz zu speichern. Aber wer hat schon einen eigenen WebDAV Server? Bei meinem favorisierten Cloudspeicherdienst Dropbox  ist WebDav kostenpflichtig. Es geht trotzdem auch kostenlos, wenn man einen Dienst wie Otixo dazwischenschaltet. Aber ist das ein Weg, den man Leuten nahelegen sollte, die zum ersten Mal iPads nutzen? Eher nicht.

Also: Am besten alles per eMail schicken! Auf die Emailfunktion kann jede App zugreifen. Ist leider nicht sehr elegant und die Gefahr ist immer, dass wichtige Dokumente im Spam der letzten Stunden untergehen.

Immerhin, ein paar Sachen haben sich mit dem neuen iOS  beim „Share“-Button geändert. Aus den Apple Apps wurden die funktionslosen iWork- und iDisk-Button entfernt. Und hinzugekommen ist die Möglichkeit, Dokumente in einer „anderen App“ zu öffnen:

Je Dokumententyp (3 unterschiedliche lassen sich jeweils bei Keynote, Numbers und Pages auswählen) werden andere Apps angeboten. Achtung: Was ich zunächst auch nicht bemerkt habe: durch Wischen lassen sich mehr als die 9 angezeigten Apps auswählen, die auch das Dokument öffnen können. Hier fehlen in der Programmierung die kleinen Punkte am unteren Rand, die anzeigen, dass noch weitere „Fenster“ vorhanden sind.

Noch größer ist meine Verwunderung, wenn man die Sharingmöglichkeiten anderer Apple Apps betrachtet. Hier zum Beispiel Garageband und iMovie:

War das nicht mal Apple, das für seine genialen und einfachen User Interfaces berühmt geworden ist? Bei den beiden Apps ist davon nichts zu sehen, aber vielleicht kommt ja noch eine Anpassung an die iWork-Apps. Nach wie vor kann auch Garageband nicht mal Songs in der iOS eigenen Musikbibliothek ablegen.

Auch die Camera Roll hat ein Update spendiert bekommen, was die Sharingfunktion angeht. Allerdings eher ein optisches, viel mehr Möglichkeiten gibt es nicht. Abgesehen von der nun überall anzutreffenden Facebook-Sharingfunktion. Hier ist ein Update vielleicht auch nicht ganz so wichtig, ist doch die Camera Roll der Bereich, bei dem Apple es gestattet, das andere Apps darauf zugreifen. Und hier gibt es dann auch Apps wie z.B. Wireless Transfer und Bump, die einen direkten Austausch von Fotos und Videos zwischen iPads und iPhones erlauben. Auch die Dropbox-App kann direkt auf die Camera Roll zugreifen und dann Fotos und Videos nach Dropbox übertragen.

Wieder etwas anders sieht das bei der iPhoto-App aus, die ja eigentlich unter MAC OS X zusammen mit Garageband und iMovie zur iLife-Serie gehört. Vielleicht ist die Entwicklung hier aber auch schon etwas weiter: Man beachte im Vergleich zur Camera Roll das farbige Druckersymbol, die Verknüpfung mit Cards (das ich allerdings gar nicht habe) und hier nun endlich das vermisste „Beamen“-Symbol. Der „Öffnen in“-Button führt hier über einen Zwischenschritt, bei dem ich merkwürdigerweise noch die Möglichkeit habe, ein anderes Foto auszuwählen, zur bekannten Übersicht mit kompatiblen Apps. Bemerkenswerterweise sind hier die kleinen Punkte am unteren Rand bereits integriert, die anzeigen, dass durch Wischen weitere Apps ausgewählt werden können.

 

Ich hätte mir für iOS 6 eine solche geniale Lösung wie bei Mac OS X mit Airdrop gewünscht: Auf beiden Rechner wird ein Airdropfenster geöffnet, eine Datei wird auf das Computersymbol des anderen Rechners gezogen, fertig! Und das sogar ohne eine WLAN-Verbindung zu nutzen. Warum das nicht bei iPads gehen soll, ist mir ein Rätsel, immerhin gibt es mindestens eine App, die das in der Art kann: iFiles. iFiles überträgt Dateien per WLAN-Verbindung oder Bluetooth zwischen iPads. Leider nur Dateien, die vorher in iFiles geladen wurden, beispielsweise über einen externen Speicherdienst und natürlich nicht Dokumente, die in den Bookshelfs der Apple Apps stehen.

Beim Dateiaustausch also ist iOS 6 eher eine Enttäuschung: teilweise komplett anderes Erscheinungsbild innerhalb der Apple Apps und kaum zusätzliche Funktionen. Ich hoffe auf einen neuen Versuch in einem Jahr mit iOS 7.

Kennt jemand weitere Möglichkeiten zwischen iOS-Geräten Dokumente auszutauschen? Gerne Hinweise dazu in die Kommentare schreiben.

Einstieg in die Filmarbeit mit iMovie Trailer

Seit  wir in den Workshops meines Vereins Metaversa verstärkt iPads einsetzen, probieren wir auch immer neue Methoden aus, um einen Einstieg ins Thema oder eine Einführung in Medienproduktion zu finden. Zuletzt im Workshop „Das Netz sind wir„, in dem es um soziale Netzwerke ging. Für die Videogruppe hieß es deshalb  am Beginn: Erstellt in Kleingruppen mit iMovie den fiktiven Trailer eines Films über „Facebook“.

Seit zwei Jahren schon wird mit der Apple Software eine Reihe an „Templates“ oder „Themen“ zur Erstellung eines einminütigen Filmtrailers mitgeliefert. Sowohl in der Desktop als auch in der iPhone- und iPad-Version. Die Funktion dafür findet man an der Stelle, an der auch ein neues Projekt erzeugt wird. Dort gibt es die Möglichkeit einen „Neuen Trailer“ zu erzeugen. Anschließend kann auf dem iPad aus acht fertigen Beispieltrailer mit unterschiedlichen Themen: Märchenfilm, Abenteuer, Romantik etc. ausgewählt werden. In der Desktopversion stehen weitere Themen zur Verfügung.

Ist die Entscheidung für ein Thema gefallen, werden die Szenen anhand eines vorgegebenen Storyboards mit dem iPad nachgedreht und die Zwischentexte ausgetauscht. Dabei lernen die SchülerInnen den Aufbau eines Storyboards kennen, sowie auch die Einstellungsgrößen im Film, denn jede Szene ist durch eine kleine Skizze genau vorgegeben. (Natürlich muss man sich nicht daran halten, lediglich die Dauer der Clips lässt sich nicht beeinflussen). Für die SchülerInnen ist dies eine gute Orientierung und in kurzer Zeit erreichen sie damit ein Ergebnis, das präsentierbar ist.

Der Einsatz von iMovie Trailer ist damit nicht nur ein aktiver Einstieg um den Aufbau eines Storyboards kennenzulernen, sondern auch ein sehr lockerer und motivierender Auftakt eines Filmworkshops.

Es empfiehlt sich aber mit iPads zu arbeiten, da hier direkt die Szenen mit der eingebauten Kamera aufgezeichnet werden können. Ansonsten müsste eine externe Kamera eingesetzt und der Film zunächst importiert werden, was dem flüssigen Arbeiten bzw. dem „Flow“ bei der kreativen Arbeit hinderlich ist. So können allerdings auch bereits gedrehte und bearbeitete Filme noch zu Trailern umgeschnitten werden.

Je nach persönlichem Anspruch brauchten die Kleingruppen von 3-4 SchülerInnen bei uns zwischen 30 und 90 Minuten zur Gestaltung eines eigenen Trailers mit dem iPad.

 

E-Books am iPad lesen und erstellen: Apple will Standards setzen

Da ich mich gerade auch aktuell mit der Erstellung von E-Books auf dem iPad befasse und dazu etwas bloggen wollte, passte es ganz gut dass Apple just seine Initiative zu digitalen Lehrbüchern vorstellte. Das Fazit meines Artikels sollte nämlich sein, dass das Selbsterstellen von E-Books mit dem iPad zwar sehr viel Spaß macht und ziemlich einfach ist, E-Books nach dem EPUB-Standard aber für mich ansonsten vor allem eins sind: häßlich. Nicht umsonst gibt es bisher wenig Zeitungen oder Zeitschriften, die im EPUB-Format erscheinen, eine rühmliche Ausnahme ist die taz (Probeausgabe der taz als EPUB). Alle anderen verteilen ihre Magazine entweder als PDF oder gerne gleich als eigene App für das iPad.

Auf der anderen Seite haben EPUB-Formate natürlich den Vorteil, dass sie auf vielen Betriebsystemen und Geräten zu lesen sind. Und wenn der neuste Standard verwendet wird, sind sie auch ein wenig multimedial. Zudem dürfte das EPUB-Format eine große Rolle spielen, wenn es um die Erstellung freier Lerninhalte – Stichwort „OER“ – geht.

Auf dem iPad empfehle ich Schulen vor allem zwei Anwendungen, um E-Books im EPUB-Standard selber zu gestalten: Book Creator (3,99€) und Creative Book Builder (2,99€), leider beide nur in englisch. Beide sind gut geeignet, um wirklich schnell und einfach Projekte, Experimente, Unterrichtseinheiten etc. in ansprechender Form zu dokumentieren. Auch mit Pages lassen sich Dokumente im EPUB-Format exportieren, leider allerdings nur auf dem Mac und nicht mit dem iPad.

Book Creator ist sehr gut auch für jüngere Schüler geeignet, da alle Texte und Fotos per Drag und Drop schnell auf den entsprechenden Seiten platziert werden können. Über das Mikrofon oder iTunes kann zusätzlich Audio hinzugefügt werden. Videos sind derzeit leider nicht möglich.

Bei der Verwendung von Creative Book Builder muss man sich schon im Vorfeld mehr mit der Gliederung des Buchs beschäftigen. Überschriften, Textabschnitte, Listen, Fotos, Audio und Videos werden wie Bausteine hintereinander gelegt. erst in der Vorschau lässt sich dann das fertige Buch betrachten.

Die fertigen E-Loks landen am Ende in der App “ iBooks“ und reihen sich dort ein zwischen die Klassiker der Weltliteratur (sofern mal runtergeladen) und können natürlich auch ins Netz übertragen oder per Email weitergegeben werden. Das ist erstmal für Schüler sehr motivierend und lässt sich im Unterricht gut nutzen, ist aber auf Dauer gestalterisch nicht sehr anspruchsvoll.

Insofern ist das neue E-Bookformat, das Apple ab sofort anbietet (zunächst erstmal als Lehrbücher für Schulen und Universitäten, aber das muss ja nicht immer so bleiben) ziemlich beeindruckend: komplett freie grafische Gestaltung, Filme, 3D-Objekte, Bildergalerien und kleine Quizmodule. Dazu dann ein kostenloses Authoringprogramm für MacOS „iBooks Author“ (für das iPad „noch“ nicht), das sehr übersichtlich und komfortabel zu bedienen ist. Ich kann es deshalb Schulen nicht verdenken, auf diesen Zug aufzuspringen, gerade wenn sie schon iPads im Unterricht einsetzen. .

Allein: Es ist kein EPUB-Standard mehr, sondern Apple erweitert hier das Format um viele eigene Spezifikationen. Und natürlich sind die iBooks nur auf iPads und Macs lesbar. Baldur Bjarnason hat sich das ibook-Format genauer angeschaut und vermutet, dass selbst die Programmierung eines Konvertierungsprogramms für iBooks keine leichte Aufgabe wird.

Nun ist das ganze zunächst mal nur für Lehrbücher gedacht und nur einige amerikanische Verlage sind bisher mitgezogen, aber durch die Dominanz des iPads kann man den Eindruck gewinnen, dass Apple hier ganz bewusst versucht, Standards für E-Books zu setzen. Um dem noch eins drauf zusetzen, versucht Apple per Lizenzvertrag alle NutzerInnen von „iBooks Author“ zu verpflichten, kostenpflichtige iBooks nur im iBook-Store zu verkaufen (was Apple 30% der Einnahmen bescheren würde und das Recht nicht genehme Bücher abzulehnen!). Eine interessante Methode, um kostenlose Software zu „monetarisieren“, die natürlich für Empörung gesorgt hat und rechtlich wahrscheinlich nicht mal haltbar ist.

Insofern kann ich die Initiative der deutschen Schulbuchverlage gut verstehen, die (neben Verhandlungen mit Apple) ein eigenes Angebot aufbauen wollen. Unter welchem Standard diese „übergreifende digitale Plattform“ laufen soll, ist wohl noch nicht bekannt. Vorgestellt werden soll die Initiative dann auf der Didakta. Irgendwie komisch, dass Verage und Verwertungsgesellschaften immer erst aufwachen, wenn Apple entsprechende Produkte platziert.

Mein Fazit: E-Books in der Bildungsarbeit zu produzieren ist toll, dann aber möglichst im EPUB-Standard, Apples neue iBooks sind ein Genuss und Gewinn für den Leser/die Leserin, der sich nicht an Konzernen mit marktbeherrschender Stellung stört, vom Produzieren mit der iBooks Authoringsoftware würde ich solange abraten, bis die Ergebnisse auf anderen Plattformen lauffähig sind oder zumindest vernünftig konvertiert werden können.

… und die Frage, ob Ebooks überhaupt noch eine Rolle im digitalen Klassenzimmer der Zukunft spielen sollten, könnt ihr mir ja gerne in den Kommentaren beantworten.

Acht Kindercommunities stellten sich bei „Kinder Aktiv Vernetzt“ vor

Einen kleinen aber feinen Überblick über nicht-kommerzielle deutsche Kindercommunities bot das Fachforum „Kinder Aktiv Vernetzt“ der LAG Medienarbeit Berlin am 12.12.2011, das ich mit organisieren durfte. Nicht zu vergessen natürlich der spannende Einstiegsvortrag von Prof. Dr. Burkhard Fuhs zum Thema „Mediatisierte Kinderfreundschaften als pädagogische Herausforderung“, der sich auf der Fachforumswebseite runterladen lässt.

Internauten Webseite Internauten (www.internauten.de): Eine Plattform der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Anbieter, die Kinder beim Einstieg und der Orientierung im Internet unterstützt und eine Anlaufstelle für jugendmedienschutzrelevante Fragen darstellt. Als Internaut kann man Quizfragen beantworten und dafür Punkte sammeln, außerdem Empfehlungen für Bücher, Filme und Internetseiten abgeben.
Kindersache (www.kindersache.de): Angebot des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V.. Hier finden alle Kinder ihrem Alter entsprechende Informationen rund um die Rechte von Kindern. Hier können sie mit anderen chatten und mailen, eigene Artikel oder Kommentare schreiben, sich über ihre Rechte informieren und sich für ein kinderfreundlicheres Internet einsetzen.
Clipklapp (www.clipklapp.de): Videoportal für Kinder des Deutschen Kinderhilfswerk e.V. (DKHW). Hier können Kinder altersgerechte Videos ansehen und natürlich auch eigene Beiträge hochladen. Seit 2010.
Tausch-dich-fit (www.tausch-dich-fit.de):  Erste kind- und jugendgerechte Tauschbörse in Deutschland, kombiniert mit einer Wissensbörse zum Thema Handel. Vor wenigen Monaten erst online gegangen.
Sufino (www.sufino.de): Kinder im Alter von 6 – 14 Jahren können ihre Freizeit aktiv gestalten, planen und sich darüber austauschen. Durch die kindgerechten Suchoptionen und Beschreibungen können sich Ihre Kinder eigenaktiv oder gemeinsam mit ihren Eltern über abwechslungsreiche Freizeitideen in der Umgebung oder für zu Hause informieren. Seit 2011.
Mein!KI.KA (www.mein-kika.de): Community für Kinder bis 15 Jahren. Jeder Nutzer hat die Möglichkeit, ein eigenes Profil inklusive Blog und Pinwand zu gestalten und über diese mit anderen Kindern zu kommunizieren.
Knipsclub (www.knipsclub.de): Fotocommunity für Kinder von 8 bis 12 Jahren des JFF – Institut für Medienpädagogik. Kinder können eigene Fotos veröffentlichen und mit anderen teilen.
Spreegucker.net (www.spreegucker.net): Im Aufbau befindliches Kinderportal der LAG Medienarbeit Berlin. Zielgruppe sind hier im Unterschied zu den anderen Communities Grundschulen und Kindereinrichtungen über die sich die Kinder anmelden können. Eine Anmeldung aus dem Internet ist nicht möglich. Im Vordergrund steht das Selbergestalten der Communityinhalte.

Praktisch alle Plattformen betreiben eine Vorkontrolle von Beiträgen, die Kinder in der Community anlegen oder hochladen. Bei der größten der vorgestellten Plattformen „Mein!KI.KA“ sind dafür 19 MitarbeiterInnen zuständig. Sehr unterschiedlich ist die Anmeldeprozedur geregelt. Eine erforderliche Zustimmung der Eltern holen einige über die Angabe einer zweiten Emailadresse (im besten Falle, die der Eltern) ein, andere wie KI.KA erwarten eine schriftliche Rückmeldung per Brief, was allerdings dazu führt, dass über zwei Drittel der begonnenen Anmeldeprozesse abgebrochen werden.

Positiv zu bemerken ist, dass der große Arbeitsaufwand nicht nur auf Kontroll- und Anmeldemechanismen verwendet wird, sondern auch, um bei Regelverstössen den Kindern genau zu erklären, was sie eventuell falsch gemacht haben, anstatt Beiträge einfach nur zu löschen. Hier zeigt sich schon, dass ehrenamtlich betriebene Kinderangebote, da personell kaum mithalten können. Ein Thema mit dem sich auch Plattformen wie sufino.de oder Tausch-dich-fit auseinandersetzen müssen, wenn sie bekannter werden.

Interessant ist, dass sich keine der Plattformen (mit Ausnahme von spreegucker.net) an pädagogische Einrichtungen oder Schulen wendet, um den PädagogInnen eine sinnvolle Alternative für die Einbeziehung von sozialen Netzwerken in den Unterricht oder Kinderfreizeit zu bieten. Hier wird m.E. viel Potential verschenkt.

Überraschendes kommt bei der Abschlussdiskussion zutage, die die etwas provokant formulierte Frage nach einer „überhaupt möglichen“ Koexistenz mit Facebook stellte. Während sufino.de zumindest eine Facebookpage betreibt (für die Eltern der Kinder wohlgemerkt), wird beim Deutsche Kinderhilfswerk versucht, Facebook komplett zu verdrängen: Facebookpage undenkbar, taucht Facebook in Beiträgen oder Kommentaren auf der Plattform Kindersache oder Clipklapp auf, werden diese gelöscht, bzw. „Facebook“ wird durch “ soziale Netzwerke“ ersetzt.

Gerade beim Vergleich der Umgehensweise mit der Moderation von Beiträgen der Kindern wäre es interessant gewesen, auch kommerzielle Anbieter und die Communities der privaten Fernsehsender wie z.B. Toggo dabei zu haben, die sich zwar auch an Kinder- und Jugendschutz halten müssen, die Regelungen jedoch großzügiger auslegen. Jede Plattform muss für sich eine Position zwischen einem absolutem Behüten der Kinder und dem Bereitstellen von Freiräumen für eigene Erfahrungen (eventuell auch negativer) finden. Öffentlich-rechtliche Angebote scheinen mir da teilweise zu übervorsichtig zu sein. Das wäre aber wohl eine Diskussion gewesen, die den Rahmen dieses Fachforums gesprengt hätte, die aber an anderer Stelle geführt werden sollte. Von allen Anbietern wurde bemerkt, dass ein Austausch untereinander bisher zu wenig stattgefunden hat, obwohl er sehr wünschenswert wäre.

Augmented Reality in der Medienarbeit

(Der Artikel wurde erstmals veröffentlicht am  14.11.2011 im Medienpädagogik-Praxis-Blog)

Wer möchte nicht schon mal gerne seine Realität erweitern? Augmented Reality (AR) verspricht genau das, wenn auch nicht ganz so spektakulär, wie dieses neue Buzzword vielleicht glauben macht. AR-Apps auf Smartphones nutzen Kompass, GPS- und Videofunktionen, um zusätzliche Informationen über bestimmte Orte, die sogenannten POIs (Points-of-Interest), in ein Livekamerabild einzublenden: in welcher Richtung ist die nächste Bushaltestelle, wo ein Geldautomat, in welchen Häusern sind Wohnungen zu vermieten etc. . Zumeist sind das Einblendungen von Icons oder Markern, die anklickbar sind und ein Fenster mit Informationstext und Fotos öffnen. Mittlerweile können das auch 3D-Objekte sein, die dann am Orginalort eine virtuelle Berliner Mauer wieder auferstehen lassen.

Für den Einsatz in der medienpädagogischen Arbeit bieten sich vielfältige Möglichkeiten. Immer wenn es um Inhalte geht, die mit festen Orten verknüpft sind, lassen sich diese alternativ zu einer Kartendarstellung als AR-Anwendung umsetzen: von geschichtlichen Ereignissen über architektonische oder ökologische Besonderheiten bis hin zu aktuellen Orten der Jugendkultur. Insbesondere die optionale Verwendung von 3D-Objekten fördert den kreativen Medienumgang: so kann ich mit eigenen virtuellen Skulpturen das Straßenbild bereichern oder gleich eine komplette computergenerierte Stadt zum Durchwandern erschaffen. Am attraktivsten ist sicher die Entwicklung von Handyrallyes mit Wettbewerbscharakter, der sich ja oft als sehr motivierend erweist. Wie sich ortsbezogene Informationen mit Aufgaben verknüpfen lassen und daraus ein Spiel entsteht, schildere ich im folgenden Text.

Augmented Reality Apps

Die drei bekanntesten AR-Apps sind Layar (www.layar.com), Wikitude (www.wikitude.com) und Junaio (www.junaio.com), die sowohl auf iPhones als auch auf Android-Handys laufen. Bei jedem der Programme entscheide ich selber, welche Art von Informationen ich über meine Umgebung erhalten will. Über den Startscreen der App kann ich aus einer Vielzahl vorhandener Ebenen die mich interessierende auswählen. Die Informationsebenen (in der Layar-App heißen diese Ebenen, bei Wikitude Worlds und bei Junaio Channel) sind kein fester Bestandteil der Programme, sondern können von ganz unterschiedlichen Servern geladen werden. Deshalb spricht man bei den Apps auch von AR-Browsern.

Alle Anbieter erlauben, eigene Ebenen zu erzeugen und zu laden. Die Ebeneninhalte können auf dem eigenen Server abgelegt werden, der allerdings über bestimmte Librarys verfügen muss. Die Ebenen müssen mit einer bestimmten Syntax programmiert werden. Einfacher ist es, einen Hostingservice zu nutzen, bei dem die eigenen AR-Ebenen gespeichert werden und die über einfach zu bedienende Webformulare das Anlegen der POIs ermöglichen. In jedem Fall muss die Ebene immer beim jeweiligen AR-Webdienst angemeldet werden.

Der Workshop

Die Möglichkeit, in einem Bildungsworkshop mit Jugendlichen eine eigene AR-Ebene zu programmieren, habe ich mit meinem Verein Metaversa e.V. (www.metaversa.de) im September 2011 erstmalig ausprobiert. Unter dem Titel „Surfing the streets“ (surfingthestreets.wordpress.com) luden wir Jugendliche in den Herbstferien ein, gemeinsam ortsbezogene Dienste auf Handys auszuprobieren. Inhaltlich ging es um das Leben im Berlin der zwanziger Jahre wie es im experimentellen Dokumentarfilm „Sinfonie einer Großstadt“ von 1927 dargestellt wird. Die Jugendlichen recherchierten zur damaligen Lebenssituation der Menschen und versuchten bei einem Stadtrundgang die im Film vorkommenden Orte wieder zu finden.

Insgesamt entstanden acht kleine Ortsportraits, zum Teil noch ergänzt um kurze Videointerviews mit Passanten, deren geschichtliche Kenntnisse überprüft wurden. Zur Umsetzung als AR-Ebene entschieden wir uns für Layar als App und den Hostingservice Hoppala (www.hoppala.eu), der nach unserer Recherche die meisten Funktionalitäten anbietet. Um die Nutzung unseres Layers auch im Anschluss an den Workshop für andere interessant zu machen, wurde daraus eine Handyrallye gestaltet, indem Quizfragen in die Beschreibung der POIs integriert wurden, verbunden mit der Chance auf einen Gewinn, wenn alle Orte aufgesucht und die Fragen korrekt beantwortet werden.

Eigene AR-Ebene anlegen

Erforderlich ist eine Registrierung als Developer sowohl bei Layar, als auch bei Hoppala. Hoppala gestatte das kostenlose Anlegen unbegrenzter Ebenen mit bis zu insgesamt hundert POIs (die hier Augments genannt werden), die dann aber ein Hoppala-Branding tragen. Möchte man dies nicht, oder benötigt mehr Punkte, kostet der Dienst 50 Euro/Jahr. Ein großer Vorteil von Hoppala ist, dass die hier eingegebenen Augments auch gleichzeitig für Ebenen bei Wikitude und Junaio genutzt werden können. Layar ist für Developer kostenlos wenn weniger als 10.000 Abrufe von POIs pro Monat stattfinden.

Der erste Schritt zu einer eigenen AR-Ebene beginnt bei Layar. Nach dem Einloggen als Developer lege ich einen eigene Ebene (Layer) an und gebe dieser einen Namen. Als nächstes werden bei Hoppala die POIs bestimmt. Dazu wird auch dort eine neue Ebene angelegt, die den selben Namen bekommen muss. Auf einer Google Map können per Mausklick die Marker an den gewünschten Orten platziert und mit Informationen versehen werden.

Außer einem Titel können einem POI ein Foto und drei sehr kurze Textzeilen zugewiesen werden und verschiedene Aktionen (Actions), die Interaktionen ermöglichen, sobald der Punkt ausgewählt ist. Das kann zum Beispiel ein Link zu einer Webseite sein, ein Videoaufruf oder das Starten eines Telefonanrufs.

Sind alle POIs bei Hoppala angelegt, werden die Grundeinstellungen der Ebene bei Layar vorgenommen. Das wichtigste dabei ist das Eintragen der sogenannten API Endpoint URL, die Layar sagt, auf welchem Server die POIs gespeichert sind. Diese URL stellt Hoppala bereit (Overlay URL). Bei Layar werden außerdem festgelegt: ein Infotext zur Ebene mit Startbild, ein Icon und die farbliche Gestaltung der Infoboxen und des Textes. Wichtig ist vor allem auch, einen Ortsbereich festzulegen, an dem sich die POIs befinden. Die Ebene wird mir dann als Layar-Nutzer unter der Kategorie „Lokal“ angezeigt, sobald ich mich in der Nähe befinde.

Der letzte Schritt ist das Einreichen der Ebene zur Freischaltung bei Layar. Es empfiehlt sich, die Ebene vorher ausgiebig zu testen. Das ist ganz leicht möglich, indem ich mich in der Layar-Smartphone App mit meinem Developeraccount einlogge. Auch auf noch nicht freigegebene Ebenenentwürfe kann ich dann direkt zugreifen. Das anschließende Prüfen durch Layar dauert in der Regel drei bis fünf Tage und wird per Mail bestätigt, zum Teil mit Hinweisen, wie die Ebene noch verbessert werden kann.

Gestaltung einer Handyrallye

Layar ist nicht unbedingt dafür ausgelegt, eine Spielsituation zu erzeugen, wie etwa den nächsten Ort einer Stadtrallye erst nach Lösung einer Aufgabe anzuzeigen. Es gibt aber zwei Eigenschaften, die der Ebene bzw. den POIs zugewiesen werden können, die dabei sehr hilfreich sind. Zum einen kann für die Ebene generell festgelegt werden, bis zu welcher Entfernung POIs noch sichtbar sind. Damit kann ein Ausgangspunkt festgelegt werden und alle anderen Orte werden erst sichtbar, wenn ich mich ihnen nähere. Die zweite Funktion betrifft die einzelnen Orte, hier kann ich entscheiden, wie nah ich dem Punkt sein muss, um eine Aktion auszulösen, also z.B. einen Link zu einer Webseite anzuzeigen oder eine Audio- oder Videodatei abzuspielen.

Für unsere Stadtrallye haben wir dies genutzt, in dem die einzelnen POIs so programmiert wurde, dass die Links zu den Quizfragen erst sichtbar werden, wenn ich mich näher als 400 Meter vom Ort entfernt befinde. Eine Reihenfolge der Stationen war uns egal, d.h. alle Orte werden gleichzeitig angezeigt, jedenfalls wenn man sich in der Innenstadt Berlins bewegt.

Fazit

Die Jugendlichen hatten sehr viel Spaß im Workshop, an erster Stelle natürlich dabei, in der Stadt mit Fotoapparat und Video unterwegs zu sein. Augmented Reality Apps hatten sie vorher noch nie genutzt und kannten diese nicht einmal, waren aber natürlich schnell dabei, die von uns zur Verfügung gestellten Smartphones auszutesten. Und warten jetzt natürlich gespannt auf die ersten Einsendungen des richtigen Lösungsworts zur „Sinfonie einer Großstadt“-Ebene bei Layar. Zumindest laut der Statistik, die Layar auch über jede Ebene führt, wird unsere Statdrallye bis zu 30 mal täglich aufgerufen.

Für Berliner und Brandenburger Bildungseinrichtungen bieten wir an, sich unsere fünf Smartphones auszuleihen und entweder damit das historische Berlin der zwanziger Jahre zu entdecken oder gerne auch mit unserer Unterstützung eigene Layar-Ebenen zu programmieren.

Projektwebseite: surfingthestreets.wordpress.com

Twitter für die Augen: Mobile Photo Sharing Apps im Vergleich: Instagram, Tadaa, EyeEm und PicPlz

„A whole generation lost in vintage toy camera effects“ (lindydowhaniu)

Meine Karriere als Medienpädagoge begann im Fotolabor, schwarz-weiß und noch ganz analog. Nach einigen in vollständiger Dunkelheit und zwischen giftiger Chemie verbrachten Jahren war ich nicht unglücklich über das Aufkommen der digitalen Fotografie. Neben der unkomplizierte Bildbearbeitung liegt die Faszination für mich vor allem in den tausenden Bildern, die nun sekündlich im Web veröffentlicht werden und die eine niemals versiegende Quelle für Augennahrung darstellen. Während das Suchen interessanter Fotos bei Flickr oder in Facebook und Co noch ziemlich mühsam war und ist, befeuert ein neuer Trend die Produktion von weiteren Trilliarden bunter Pixeln: „Mobile Photo Sharing“ bzw. „Social Photosharing“.

Vorreiter war eindeutig Instagram, dessen 7 Mio Nutzer gerade das 150 Millionste Bild hochgeladen haben. Mit dem Erfolg kommen die Nachahmer und die müssen ja nicht schlechter sein. PicPlz gibt es bereits seit über einem Jahr (und damit länger als Instagram), positionierte sich aber bisher eher als Dienst, um Fotos vom Mobiltelefon in anderen sozialen Netzwerken zu posten. Ganz neu sind zwei deutsche Startups: Tadaa, das Anfang Juni an den Start ging und EyeEm, das am 4. August offiziell startete. Zeit für einen kleinen Vergleich also.

Ich habe mich auf Apps konzentriert, die entsprechende „Social Features“ mitbringen, wie die Möglichkeit, sich mit anderen Nutzern zu befreunden, bzw. Ihnen zu folgen und Bilder bewerten und kommentieren zu können. Hipstamatic und Path, das ein Sharing nur mit einer begrenzten Zahl Freunde zu lässt, sind dabei rausgefallen. Getestet habe ich auf iPhone, Android und iPad, wobei keine der Apps nativ fürs iPad programmiert ist.

Im Vergleich und vor allem in der Praxis zeigt sich, wie unterschiedlich vor allem in der Usability Apps sein können, die eigentlich mit der gleichen Idee angetreten sind. Und ich vermute, es sind gerade diese kleinen Unterschiede, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden.

Instagram Tadaa EyeEm PicPlz
Betriebssystem
iOS iOS iOS und Android iOS und Android
Gestaltung
Filter 16 sehr gute Filter, TiltShift, Echtzeitfilter 13 gute Filter, Echtzeitfilter 9 eher mäßige Filter, Echtzeitfilter (nur iOS) 9 eher mäßige Filter, jeweils mit und ohne Rahmen, + 13 Echtzeitfilter (nur Android)
Qualität iPad und iPhone iPad iPad oder iPhone iPhone (einstellbar beim Upload)
Format immer quadratisch, Ausschnitt kann selber bestimmt werden Orginal oder quadratisch Orginal Orginal
Geodaten möglich möglich möglich möglich
privat jein, Follower müssen für gesamten Stream Erlaubnis anfordern nein ja, einzelne Fotos nein
Entdecken/Feeds
Fotos der Kontakte ja ja (new) ja (Photos from friends) ja (My network)
Likes/Kommentare ja ja (Notifications) ja, plus Angabe wer noch dieselben Fotos geliked hat ?, Kommentare der Kontakte bei anderen Fotos, max. 6
Fotos neuer User nein ja (max. 33) ja nein
Beliebte Fotos ja (beliebt) ja (awesome, max 33) ja (popular) ja (interesting)
Favorisierte Fotos der Kontakte ja ja nein nein
Bewertung
Schema like like/dislike like like
Kommentare ja ja, plus Fotokommentare ja ja
Archiv
Eigene Fotos ja ja ja ja
Favorisierte Fotos ja nein ja nein
Sharing
Facebook, Twitter, Email Facebook, Twitter, Email Facebook, Twitter, Email, Foursquare, Yahoo, Tumblr Facebook, Twitter, Foursquare, Tumblr, Posterous, Dropbox, Flickr
Sonstiges
deutsch, API für Drittanbieter deutsch, Wischfunktion durch die Fotos, tadaa-Dollars englisch, Tagging, Auto-Tagging englisch, Collections zusammenstellen
Webseite
Fotos, Settings, weitere Funktionen über Drittanbieter wie z.B. extragr.am Eigene Fotos/Fotoblog, kein Login Eigene Fotos, Settings, Favoriten, Kontakte, neue Fotos, beliebte Fotos Eigene Fotos/Fotoblog, Settings, Collections, Favoriten, Kontakte, beliebte Fotos, neue Fotos
instagr.am tadaa.net eyeem.com picplz.com

 

Instagram: Gefällt mir von der Funktionsvielfalt und Usability immer noch am besten. Insbesondere, dass ich sehen kann, welche Fotos von den Leuten, denen ich folge, favorisiert werden, lässt mich viele weitere tolle Fotos entdecken. Eine Funktion, die keine der anderen Apps hat. Ob die Einschränkung auf das quadratische Format eher negativ ist, oder die Reduktion zu einer bewußteren Sichtweise führt, ist wohl Geschmackssache. Mir ist negativ aufgefallen, dass die iPhone-App leider die Bilder in geringer Auflösung anzeigt, obwohl Instagram die volle Auflösung speichert. Auf dem iPhone bleibt das unbemerkt, auf dem iPad dagegen wirken alle Bilder verwaschen. Spannend ist es, zu beobachten, was andere Anbieter mit den Fotosammlungen veranstalten, denn Instagram stellt eine öffentliche API zur Verfügung und bietet konsequenterweise auf der eigenen Webseite kaum Funktionalitäten an.

Update 23.9.2011: Mit dem Update auf die Version 2.0 bietet Instagram nun Echtezeitfilter an und hat diese um 4 neue Filter erweitert. Endlich wurde auch die mögliche Qualität erhöht, mit der die Bilder hochgeladen werden können.

Tadaa: Tadaa ist mein heimlicher Favorit. Das Interface finde ich im Vergleich zu Instagram sehr viel erfrischender und es bietet die Navigation (durch Fotos wischen), die ich vom iPhone kenne. Die Fotos kommen in voller Auflösung auf das iPad. Leider fehlen einige wichtige Funktionalitäten. Weder in der App, noch auf der Webseite kann ich die Fotos sehen, die ich zuvor favorisiert habe. Die Listen mit neuen oder beliebten Fotos umfassen leider nur 33 Bilder und die hat man schnell durchgeschaut. Was es mit den Tadaa-Dollar auf sich hat, die man fürs Hochladen der Fotos oder einen Like durch andere bekommt, wird leider auch noch nicht verraten. Ein Dislike-Button ist zwar ganz spaßig, benutzt wird er wohl nicht, dafür allerdings die Möglichkeit, Kommentare zu anderen Fotos in Form eigener Fotos abzugeben. Eine ausführlichere Beschreibung von Tadaa gibt es im Blog von Anne: tadaa und die kleinen Dinge.

EyeEm: Das Interface von EyeEm erntete viel Lob in zahlreichen Weblogs, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Eine Funktion wie bei EyeEm, die anzeigt, wer dieselben Fotos wie ich geliked hat, macht den News-Feed praktisch unbrauchbar, weil das meistens mehrere Hundert pro Bild sind und die Info für mich nicht relevant ist. EyeEm scheint sowieso noch etwas mit der heißen Nadel gestrickt. So sind die Namen der User, die meine Fotos geliked haben, nicht verlinkt. Ich müsste per Copy-Paste nach ihnen suchen. Damit wird aber auch der wichtige Weg, auf die eigenen Fotos aufmerksam zu machen, in dem man andere bewertet, komplett unbrauchbar. In wie weit das Auto-Tagging funktioniert, konnte ich nicht testen, allerdings ist schon die Funktion die Fotos manuell zu taggen und vor allem sich Fotos nach Tags anzeigen zu lassen, ziemlich nützlich.

PicPlz: Ähnlich wie EyeEm ist der Aktivitäten-Newsstream eigentlich überflüssing. Hier werden bei PicPlz die Kommentare meiner Kontakte zu anderen Fotos angezeigt und auch nur die letzten sechs. Wer braucht sowas? Hier spielt auch die Webseite eine größere Rolle, da sie Funktionen bietet, die die App nicht hat, wie z.B. die Anzeige neuer oder favorisierter Fotos. PicPlz ist mehr auf das Teilen der eigenen Fotos in anderen Netzwerken ausgerichtet, was auch die große Zahl der integrierten Dienste zeigt.

Meine ganz subjektive Bewertung der Programme habe ich natürlich auch danach vorgenommen, wie viele Kontakte ich innerhalb der ersten Tage gefunden habe, wie viele Leute meine Fotos bewertet haben und wie lange ich selber bei einem Dienst verweilt bin, um interessante Fotos zu entdecken. Obwohl ich überall ähnliche Bilder hochgeladen habe, müssen die Unterschiede natürlich nicht in der Funktionalität der Dienste liegen, sondern können auch an den Communityspezifischen ästhetischen Bewertungsmaßstab liegen. Beispielsweise werden bei PicPlz kaum Filterfunktionen verwendet.

Instagram bietet schon aufgrund seiner vielen NutzerInnen eine riesige Auswahl an Fotos und damit auch sehr viele herausragende Fotos. NutzerInnen mit fünfstelligen Followerzahlen sind keine Seltenheit. Insofern habe ich hier auch die meiste Zeit verbracht und folge selber mittlerweile mehr als 50 Personen. Trotzdem sind meine Fotos nicht untergegangen. Die zahlreichen Likes und Kontakte zeigen, dass hier schnell Feedback gegeben wird. (bevorzugt bei Fotos mit Blumen;-)). Die Tadaa-Community war eindeutig der Spitzenreiter in Sachen Interaktivität. Sowohl was die Zahl der Follower angeht, als auch die gelikten Bilder hatte ich hier die meisten Rückmeldungen. Das scheint nicht nur daran zu liegen, dass der Dienst so neu ist, sondern, dass die Funktionen dazu so gut zu bedienen sind, denn bei EyeEm gab es kaum Likes für meine Fotos. Ebenso auch bei PicPlz, was aber eher meine These der anderen Ausrichtung von PicPlz als reine Sharing-App und nicht als Social Community bestätigt.

Google Fans sollten noch einige Tage warten, bevor sie sich festlegen. Seit 18. August gibt es bereits im amerikanischen iTunes-Store Photovine die Photo Sharing App von Google (merkwürdigerweise bevor es eine Androidversion gibt).

Am Schluss noch ein paar Tipps um möglichst großes Feedback für die eigenen Fotos zu kriegen:

  • nur ausgewählte (interessante) Fotos posten
  • viele andere Fotos liken
  • vielen anderen Leuten folgen

Welche Apps benutzt ihr und welches sind für euch die Killerfunktionen einer solchen App?

 

Medienkompetenzförderung in den Wahlprogrammen der Parteien zur Berliner Abgeordnetenhauswahl

Kein Beitrag zur Post-Privacy-Diskussion im Berliner Wahlkampf

Zur Vorbereitung der Veranstaltung „Keine Bildung ohne Medien in Berlin“ der LAG Medienarbeit und der GMK Regionalgruppe am 24.8. habe ich mal aus den Wahlprogrammen der wichtigsten Berliner Parteien alles rausgefiltert, was mit Medienbildung zu tun hat. Und da das macnhmal nicht so viel war, gleich auch noch nach dem Stichwort „Internet“ gesucht.

Für die BerlinerInnen unter euch vielleicht ganz interessant. Ich gebe keine Garantie für die Vollständigkeit. Ergänzungen gerne in den Kommentaren.

Zwecks Übersichtlichkeit habe ich zwei Sachen rausgenommen, die (fast) alle Parteien wollen: 1. eine verbesserte Kommunikation der Verwaltung mit den BürgerInnen (eGovernment) und 2. ein kostenloses WLAN für Berlin (außer: FDP). Was allerdings nicht heißt, dass das nach den Wahlen selbstverständlich kommen wird, denn die Umsetzungsvorschläge unterscheiden sich doch deutlich.

Aus allem anderen könnt ihr selber eure Schlüsse ziehen:

Zitate aus den Berliner Wahlprogrammen 2011

Grüne

„Medienpädagogik wird im digitalen Zeitalter immer wichtiger. Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg sollte sich daher verstärkt bemühen, die Medienkompetenz junger Menschen zu fördern. Dazu gehört auch der Offene Kanal, ALEX.“

„Den Umgang mit neuen Medien wollen wir aktiv fördern, damit er in allen Bildungsbereichen selbstverständlich wird. Digitale Teilhabe bedeutet nicht nur, dass jede und jeder an der Digitalisierung teilhaben kann, sondern dass auch staatliche Institutionen von diesem Fortschritt profitieren können.“

„Bündnis 90/Die Grünen Berlin werden sich aktiv für eine umfassende Modernisierung des Datenschutzrechts, für eine transparente Verwaltung und Gesetzgebung, für das Recht von Hartz-IV-Empfängern auf die Wahl zwischen Fernseher und Computer mit Internetanschluss, für einen zeitgemäßen Jugendmedienschutz und für eine umfassende Reform des Urheberrechts einsetzen, die NutzerInnen und Kreative gleichermaßen schützt.„

„Wenn gesellschaftliche Teilhabe immer mehr über neue Medien gewährleistet wird, dann müssen wir auch die Medienkompetenz von Älteren stärken.“

Internet:

„Medien sind Teil unseres Alltages und unverzichtbar für das Funktionieren der Demokratie. Eine aktive und gute Medien- und Netzpolitik ist deshalb für den Zukunftsstandort Berlin von großer Bedeutung. Dazu gehören eine funktionierende Medienaufsicht, die demokratische Kontrolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und eine zeitgemäße Politik für die Chancen und Herausforderungen, die Internet und Digitalisierung mit sich bringen.“

„Die Initiative „dotberlin“, die sich für die Einführung einer eigenen Top-Level-Domain „Berlin“ einsetzt, benötigt die volle Unterstützung durch den Berliner Senat, um ihrer Rolle als Repräsentant Berlins in den Gremien der ICANN („Internetregierung“) besser nachkommen zu können und den Standort dort besser darzustellen.„

CDU

„Insbesondere dem Phänomen des Mobbing im Internet (häufig als „Cyber-Mobbing“ bezeichnet) muss schnellstmöglich ein Riegel vorgeschoben werden. Die CDU unterstützt die Aktion verschiedener Schüler, mit der diese eine Mobbingseite im Internet durch das massenweise Einstellen harmloser Texte praktisch unlesbar machen möchten.“

Internet:

„Wir setzen uns nachhaltig bei allen relevanten Stellen dafür ein, dass die Top-Level-Domain .berlin nicht in die Hände ausländischer Privatinvestoren fällt, sondern den Bürgern und der Wirtschaft Berlins zugute kommt.„

SPD

„Wir fördern die Auseinandersetzung mit dem Internet bereits in der Schule. Jedes Kind soll schon in der Schule lernen: „Meine Daten gehören mir.“ Die Rahmenlehrpläne müssen sicherstellen, dass Kindern Chancen und Gefahren im Netz hinreichend vermittelt werden. Um die Ausstattung der Schulen mit Computern zur bedarfsgerechten Medienbildung zu verbessern, bauen wir die Kooperation mit Privaten aus.„

„Medienkompetenz und kulturelle Bildung und die damit einhergehende Entwicklung sozialer und kreativer Kompetenzen sollen an den Schulen stärkeres Gewicht erhalten. Dabei erlernen Kinder und Jugendliche einen verantwortungsvollen Umgang miteinander und setzen sich kritisch mit unterschiedlichen medialen Angeboten auseinander.“

„Wir werden die Anzahl der Kooperationsvereinbarungen zwischen den Schulen und den Bibliotheken zur Leseförderung und zum Erwerb von Medienkompetenz erhöhen, indem wir die Rahmenbedingungen verbessern.“

Internet:

„Eine moderne Netz- und Medienpolitik ist für die digitale Zukunft Berlins eine unverzichtbare Voraussetzung. Unsere Politik richtet sich auf die Stärkung der Freiheitsrechte und den Schutz der persönlichen Daten im Internet. Wir wollen eine Teilhabe aller an den Neuen Medien und wenden uns gegen die drohende informationelle Spaltung der Gesellschaft.“

„Der Schutz des geistigen Eigentums von künstlerisch oder wissenschaftlich tätigen Urhebern steht in der digitalen Welt vor völlig neuen Herausforderungen. Die SPD sieht sich als Anwalt aller schöpferisch und kreativ Tätigen. Die SPD will deshalb ein modernes Urheberrecht, das einen gerechten Ausgleich zwischen den Interessen der Verwerter und Konsumenten schafft.“

„Die Netzneutralität muss gewährleistet sein: Wenn nötig, werden wir eine Bundesratsinitiative starten, um sie rechtlich abzusichern.“

„Ü?berdies lehnt die SPD Online-Durchsuchungen im Land Berlin ab.“

„Wenn Firmen über einen längeren Zeitraum persönliche Daten sammeln, sollen diese den Betroffenen im Rahmen eines Datenbriefs jährlich einmal mitgeteilt werden. Daten müssen nach einer Ablauffrist gelöscht werden.“

Die Linke

„Wissen über Nachhaltigkeit muss ebenso vermittelt werden wie Kompetenz im Umgang mit neuen Medien.“

„Um die digitale und soziale Spaltung der Stadt zu verhindern, wollen wir umfassende Bildungsangebote unabhängig von sozialem Milieu, Alter oder Herkunft fördern.“

Internet

„DIE LINKE strebt ein »gläsernes Rathaus« für Berlin und seine Bezirke an, in dem Verwaltungshandeln und die Kommunal- und Landespolitik transparent und nachvollziehbar werden. Live-Übertragungen von Abgeordnetenhaus- und Bezirksverordnetensitzungen im Internet sind dafür eine Möglichkeit, die wir anstreben.“

„DIE LINKE will die Bürgerbeteiligung auf allen Ebenen ausbauen und setzt dabei auch auf E-Petitionen auf Landes- und Bezirksebene sowie die Möglichkeit, Volks- und Bürgerbegehren online durchzuführen.“

Piraten

„Wir setzen uns für kostenfreie, durch das Land Berlin geförderte Schulungsmöglichkeiten für alle interessierten Berliner und Gäste ein, die die Möglichkeit bieten, die digitale Spaltung hinsichtlich der Bedienkompetenzen zu überwinden. Wir werden in Zusammenarbeit mit öffentlichen und gemeinnützigen Trägern sowie gemeinnützigen Vereinen flächendeckende Schulungsmöglichkeiten schaffen.“

„Den Einsatz von Filtersoftware und anderen Einschränkungen öffentlicher Inhalte lehnen wir daher ab. Vorgaben und Regelungen, die zur Einschränkung der Verfügbarkeit von andernfalls frei zugänglichen Inhalten führen, müssen ebenso abgelehnt und aufgehoben werden. Stattdessen müssen an öffentlichen Bildungseinrichtungen durch die Träger die Voraussetzungen und die Infrastruktur geschaffen und ausgebaut werden, die für einen freien und gleichberechtigten Zugang zu Inhalten und für die Erstellung neuer Inhalte im Rahmen des Bildungsauftrags notwendig sind. Filter sind kein vernünftiges Mittel des Jugendschutzes, weshalb das Grundgesetz Art 5 Abs 2, also die Einschränkung der Meinungsfreiheit keine Anwendung finden kann.“

„Die Ausstattung mit digitalen Arbeitsmitteln und ein Internetzugang für alle Lernenden ist eine Voraussetzung für den Zugang zur Informations- und Wissensgesellschaft und einer aktiven Teilhabe an dieser. Das erhebliche Ungleichgewicht zugunsten der papiergebundenen und nicht-netzwerkfähigen Bereitstellung von Lernmitteln ist historisch bedingt und stellt eine Momentaufnahme der aktuellen Entwicklung dar. Wir werden dieses Verhältnis ändern.“

„Unterrichtsmaterial wird unter einer freien Lizenz zugänglich gemacht. Dies vereinfacht den Lehrkräften die Erarbeitung von eigenen Unterrichtsmaterialien. Die Erstellung frei verwendbarer Materialien durch Lernende, Lehrende und andere wird durch das Land gefördert. Die Piratenpartei setzt sich dafür ein, die Medienkompetenzen bei Entscheidungsträgern, Lehrkräften und Lernenden zu schaffen, sich in der digitalen Welt zurechtzufinden.“

Internet

„Wir streben die Schaffung einer Online-Demokratieplattform an. Damit ist ein System gemeint, in dem alle Bürger die Möglichkeit haben, gemeinsam politische Entscheidungen zu treffen. Die Ergebnisse sollen zunächst in Volks- bzw. Bürgerentscheiden münden, in denen sie als verbindlich bestätigt werden.“

„Wir werden ein Online-Portal ins Leben rufen, das Berliner Politik und Verwaltung auf allen Ebenen transparent werden lässt. Jede Entscheidung ist in dem Bewusstsein zu treffen, dass diese Jahrzehnte später von jedem nachvollzogen werden kann. Politik ohne Gedächtnis ist eine Einladung zu Misswirtschaft und Korruption.“

„Wir werden die Berliner Verwaltung und Politik nach den Prinzipien von OpenGovernment umgestalten, um direkte demokratische Mitbestimmung sowie eine aktive Informationspolitik zu gewährleisten.“

„Die PIRATEN Berlin setzen sich für einen freien Zugang zu Wissen und digitalen Informationen ein.“

FDP

„Unsere Bildungspolitik stellt die Vermittlung von Kompetenzen in den Vordergrund. Neben den klassischen Schulfächern ist dabei verstärkt auch auf bisher vernachlässigte Wirtschafts- und Medienkompetenzen hinzuarbeiten.“

„Medienkompetenz wollen wir bereits frühzeitig in der Schule vermitteln, so dass Kinder und Jugendliche mögliche Konsequenzen freiwillig verbreiteter Daten insbesondere bei der Nutzung des Internets selbst einschätzen können.“

„Wir müssen die Kompetenz aller Bürger, vom Schüler bis zum Senioren, im Umgang mit den verschiedenen Medienformen durch Bildungs- und Fortbildungsangebote stärken.“

Internet

„Ein freier Zugang zum Internet ist unverzichtbar, um jedem Bürger gleiche Kommunikations- und Zukunftschancen zu eröffnen.“

 

Dann wünsche ich viel Erfolg beim Wählen am 18. September!